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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 14.04.2004

Keren Ann - not going anywhere
Tatjana Zilg

Die französische Chansonnette singt auf ihrem dritten Album englisch. Eine sanfte und zugleich energievolle CD, mit der sie sich dem internationalen Markt stellt



Keren Ann Zeidel, eines der wichtigsten Talente der "Nouvelle Scène" des französischen Chansons, präsentiert ihr neues Album "not going anywhere" in englischer Sprache. Ein kleiner Widerspruch, der jedoch nicht die Freude an dem vielfältigen Album schmälern sollte, denn die Mischung aus sanften Balladen und schnelleren Popstücken überzeugt durch abwechslungsreiche Kompositionen und eindringlichem Gesang.

Fünf der elf Titel sind englische Adaptionen von Songs, die auf ihrem zweiten Album "La Disparation" (2002) schon in französischer Sprache zu hören waren: "Road Bin", "End Of May", "Spanish Song Bird", "Seventeen" und "Right Now & Right Here". Diese Stücke sind noch von der Zusammenarbeit mit Benjamin Bololay, dem großen Hoffnungsträger des "Nouvelle Chanson", geprägt. Gemeinsam schrieben und produzierten sie Keren Anns Debüt-Album "La Biographie de Luka Philipsen" (2000) sowie "La Disparition", zugleich wirkte Keren Ann an Biolays Debüt "Rose Kennedy" (2001) mit.

Die neuen Stücke - bis auf "Ending Song", der in einer Kooperation mit dem Bandleader der isländischen Gruppe Bang Gang, Bardi Johannsson, entstand - schrieb und komponierte sie im Alleingang. Die eindringliche Ballade "Ending Song" mit sich wiederholender knapper Lyrik und Melodie verführt zum sehnsüchtigen Träumen in einer geheimnisvollen Atmosphäre.

Chartverdächtig ist der treibende Beat des kraftvollen Songs "Sailor & Widow".
Konträr zum üblichen Chanson-Style reiht Keren Ann mit ihrer faszinierenden Stimme die Worte im Sprechgesang kaskadenartig aneinander:
Eine bizarre Liebesgeschichte zwischen einem Matrosen und einer Witwe mit überraschenden Ende.
Verspielte Melancholie dagegen prägt das Stück "Polly", unterlegt von sanften Gitarrenakkorden, leisem Glockenspiel und energievollem Trompetensolo.

Die wunderschöne klare Stimme von Keren Ann kommt in "Right Now & Right Here" zur vollen Geltung. In der zweideutigen Liebeserklärung singt sie mädchenhaft über eine Nacht am See mit orchestralem Ausgang.
Die Lyrik ist in allen Songs von einer poetischen Ironie gekennzeichnet, die zum Schmunzeln wie zum Sinnieren anregt.

Die 29-jährige Songwriterin wuchs im niederländischen Den Haag auf. Geboren wurde sie jedoch als Tochter eines russischstämmigen Israeli und einer Holländerin mit javanesischen Wurzeln in Caesaria, einem kleinen Ort unweit von Tel-Aviv. Im Alter von elf Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Paris. Dort lernte sie 1998 Benjamin Biolay kennen, mit dem sie ihr erstes Album schrieb und produzierte: "La Biographie de Luka Philipsen". Philipsen ist der Familiennamen ihrer Großmutter, "Luka" der größte Hit der von ihr bewunderten Suzanne Vega. Seit diesem gleich für mehrere "Victores" nominierten Debüt ist Keren Ann in Frankreich ein Star.

Aviva-Tipp: "not going anywhere" ist eine wunderschöne CD mit raffinierten, lyrischen Texten, sanften, aber kraftvollen Melodien und facettenreichen Gesang - vergleichbar mit dem Werk der Cowboy Junkies.

Mehr zur Künstlerin im Netz:
www.kerenann.com




Keren Ann
Not Going Anywhere

Label: Capitol, VÖ: 12.03.2004
ISBN/EAN: 7243-5931642-0
15,99 Euro000059458708"


Music Beitrag vom 14.04.2004 AVIVA-Redaktion 

   




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