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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 04.09.2011

EMA - Past Life Martyred Saints
Tatjana Zilg

Mit dem Kultduo Gowns machte sich Erika M. Anderson in LA einen Namen als vielversprechende Newcomerin. Nach der Trennung startet sie alleine durch und beeindruckt mit leidenschaftlich ...



... l├Ąrmigem, melodramatisch funkelndem Electro Folk.

Der neue Stern am Himmel der K├╝stenstadt kam urspr├╝nglich aus South Dakota in die umtriebige Musikszene. An der Leadgitarre der Folk/Noise Band Amps for Christ sammelte Erika erste Erfahrungen, bevor sie mit Ezra Buchla Gowns gr├╝ndete. Die explosiven B├╝hnenshows und ihre fesselnde Art, den Gesang aufs Publikum loszulassen, lie├čen sie schnell zu einem begehrten Live Act werden. Das Deb├╝t "Red State" nahm 2007 diese Energie auf und wurde von Kritik und Musikh├ÂrerInnenschaft viel gelobt.

Drei Buchstaben setzten den Beginn zur Solokarriere

Von der Aufl├Âsung des Duos lie├č Erika sich nicht beirren und wagte den Sprung zur Solomusikerin. Aus ihren Initialen formte sie den pr├Ągnanten K├╝nstlerinnennamen EMA und verz├╝ckt nun Fans psychedelisch-rockiger als auch elektronischer Kl├Ąnge mit dem Solodeb├╝t unter dem bedeutungsvollen Namen "Past Life Martyred Saints". In einer Mischung aus schr├Ągen und einnehmenden T├Ânen entfacht ein Wirbelsturm an ausgefeilten Songs und macht Lust darauf, das Album wieder und wieder zu h├Âren. Auch deswegen, weil es einen selbstbewussten Kontrapunkt zu g├Ąngigem Pop und Songwriting setzt.

Viele Einfl├╝sse verschmelzen zu einem genial neuen Sound

Bisweilen erinnert EMAs Sound an die legend├Ąre LA-Band The Gun Club, oder an Jesus & The Mary Chain, hin und wieder etwas an Nirvana, w├Ąhrend der Gesang leicht zu PJ Harvey und Cat Power schweift. Zugrunde liegt dem stets eine charismatische Einzigartigkeit, die neue musikalische Horizonte aufzeigt.

In majest├Ątischer Sch├Ânheit zieht zu Beginn des Albums der Song "The Grey Ship" ein, der in sieben Minuten dem Brauch der Wikinger huldigt, den Abschied ihrer Verstorbenen mit Beerdigungsschiffen zu begehen. Mit ihrem leicht mit Hall versetzten, glasklaren Gesang lockt EMA eine Atmosph├Ąre der Ewigkeit an und l├Ąsst ihn in einem Meer an E-Gitarren-Sounds m├╝nden, in welchem eine magisch sch├Âne, trauernde Violine allm├Ąhlich hervortaucht.
Hit-Potential mit vielen Hooks enth├Ąlt "Milkman", zu dem es im Netz ein sich surreal entfaltendes Video zu bewundern gibt. Sich ineinander schiebende Sounds konkurrieren mit rhythmisch-wildem Gesang und laden auf die n├Ąchste Tanzfl├Ąche ein. Das Ende l├Ąutet ein weiterer Langsong ein. Mit 6.35 Minuten erh├Ąlt "Red Star" Gelegenheit, seine leise balladeske Stimmung zu entwickeln und entl├Ąsst die H├ÂrerInnen mit einem tr├Ąumerischen, sehnsuchtsvoll s├╝├čen Gef├╝hl.

AVIVA-Tipp: Die Kurzformel EMA sollte frau sich merken. Ganz in ihren Sounds scheint Erika M. Anderson aufzugehen und strahlt mit jedem Ton auf ihrem Deb├╝talbum eine eindringliche Kraft aus, welche die Aufmerksamkeit hypnotisch auf sich zieht. Das Sich-Hineinfallenlassen in die Songs wird dadurch leicht gemacht und entfaltet die Wirkung eines ekstatischen Wechselbads auf K├Ârper und Seele.

EMA
Past Life Martyred Saints

Label: Souterraintransmissions, erschienen Juni 2011

EMA im Netz: cameouttanowhere.com

Music Beitrag vom 04.09.2011 AVIVA-Redaktion 

   




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