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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 15.03.2005

Hélène Grimaud spielt Chopin und Rachmaninov
Ruth Niehaus

Denen, die das Konzert in Berlin verpaßt haben sollten, sei die neue CD ans Herz gelegt. Und allen anderen auch: Die Pianistin und Wolfshüterin hat schon so manchen Klassikmuffel bekehrt.



Musik dringt in die Seele und bemächtigt sich ihrer auf die energischste Weise, sagt Platon. Es muß, wenn nicht gerade jemand musizierte, aber ziemlich ruhig gewesen sein bei den alten GriechInnen. Fahrstuhlmusik, das Wort Lärmemission und Dudelfunk gab es noch nicht.

Also, Radio aus, Fenster geschlossen, ich lege mich hin und mache n i c h t s nebenher. Ich lese auch nicht, und, wie damals, als meine Lieblingsplatte noch "Revolver" von den Beatles war, bin ich ganz Ohr.

Und dann entfaltet sich die wunderbare Wirkung von Grimauds´ farbenreichem Spiel. Die Musik erzählt nicht von leichten Stimmungsschwankungen, die sich in einer lauen Mittellage einpendeln, sondern von abgrundtiefer Trauer, Verzweifelung an der Welt und Resignation. Es zerreißt einem das Herz und es gäbe keinen Grund mehr, vom Sofa aufzustehen, wenn aus diesen dunklen Tälern kein Weg hinaus führen würde. Doch diese Wege gibt es und sie klingen nach Überwindung, lichter Freude und Mut.

Frédéric Chopin (1810 - 1849) und Sergej Rachmaninov (1873 - 1943) sind wichtige Größen in Grimauds´ musikalischem Kosmos, Schöpfer und Interpreten eines umfangreichen Repertoires für ihr Instrument, "zwei Könige des Klaviers".
Chopin begleitete sie schon durch Kindheit und Jugend. Die ersten Sätze seiner zweiten Sonate waren Teil der Aufnahmeprüfung zum Pariser Conservatoire.

Für den Abschluß des zweiten Studienjahres standen einige Etüden von Chopin auf dem Programm. Doch die 15 jährige Hélène wollte große Werke spielen, große Konzerte, und zwar sofort. Ohne Wissen ihrer Professoren, die an ihrer Sturheit schier verzweifelten, probt sie in Aix mit dem Orchester ihres alten Konservatoriums.
Aus Gründen der Archivierung wird das Konzert aufgenommen. Triumphierend kehrt sie, mit dem Beweis ihrer Fähigkeiten, nach Paris zurück. Zufällig hört ein bedeutender Plattenproduzent den Mitschnitt... .Hélène aber beharrt darauf, für ihre erste Platte die zweite Klaviersonate von Rachmaninov zu spielen. Und so geschieht es.

Chopin trat mehr und mehr in den Hintergrund, bis Hélène Grimaud im vergangenen Jahr in Tokio einem Chopin-Recital von Maurizio Pollini lauschte und die Begeisterung wieder aufflammte. Sie erkannte, wie wunderbar Chopins b-moll-Sonate zu Rachmaninovs Sonate Nr. 2 paßt, daß es Ähnlichkeiten gibt, in der Weise, wie beide von Leben und Leid singen.

AVIVA-Tipp: Taschentücher bereit halten.

Ebenfalls im Februar 2005 ist Hélène Grimauds Autobiographie "Wolfssonate" erschienen.


Hélène Grimaud
Chopin, Rachmaninov

Deutsche Grammophon, VÖ: 14.02.2005
ISBN/EAN 028947753254
16,99 Euro


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Music Beitrag vom 15.03.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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