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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 19.03.2004

Im Interview mit Nina C. Alice von Skew Siskin
Marie-Louise Leinhos

Live heizen sie ihrem Publikum nicht nur ein, sondern hinterlassen auch verbrannte Erde. Die Band um Sängerin Nina C. Alice hat sich im Laufe der Jahre erfolgreich im Rockbusiness etablieren können.



Skew Siskin gehört wahrlich zu den schrägsten Vögeln des Rockbusiness. So kommt der Bandnahme auch nicht von Ungefähr. Frontfrau Nina C. Alice machte sich bei der Namensgebung intensive Gedanken, denn die Musik und damit auch der Name sollte nach Freiheit und Überflug klingen.

Getroffen haben sich Jim und Nina, das Backbone von der Band, erstmalig 1989. Nina nahm gerade das Stück „You Are My Lucky Star“ mit Udo Lindenberg im Duett auf. „Ich sah ihn im Studio und dachte mir, ich quatsche ihn einfach mal an, er sieht cool aus und nach so jemandem suche ich eigentlich. Die Chemie stimmte sofort und nach kurzer Zeit spielten wir einander unsere Songs vor. Der Gedanke, gemeinsam eine Band zu gründen, stand anfangs nicht so im Vordergrund. Wir wollten erst einmal testen, ob wir auch gleicher Wellenlänge liegen„ so Nina.

Jim suchte eigentlich nach einem Gesangstalent und hatte in New York schon Ausschau gehalten. Da aber die Zusammenarbeit mit Nina so gut klappte, entschloss er sich, künftig mit ihr Songs aufzunehmen. Udo Lindenberg wollte jedoch zu dieser Zeit Nina bei dem Label Polydor unterbringen. Dies lehnte Nina jedoch total ab, da sie gesangstechnisch in Richtung Rock gehen wollte, und Probleme mit dem Majorlabel damit vorprogrammiert gewesen wären. Gesanglich orientierte sie sich zu dieser Zeit an Robert Plant von Led Zeppelin, Ozzy Osbourne, der damals noch bei Deep Purple sang und nicht zu vergessen Janis Joplin. Das waren die Maßstäbe, an denen sich Nina messen wollte.
Eines Tages kam sie zu Jim ins Studio und wollte demonstrieren, wie es klingt, wenn sie zu harten Vocals greift. „Meine Gesangtechnik war damals zwar nicht so ausgereift, aber als ich ihm den Song „Messer“ von Udo vorsang, fand er die Art und Weise wie ich die Klappe aufreiße so cool, dass er danach zu mir meinte: wir machen`s.“ Somit war der Grundstein für die Band gelegt. Der Name fiel der lebendigen Frontfrau quasi über Nacht ein. „Ich bin jemand, der gerne fliegt. Also wollte ich einen Bandnamen der etwas mit Vögeln zu tun hat. Nach einigem Überlegen kam ich dann auf „Skew Siskin“ und dachte, hey, klingt ja gar nicht schlecht und der Name passt zu der Musik, die ich machen möchte“, erzählt Nina grinsend.

Auf verschiedenste Art und Weise suchten Jim und Nina dann die restlichen Musiker zusammen. Ihnen war nicht wirklich klar, in welche Richtung es gehen sollte. „Erst 1991 stand dann die vorerst endgültige Zusammensetzung fest. Die Bands, die damals total angesagt waren, hatten für uns keine Bedeutung. Wir mochten weder Bon Jovi noch Guns N`Roses besonders. Im Laufe der Monate kristallisierte sich dann unser eigener Stil heraus, der sich bandtechnisch zwischen AC/DC und Motörhead ansiedelt: Sicherlich war die Tatsache, dass ich mit 13 mal eine Platte von Motörhead gehört hatte nicht ganz unschuldig“ lächelt Nina.

Nina wuchs im Westen von Berlin auf. Ihr Vater und ihre Mutter lebten damals in einer Art Hippie-WG. Früh entwickelte sie ihre Liebe zur Musik. Doch war der Klavierunterricht, den Nina mit 5 Jahren bekam, nicht die glücklichste Erstkonfrontation mit einem Instrument. Denn die Differenzen zwischen ihr und der Klavierlehrerin waren so heftig, dass Nina eines Tages einfach nicht mehr hin ging. Mit neun Jahren kramte sie dann in den Platten ihres Vaters. Sie stieß auf wahre Schätze, die auch ihren späteren Musikstil maßgebend beeinflussen sollte. Nina hörte sich alte Alben von Led Zeppelin, Pink Floyd und Black Sabbath an und bekam dadurch das Grundgerüst einer soliden Rockmusikerin vermittelt. Pink Floyds „Atom Heart Mother“ sollte ihr Gefühl für Musik prägen. Durch die Plattensammlung ihres Vaters hatte sie auch erste Berührungen mit Punk, der damals in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckte. Zwar waren Bands wie Ramones und The Clash in den USA schon bekannt, aber in Europa war die neue Musik-Strömung noch nicht gestrandet.
Natürlich war Skew Siskin zu dieser Zeit noch nicht einmal geboren und das Publikum für Nina’s Mädchenträume fand sie meist nur in sich selbst vor dem Spiegel.

10 Jahre später sollte sich aber das aber schlagartig ändern. Die zierliche Sängerin mit der Reibeisenstimme erinnert sich noch bestens, wie sie zum ersten Mal die Aggressivität in ihren Vocals entdeckte. “Das erste Mal Hard-Rock gesungen habe ich mit elf. Ich hörte Sweet und das Album von KISS „Kiss Alive“gehört zu meinen Lieblingsrockscheiben. Aber auch David Bowie war sehr wichtig für mich. Zu dieser Zeit nahm ich auch Jazztanz-Unterricht und bekam dadurch einen Bezug zu der Discomusik. Natürlich habe auch ich die BRAVO gelesen“ bekennt Nina schmunzelnd. „Dennoch, in meiner Kindheit war ich eher ein introvertierter Mensch. Meine extrovertierte Ader entdeckte ich später. Das brauchst man aber auch. Gerade wenn du als Frau im Metall-Bereich singst. Du musst dich behaupten können und darfst nicht erschrocken sein, wenn vorwiegend Männer im Publikum „Ausziehen“ brüllen. Ich fühle mich dadurch weder gesanglich noch äußerlich reduziert. Es ist eher eine schlechte Angewohnheit. Ein Vorurteil, gegen das ich gerne ansinge.“

Die enge Freundschaft zu Lemmy, der zusammen mit Nina auch schon Texte für Skew Siskin geschrieben hat, liest sich eher wie ein Märchen. Seit Jahren tourt die Band nun mit Mötorhead. Der Grundstein dafür wurde bereits 1992 gelegt. Und wie immer war das berühmte Demotape, das ein Freund der Band wiederum einem Freund weitergab, der ein Freund von Lemmy war, die Ursache. Letztendlich landete sie im Studio von Motörhead und Mr. Kilmister höchstpersönlich hörte sich die Cassette an. Lemmy war sofort begeistert und wollte unbedingt zusammen mit der Band recorden. Nina’s Reaktion darauf war erst mal verhalten und vorsichtig. Lemmys nicht gerade guter Ruf eilte ihm voraus und sie sah der Sache eher mit Skepsis entgegen, als begeistert in Freudentränen auszubrechen.

Bei einem großen Festival in Los Angeles traf Nina zum ersten Mal backstage auf Lemmy. Zwar hatte sie ihn schon immer für seine Texte bewundert, doch als er nur in Shorts und Jeansjacke, rumringt von drei Groupies vor ihr stand, fühlte sie sich in ihrer Meinung nur bestätigt. „Damals habe ich echt kein Wort herausgebracht und habe nur schnell das Weite gesucht“ erinnert sich Nina.

1994 jedoch bekam Nina ihre zweite Chance mit Lemmy in Kontakt zu kommen. „In diesem Moment fühlte ich mich „ready“, ging samt meines Managers auf ihn zu und meinte einfach: „Hallo ich bin Nina “. Er tourte gerade mit Motörhead in Europa und begriff sofort, was ich wollte. Spontan entschloss er sich dazu, seine Offdays in unserem Studio zu verbringen. Jim und ich holten ihn dann vom Flughafen ab. Wir hatten einen Song vorbereitet, zu dem er erst mal nur sagen sollte, ob er ihm gefällt. Lemmy setzte sich sofort ans Mischpult, hörte den Song und fragte mich anschließend, ob er etwas dazu schreiben darf. Spätestens da wurde mir klar, dass er uns wirklich gut findet. Ich war natürlich begeistert, und seitdem supporten wir Motörhead meist auf ihren Europatourneen.

Das aktuelle CD heißt „Album Of The Year“. Es dauerte länger als geplant, bis die Platte veröffentlich wurde. Denn neben einem neuen Label (Ulftone) haben Skew Siskin auch gleich den Manager ausgetauscht. „Bei der Auswahl des Namens wollten wir schon ein wenig vorgreifen. Sollte unser Baby eine in der Musikwelt eher unbedeutende Rolle spielen, hatten wir trotzdem unser persönliches Album des Jahres und allein diese Tatsache rechtfertigt den Titel“ so Nina’s schmunzelnde Antwort auf die Frage nach der Entstehung dieses vor Selbstbewusstsein strotzenden Titels.

Weitere Informationen und Tourdates: www.skewsiskin.net

Lesen Sie hierzu auch die Review des aktuellen Albums: „Album Of The Year“

Music Beitrag vom 19.03.2004 AVIVA-Redaktion 

   




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