Interview mit ICH + ICH - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

etage7
Aviva-Berlin > Music
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 
  Hier suchen, oder zur Sucheseite!


AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
 


AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2017




Happy Birthday AVIVA




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



<< Kleine Suche
Nutzen Sie gern unsere Suche in größerer Schrift!

TIPP: über den Zurück-Button Ihres Browsers kommen Sie erneut zur Suche.




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 19.02.2005

Interview mit ICH + ICH
Danielle Daum

Annette Humpe, Ex-IDEAL-Frontfrau und Musikproduzentin, steht wieder auf der Bühne. Gemeinsam mit dem Soul-Sänger Adel Tawil. Eine Kombination, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnte.



Annette Humpe ist reifer geworden und möchte es wieder wissen, wie es sich anfühlt, auf der Bühne stehen. Sie präsentiert nun zusammen mit dem jungen Berliner Produzenten und R n B-Sänger Adel Tawil ihr neues Projekt ICH + ICH. AVIVA-Berlin-Redakteurin Danielle Daum hat die beiden im Februar 2005 zum Interview in Berlin getroffen und mit ihnen über das gleichnamige, Anfang April erscheinende Album gesprochen.

AVIVA-Berlin: Im Pressetext zu eurem Album heißt es "es hätte einfach gefunkt (musikalisch)", als ihr euch das erste mal begegnet seid. Wie kam es zu dieser Begegnung und was hat euer beider Interesse aneinander geweckt?
Annette Humpe: Adel hat im Studio ein Demo gesungen, und zwar ein Stück, daß ich geschrieben hatte. Er wollte dem Schauspieler, der das Stück eigentlich singen sollte nur zeigen, wie er es machen soll. Als ich´s gehört habe, war ich total begeistert sagte ganz spontan: "Warum singt Adel das denn nicht gleich? Das ist doch prima so, ich möchte das lieber mit ihm machen!"

AVIVA-Berlin: Euer musikalischer Background ist sehr verschieden, wie habt ihr es geschafft, trotzdem einen gemeinsamen Nenner zu finden?
Annette Humpe: Na, das ist ja gerade das Interessante! Wenn man offen ist, und das sind wir beide, dann ist es einfach inspirierend, wenn jemand aus einer anderen Kultur kommt und einen anderen Musik-Geschmack hat. Das ist wie ein neues Gewürz, eine neue Zutat.

AVIVA-Berlin: Wo ordnet ihr euch mit Ich + Ich musikalisch ein?

Adel Tawil:
Emotionale deutsche Popmusik. Genau das ist es!

AVIVA-Berlin: Ist es richtig, daß das Album ursprünglich als eine Solo-CD von Adel geplant war? Wann und warum habt ihr euch zu einem gemeinsamen Projekt entschieden?
Adel Tawil: Wir fingen einfach an, ein paar Songs zu machen. Ich hab gesungen und Annette hat die Texte geschrieben. Sie wurde immer kribbliger und hat dann irgendwann mal ein paar Takte gesungen und da merkten wir, daß unsere Stimmen richtig super harmonieren, meine tiefe, männliche und ihre klare, helle und wir dachten nur: "Hey, das ist super, das machen wir zu zweit!"
Am Anfang stand kein konkreter Plan, es war eher ein langer Prozess.
Annette Humpe: Außerdem gibt´s kaum ICH und ICHetwas mit so vielen Gegensätzen: alt-jung, Mann-Frau, verschiedene Kulturen. Das fand ich spannend. Am Anfang denkst du nicht an das Publikum, du machst es, weil es Spaß macht.
Adel Tawil: Wir hatten auch keinen Deal!
Annette Humpe: Ich denke so nach dem 5. Stück kristallisierte sich langsam heraus, was es werden sollte. Wir zu dem Zeitpunkt haben wir es dann auch Freunden von einer Plattenfirma vorgespielt und hatten sofort einen Deal.
Adel Tawil: Aber es war wirklich lustig. Wir saßen so voreinander und dachten: "Wollen wir das jetzt wirklich mache?"

AVIVA-Berlin: Ihr habt 2002 angefangen, an dem Album zu arbeiten. Bitte erzählt etwas über den Entstehungs-Prozess, zwei Jahre sind eine lange Zeit...
Annette Humpe: Wir haben vorher noch ein anderes Projekt zusammen gemacht und so was braucht Zeit, das muß wachsen. Wenn wir permanent daran gearbeitet hätten, hätten wir es letztes Jahr fertig bekommen können, aber...
Adel Tawil: ...mit den eigenen Sachen ist es immer schwieriger. Wir arbeiten ja beide mit anderen Künstlern und da ist es wirklich einfacher. Aber von seinem eigenen Projekt Abschied zu nehmen, ist was anderes. Das Songwriting ging super schnell, aber was die Produktion angeht war es schon ein ganz schöner Akt, unsere beiden Welten so miteinander zu verbinden, daß es cool kommt.

AVIVA-Berlin: Was ist zuerst da, der Text oder die Musik?
Adel Tawil: Meistens die Texte.
Annette Humpe: Ja, ich finde es schwerer einen guten Text zu machen, als Melodien oder Rhythmen zu finden. Die liegen irgendwie in der Luft, man muß sie nur aufnehmen. Aber einen Text zu schreiben, das ist nicht so einfach. Weißt du, für mich ist ein guter Pop-Song wie ein Polaroid - mit wenigen Worten erzählst du eine Geschichte. Auf einem guten Bild siehst du an der Haltung der Leute, wie sie zueinander stehen. Du weißt sofort, was los ist. Und so muß es in einem guten Pop-Stück auch sein. Hinter dem Vordergründigen muß noch eine zweite Ebene liegen.

AVIVA-Berlin: Was inspiriert euch zu den Texten?
Annette Humpe: Mein Leben inspiriert mich. Ich singe nur von den Dingen, die ich selber erlebt habe, die ich kenne. Das ist alles die Wahrheit!
Adel Tawil: Irgendwie hat jeder Text eine Verbindung zu mir. Ich kann einen Text grundsätzlich nur singen, wenn ich einen Bezug dazu habe.

AVIVA-Berlin: Die Texte sind alle recht melancholisch: Es geht um Sucht, Verzweiflung, Trauer, Leidenschaft und der Suche nach Liebe. Läuft eurer Meinung nach etwas falsch, sind zwischenmenschliche Beziehungen schwierig geworden?
Annette Humpe: Nee, ich finde es war immer das Schwerste auf der Welt, gute Beziehungen zu führen oder Liebe zu leben. Vielleicht war´s vor 100 Jahren einfacher, weil man einfach gar nicht diese Freiheit hatte. Heute darf man sich trennen, sich scheiden lassen, man darf viele Partner haben, man darf machen, was man will. Diese Freiheit hat natürlich auch ihren Preis.

AVIVA-Berlin: Wenn ihr euch in euren Texten mit einem konkreten Thema auseinander setzt, z.B. Drogen oder Liebe, geht ihr da auf Grund des Altersunterschiedes nicht komplett anders heran und wenn ja, wie findet ihr zueinander?
Adel Tawil: Jeder hat halt seine eigenen Geschichten und identifiziert sich anders damit. Ich habe Freunde, die drogenmäßig total abgestürzt sind. Annette hat ähnliche Erfahrungen vielleicht vor zwanzig Jahren gemacht.
Annette Humpe: Ich denke auch, selbst wenn du ICH und ICHerst 26 bist, hast du schon mal Schmerz empfunden. Aber Adel neigt viel weniger zur Melancholie, als ich. Das schätze ich so an ihm. Er ist wie Vitamin C für mich. Er sieht immer alles positiv, ist relaxed, wenn ich schon am Rad drehe.

AVIVA-Berlin: Wie kommt ihr, mal abgesehen von der Arbeit, miteinander klar? Ihr steht ja beide in ziemlich unterschiedlichen Lebenssituationen. gibt´s trotzdem Gemeinsamkeiten?
Annette Humpe: Ich kümmere mich gerne um mein Kind, wenn wir nicht arbeiten. Aber mein Sohn Anton liebt Adel. Wenn ich ihm irgendwas unterjubeln will, sag ich einfach "das hat Adel auch, das zieht Adel auch an".
Adel Tawil: Die Wollmütze im Winter! "Hat Adel auch, ganz tief trägt er die immer, über den Ohren!"

AVIVA-Berlin: Annette, du warst mit deinem 12 jährigen Sohn Anton über Weihnachten auf Sri Lanka. Willst du darüber sprechen?
Annette Humpe: Wir hatten einfach super Schutzengel! Wir waren mitten drin! Das Hotel war direkt am Meer. Im Urlaub sind wir Frühaufsteher. Wir waren um 8 Uhr schwimmen, um 8.30 Uhr frühstücken. Dieser Raum ist später komplett geflutet worden. Anschließend sind wir nach oben gegangen, weil ich Anton noch eincremen wollte und auf ein mal geht es los! Wir waren im 1. Stock und das Wasser stieg bis zum Balkon hoch, ging dann wieder zurück und dann zog sich das Meer so weit zurück, daß du´s nicht mehr sehen konntest. Ich hatte vorher schon Bücher über Tsunamis gelesen und wusste: "jetzt wird gerannt!" Als die zweite und weitaus stärkere Welle kam, hatten wir es gerade geschafft, uns auf einem nahegelegenen Berg in Sicherheit zu bringen. Dann saßen wir dort oben 24 Stunden fest, haben auf der Erde geschlafen... Aber ich fahr´ da wieder hin. Auf jeden Fall. Ich möchte mich einfach bei den Singhalesen bedanken, die wirklich ihr letztes Trinkwasser und ihren letzten Reis mit uns geteilt haben. Es war wirklich unglaublich, was ich dort an Menschlichkeit erfahren habe. Das möchte ich nicht missen. Ich bin alleinerziehende Mutter und verreise viel mit meinem Sohn. Er hat schon gesagt, daß er dieses Jahr einfach ein ganz normales Weihnachten möchte, mit Tannenbaum usw.

AVIVA-Berlin: Gibt es konkrete Pläne, wie es weitergehen soll oder laßt ihr auch das einfach ganz locker auf euch zukommen?
Annette Humpe: Wir wollen viel Liebe geben und viel Liebe bekommen. Und erfolgreich sein.

AVIVA-Berlin: Ich danke euch beiden für das Interview und wünsche euch alles Gute und viel Erfolg.
Annette Humpe: Danke, dir auch alles Gute.
Adel Tawil: Danke, gleichfalls.

Mehr Infos zu ICH + ICH und die Tourdaten unter:
www.ich-und-ich.de


Music Beitrag vom 19.02.2005 AVIVA-Redaktion 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken