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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 22.04.2010

Sophie Hunger - 1983
Tatjana Zilg

Die Songs der scheuen Schweizerin balancieren mühelos zwischen laut und leise, beglücken die Sinne durch vielschichtigen Instrumenteneinsatz, während die Texte durch poetische Schönheit ...



... beeindrucken und die Gedanken durch surreale Impulse bereichern.

Im Frühjahr 2009 gelang der Songwriterin der geradlinige und viel beachtete Einstieg ins internationale Musikgeschäft durch eine Top-Platzierung in den Charts des Heimatlands und ausverkauften Clubkonzerten in Deutschland.

Auslöser war ihr zweites Album "Mondays Ghost", das sie nach einem Debüt in Eigenregie unter dem Dach von Universal veröffentlichte. Stolz wurde sie von der einheimischen Presse als neues Wunderkind gefeiert und in den Nachbarländern als solches willkommen geheißen. Sophie Hunger belohnte die positive Resonanz mit ausgiebigen Touren, so dass sich an allen Orten die Musikfans von ihren Qualitäten live überzeugen konnten. Begleitet wurde sie von einem Ensemble begabter Musiker, die den vielen verschiedenen Instrumenten in den Kompositionen ihrer Songs auch auf der Bühne Leben einhauchten. Mit Zweien davon ist sie schon seit längerem ein musikalisches Team: Mit Christian Prader teilte sie bereits die Schulbank am Gymnasium, Michael Flury lernte sie kennen, als sie die ersten Schritte als Songwriterin unternahm.

Die Erfahrungen als tourende Profi-Musikerin brachten sie schnell zurück zum Ursprung: Zwischen den Konzerten entstanden die Ideen zu den Songs von "1983". Eine veränderte Grundstimmung und neue Beobachtungen beim Musikmachen weckten die Neugier, einiges anders anzugehen, und inspirierten zu feinsinnigen Texten und erfindungsreichen Melodien auf bisher unerforschten Ebenen.

Als Leitmotiv für ihren Drittling wählte sie das Jahr ihrer Geburt, welchem auch der einzige deutschsprachige Song auf dem Album gewidmet ist. Es geht hier aber nicht um ein von vorneherein durchkalkuliertes Konzept. Für Sophie Hunger steht während des kreativen Prozesses die intuitive Auseinandersetzung mit dem einzelnen Song im Vordergrund. Erst am Ende der Aufnahmen wirft sie einen Blick auf das Gesamte und beschreibt die zusammenhaltenden Fäden: "Jetzt, am Ende der Aufnahmen, kann ich Merkmale erkennen. Es liegt etwas Aggressives darin, das sich nicht nur auf mich bezieht, sondern auch nach außen. Dazu das Cover: das Bild einer Frau, die sich eine Pistole an die Schläfe hält, während dem sie eine zweite auf den Betrachter richtet. Ich habe dieses Bild von Maria Lassnig das ganze Jahr über in mir herumgetragen, es hat mich nicht losgelassen. Diese Spannung kam in mehreren Songs zum Ausdruck - in ´Invisible´, ´Citylights´ und anderen, vor allem eben in ´1983´."

"1983" pirscht mehr in dunkle Abgründe vor als "Mondays Ghost". Nicht nur Folk, Pop und Jazz können nun als mögliche Stilmerkmale ausfindig gemacht werden, auch No Wave und Electro Punk geben Anhaltspunkte. Wobei die Songwriterin ihren Ruf und ihrer Eigeneinschätzung, ihren Songs in sehr individueller Art Gestalt zu geben, alle Ehre macht. Jeder Song wirkt wie ein kohärentes Atom, der auch ganz für sich allein stehen könnte und sich den Fangnetzen stilistischer Einordnungen verwehrt. Weckten die Songs von "Mondays Ghost" die Aufmerksamkeit, da sich in ihnen der starke und tiefgründige Charakter der Songwriterin spiegelte, so schärft sich das Profil mit den 14er Wurf von "1983" noch mehr. Nahmen sich beim Universal-Album auf der Studioversion die komplexen Songstrukturen zugunsten des Gesangs immer wieder zurück, gelingt diesmal ein spannungsvolles Wechselspiel zwischen Komposition und Gesang, welches bei jedem Hören stets neue Entdeckungen und Details bereithält und besser dem Live-Erlebnis entspricht, welches Sophie Hunger und ihr Team auf der Bühne hervorzaubern.

Gleich der Opener "Leave Me With The Monkeys" umfängt mit einer spooky-rockigen Atmosphäre, die mit samtig-kristallinem Gesang und nebulös-pulsierender Perkussion in den Bann zieht. Gegen Mitte des Albums kommen verstärkt balladeske Töne zum Vorschein wie in dem Noir Desir-Cover "Le Vent Nous Portera" und dem im Schwyzerdeutsch vorgetragenen "D´Red". Mit der speziellen Rhythmik des Hip Hops und R`n`B spielt Sophie Hunger in "Approximately Gone" und "Invisible" und findet dabei ihre ganz eigene Variante eines über extrem eingängige Beats steppenden akzentuierten Sprechgesangs.

Weiterhören auf AVIVA-Berlin: Emiliana Torrini und Scout Niblett

Sophie Hunger im Netz: www.myspace.com/sophiehunger

AVIVA-Tipp: Auch wenn die hochbegabte Songschmiedin bekundet, für "1983" ihre Haltung beim Musikmachen wesentlich verändert zu haben, so knüpfen die Songs doch an die filigranen Meisterstücke von "Mondays Ghost" in angenehmer Art an, so dass sich die Begeisterung 1:1 überträgt. Die Zulagen an Soundspielereien und Ausflügen in experimentelle Gefilde zerstören nie die Ausgangslage, sondern ergänzen diese geradlinig: Wer Sophie Hunger 2009 mochte, wird 2010 mit Garantie dabeibleiben und bekommt durch "1983" die Gelegenheit, die Zuneigung zu vertiefen und wird viel Freude an den neuen Ansätzen finden.

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin: Interview mit Sophie Hunger

Sophie Hunger
1983

Label: Two Gentlemen, Indigo, April 2010



Music Beitrag vom 22.04.2010 AVIVA-Redaktion 

   




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