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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 14.10.2003

Der Female MC mit den tighten Skillz, neues Album von Sabrina Setlur
Marie-Louise Leinhos

Deutschlands erfolgreichste Rapperin meldet sich zurück. Frau Setlur ist, auch über ihre musikalischen Grenzen hinaus, eine eindrucksvolle Persönlichkeit. Mehr dazu in diesem Interview.



Lautstark, provokant und mit ungeheurer Energie meldet sich das schärfste S der Republik zurück. Für die Aufnahmen des neuen Studioalbums musste extra ein Spezialgerät ins Mikro eingebaut werden, um das S aus Sabrinas Rappgewalt ein wenig zu dämpfen.
Dennoch scheinen 3 Jahre Abwesenheit im Musikgeschäft Sabrina sehr gut getan zu haben. Mit neuer Energie und unglaublich sympathischer Ausstrahlung stellt die zierliche Rapperin so manchen männlichen Kollegen an die Wand. Die unnachahmliche Art in Sabrinas Lyrics ist mittlerweile ihr Markenzeichen und Frau Setlur hat einiges zu sagen, was auch über die Grenzen ihrer Musik hinaus zum Nachdenken anregt. Sie ist eine Mischung aus absoluter Direktheit und sensibler Emotionalität, und genau das macht sie so geheimnisvoll. Ihren Fans gibt sie die nötige Packung für die individuelle Steigerung des Selbstbewusstseins, ohne dabei überheblich zu wirken.

Vorboten des neuen Albums SABS rasen momentan durch MTV und VIVA. In dem neuen Clip zu "Ich bin so" performt auch Sabrinas langjähriger Produzent und guter Freund Moses Pelham mit. Fans müssen sich leider noch ein wenig gedulden, denn erst am 03.11.2003 wird der Longplayer "SABS"
erscheinen. Vorab stand sie AVIVA-Berlin in einem Exklusiv-Interview Rede und Antwort.

AVIVA-Berlin: Du warst 19, als Deine Karriere begann und bist seit über 10 Jahren Deutschlands erfolgreichste Rapperin. Dein Thron war nie ernsthaft gefährdet. Warum meldest Du Dich jetzt zurück?
Sabrina:
Ich hatte mich nie abgemeldet. Es war auch nach meinem letzten Album vor drei Jahren immer klar, dass ich weiter Musik machen werde. Ich brauchte einfach Zeit für mich, zum Durchatmen, zum wieder Runterkommen, um mich auf mich selbst zu konzentrieren. Somit scheint es nur so, als hätte ich 3 Jahre nichts getan. Aber ich brauchte 1 ½ Jahre für die Produktion meines neuen Albums SABS. Daher war ich nie wirklich weg.

AVIVA-Berlin: Für die neuen Promofotos trugst Du ein T-Shirt auf dem steht "Je ne regrette rien". Ist es wirklich so, dass Du keine Deiner Entscheidungen bereust?
Sabrina:
Nein, wirklich nichts. Weder musikalisch noch privat, weil ich einfach denke, jeder Schritt, den man geht, ist ein Schritt weiter. Man lernt, egal ob es positiv oder negativ ist. Von daher bereue ich nichts. Einen Tag vor dem Shoot hatte ich mit Moses über Merchandise-T-Shirts gesprochen. Ich saß am Flughafen und überlegte mir, was da draufstehen sollte. Ich dachte mir, ich möchte unbedingt eins, auf dem dieser Spruch steht.

AVIVA-Berlin: Ist es eine Hommage an Edith Piaf?
Sabrina: Nein, ich muss ganz ehrlich sagen, zwar hat Edith Piaf dieses Lied gesungen, und daher kenne ich es auch, aber ich meinte eher die Bedeutung der Worte. Denn es ist ein gutes Gefühl, wenn man das von sich behaupten kann.

AVIVA-Berlin: Du bist Jurymitglied bei "Popstars". Wie kam es zu der Anfrage?
Sabrina:
Warum sich "Popstars" mich ausgesucht haben, weiß ich nicht. Es kam die Anfrage an mein Management und mich hat der Gedanke, da mitzumachen, sehr gereizt.

AVIVA-Berlin: Hast Du mit den KandidatInnen gelitten, oder hattest Du eher die Auffassung, es ist ein Job und einer muss ihn tun?
Sabrina:
Ich muss schon zugeben, ich habe mit ihnen mit gelitten, mitgefiebert, mich mit ihnen gefreut. Ich bin ein emotionaler Mensch. Das hört man auch auf meinen Platten. Von daher war jede Emotion, die zu sehen war, echt.

AVIVA-Berlin: Und wer war für Dich der merkwürdigste Kandidat bei diesen ganzen Castings?
Sabrina:
Es gab einige, die sehr merkwürdig waren. Das Lustige war auch, dass man diese Leute 5 Tage später in einer anderen Casting - Show sah. Es ging immer sehr lustig zu bei den Castings und manche Teilnehmer hatten wirklich großen Unterhaltungswert.

AVIVA-Berlin: Aber gibt es einen Kandidaten, den Du nie in Deinem Leben vergessen wirst? Egal ob positiv oder negativ?
Sabrina:
Also, man muss alles mit einem lachenden Auge betrachten, insofern blieb mir nichts Negatives in Erinnerung. Auf eine bestimmte Person kann ich das auch nicht beschränken. Dazu waren es zu viele, die wirklich witzig waren. Bei manchen habe ich mich schon gefragt, ob das wirklich ernst gemeint ist.

AVIVA-Berlin: Deine Prognose: Wer gewinnt? Die Mädels oder die Jungs?
Sabrina: Das kann ich echt nicht sagen.

AVIVA-Berlin: Dennoch ist die Lage von Frauen im Musikbusiness nach wie vor eine schwierige. Meist bleibt ihnen die Rolle der Sängerin-oder Tänzerin vorbehalten. Was glaubst Du, woran das liegt?
Sabrina:
Kann ich nicht sagen. Ich stecke nicht im Körper eines Mannes. Deswegen ist es schwer für mich, nun zu sagen, dass dies geschlechtsspezifisch sei.

AVIVA-Berlin: Aber Du hast ja ein eigenes Label?
Sabrina:
Ja, Jaya Records, aber das existiert nur auf dem Papier. Ich habe momentan andere Dinge zu tun. Wenn ich jemanden finde, der wirklich auf meinem Label sein muss, dann kommt der da auch drauf, nur momentan bin ich mit der Promotion meines neuen Albums ausgelastet. Eigentlich wird Jaya Records administrativ von 3p geleitet. Es gibt da noch niemanden, der am Telefon sitzt und sich mit Jaya Records meldet.

AVIVA-Berlin: Lass uns über dein neues Album sprechen, was war das Leitmotiv, was wolltest Du rüberbringen?
Sabrina:
Ich möchte nichts rüberbringen, ich möchte niemandem was erzählen oder verkaufen. Für mich war es einfach wichtig, die Platte so zu machen, wie sie letztendlich geworden ist. Und was man darin sieht, ist individuelle Interpretationssache des Zuhörers. Ich habe mich mit Moses zusammengesetzt und habe das Album konzeptioniert. Dabei kamen folgende Dinge heraus: Wir wollen schnellere Beats, direkt auf den Punkt, in sich abgerundet. Und das haben wir auch ganz gut geschafft.

VIVA-Berlin: Es beginnt mit einem Intro von einem Klassiker von Queen "The Show must go on". Warum hast Du diesen Songtitel gewählt?
Sabrina:
Der Song ist ein genialer Titel, und ich hielt ihn geradezu für prädestiniert, mein neues Album zu eröffnen, da ich mich selbst am besten damit identifizieren konnte. Wäre es ein nichtssagender Song gewesen, hätte ich ihn bestimmt nicht gewählt.

AVIVA-Berlin: Dennoch bist auch Du in den 80th groß geworden. Wer beeinflusste Dich zu dieser Zeit musikalisch?
Sabrina:
Es gab einige Freunde, die mich beeinflussten. Musikalisch war es schon Moses, der damals entscheidend zu meinem Musikgeschmack beitrug.

AVIVA-Berlin: Was für Tapes habt ihr gehört?
Sabrina:
Ich habe damals mit Dr. Dre angefangen, oder mein erster Rap war von "Grandmaster Flash And The Furios Five" "The Message" oder "Boogiedown Productions", aber in dem was ich heute als Künstlerin bin, hat mich Moses schon sehr geprägt.

AVIVA-Berlin: Wie entstehen Deine Songs, gibt es einen speziellen Ort, an den Du Dich zurückziehst?
Sabrina:
Ich schreibe meistens zu Hause.

AVIVA-Berlin: Es gibt einen sehr emotionalen Track auf dem Album, "Mein Herz", woher nimmst Du die Muße für solche Texte? Bist Du innerlich sanfter geworden?
Sabrina:
Das Leben inspiriert mich einfach. Das Leben zeigt mir jeden Tag neue Emotionen, die ich fühle. Es gibt die verschiedensten Arten von Gefühlen. SABS ist nur ein Auszug meines Lebens, es gibt ja noch viel mehr in mir. Aber wenn ich gefragt werde, was mir wirklich wichtig ist, dann lautet die Antwort eindeutig: Das Leben und die damit verbundenen Emotionen.

AVIVA-Berlin: Dennoch hast Du nicht verlernt, mit Deiner typischen Lyrics gelegentlich Deinem Ärger Luft zu machen. "Die Auserwählte" ist ein Song, der dies eindrucksvoll widerspiegelt. Schlagen zwei Seelen in Deiner Brust?
Sabrina:
Nein, es sind verschiedene Seiten, die sich in einem Menschen zeigen. Ich habe sehr viele Gefühle in mir und "Die Auserwählte" ist eine Emotion gewesen, diesen Track und damit verbunden auch das Album zu machen. Emotional betonte Songs wie "Mein Herz" zeigen dann wieder eine andere Seite meines Wesens.

AVIVA-Berlin: Ein weiterer Song, der hervorsticht, ist "Allein". In diesem Song geht es um Frauen, die lieber alleine sind, als sich von Männern, die ihre Gefühle nicht erwidern, nerven zu lassen.
Sabrina:
Ich würde es gar nicht verallgemeinern. Ich habe es erst mal für mich selbst so gesehen. Wenn Leute, die das Lied hören, dies genauso fühlen, dann freut es mich. Aber ich habe jetzt gar nicht an Frauen gedacht, sondern an mich selbst und dieses Gefühl aus meiner Sicht geschildert. Für mich war es in dieser Situation besser alleine zu sein, als jemanden mit sich zu ziehen, der nicht Deiner Meinung ist oder Dir gar im Weg steht, und damit nur Probleme bereitet. Das war alleine auf mich bezogen, aber wie gesagt, es freut mich sehr, wenn sich dadurch auch andere Frauen angesprochen fühlen.
Das ist ja auch das Schöne an Liedern, das man damit direkt Menschen ansprechen kann. Deswegen will ich diesen Song nun an dieser Stelle gar nicht so erklären, denn es soll jeder selbst darin sehen, was er herausziehen möchte.

AVIVA-Berlin: Es gibt noch einen Song, "Das Wichtigste". Er ist ein Hinweis an Menschen, sich selbst das Wichtigste zu sein, und nicht ständig auf Menschen des "öffentlichen Lebens" zu schauen.
Sabrina:
Du musst weg von dem Gedanken, dass ich irgendwelche anderen Leute meine. Ich kann immer nur für mich selbst sprechen. Es ist ein Versuch zu zeigen, wie ich u.a. mit Medien umgehe. Letztendlich geht es darum, dass Du Dir selbst, in allem was Du tust, das Wichtigste sein solltest. Egal, was andere Leute denken.

AVIVA-Berlin: Aber für den Zuhörer kommt doch ganz deutlich die Aussage heraus, denk lieber in erster Linie an Dich selbst, als über Leute nachzudenken, deren Privatleben Dich so nichts angeht?
Sabrina:
Wenn Du das so siehst, ist das wunderbar, aber ich bin weder jemand, der mit dem Finger auf andere zeigt, noch Irgendjemanden belehren möchte. Ich schreibe die Texte ausschließlich für mich und wenn sich die Leute, die mein Album hören, etwas davon rausziehen können, ist das für mich natürlich ein tolles Gefühl, aber den Anspruch habe ich nicht.

AVIVA-Berlin: Angesprochen auf die Boulevardpresse, welche Schlagzeile hat Dich am härtesten getroffen?
Sabrina:
Alles, was erlogen war. Alles was unter die Gürtellinie ging. Sie belästigten sowohl meine Freunde als auch meine Familie. Im Allgemeinen kann ich sagen, alles was nicht mit meiner Musik zu tun hatte, ging sie nichts an.

AVIVA-Berlin: Wie weit darf aus Deiner Sicht das Interesse an einer öffentlichen Person gehen?
Sabrina:
Das ist eine gute Frage. Ich denke einfach, dass alles was privat ist, privat bleiben sollte. Was nicht direkt mit dem Beruf zu tun hat, geht die Öffentlichkeit nichts an.

AVIVA-Berlin: Du hast mittlerweile auch ein Kind bekommen.
Sabrina:
Nein! Ich habe kein Kind bekommen, ich bin kinderlos.

AVIVA-Berlin: Und wer ist das Kind auf dem Album?
Sabrina:
Das ist Karl, das ist der Sohn von Martin Haas.
Das ist wie die unbefleckte Empfängnis. Es werden einem nicht nur Menschen angedichtet, mit denen ich angeblich was hatte, sondern auch noch Kinder!

AVIVA-Berlin: Auch wenn Du nun keine Mama bist, wie haben Deine eigenen Eltern auf Deine Karriere reagiert. Fanden sie das gut, oder haben sie die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen?
Sabrina:
Nein, für die war es nur wichtig, dass ich einen Schulabschluss habe und von dieser Seite abgesichert bin. Im Grunde genommen vertreten sie die Einstellung, wenn es mich glücklich macht, ist es für sie wünschenswert. Und mittlerweile gehören sie zu meinen größten Fans und besuchen mich auch auf Konzerten.

AVIVA-Berlin: Mit Deiner Aussage, nicht singen zu können, hast Du Xavier Naidoo einen totalen Gefallen getan. Dadurch sang er auf "Freisein" den Refrain und schaffte den Durchbruch. In welchem Verhältnis stehst Du heute zu ihm?
Sabrina:
Wir sehen uns aus Zeitmangel gar nicht mehr. Jeder macht seine Projekte und wenn wir uns sehen, schön, aber so haben wir keinen Kontakt mehr zueinander.

AVIVA-Berlin: Es gibt aber dennoch eine starke Zusammenarbeit der KünstlerInnen untereinander, die auf 3p sind. Wer wirkte diesmal auf SABS mit?
Sabrina:
Franziska, Cassandra Steen, Illumat!c und Moses Pelham sind zu hören. Es ist immer schön, wenn Talente aus dem eigenen Haus kommen und Lust haben, auf Deinem Album mitzuarbeiten. Deswegen war für mich nichts nahe liegender, als mir die Unterstützung direkt aus dem Hause 3p zu holen.

Weitere Informationen zu Sabrina Setlur: www.sabrina-setlur.de

Music Beitrag vom 14.10.2003 AVIVA-Redaktion 

   




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