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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 29.03.2005

Erika Stucky - Princess
Tatjana Zilg

Eine Prinzessin der schrägen Töne und der hohen Kunst des zynischen Humors ist die Amerikanerin aus dem San Francisco der Post-Hippie-Ära. Jazz jenseits von Barmusik und Bossa Nova



Das Cover verspricht nicht zuviel: An der Seite wurden kleine grüne Kügelchen eingeschweißt, die sich beim genaueren Hinsehen als Erbsen entpuppen. So ungewöhnlich und skurril wie diese Design-Idee ist auch die Musik der Vokalkünstlerin.

Neben Eigenkompositionen finden sich sechs Cover-Versionen auf ihrem dritten Album. Verwirrend ist es, zunächst deren Herkunft zu lesen: Prince, Kurt Cobain, Michael Jackson, Freddy Mercury und ein Elvis-Song von Jerry Leiber und Mike Stollery. Wie verbinden sich diese Ikonen der Pop- und Rockgeschichte mit Jazz? Erika Stucky kreiert mit ihrer sympathischen und gleichzeitig sehr prägnanten Stimme geniale Jazz-Rock-Konstruktionen, die allein durch die Außergewöhnlichkeit und dem bizarren Kontrast zum Original faszinieren.

Die Multi-Performance-Künsterlin hat Brooklyn/New York zu ihrem gegenwärtigen Arbeitsort gewählt. Zuvor durchlief sie die unterschiedlichsten Stationen, die alle ihre Spuren hinterließen: In den 60er Jahren wuchs sie in San Francisco auf, wo sie unmittelbar die Einflüsse der erwachenden Hippiekultur genießen konnte. The Monkees, Nancy Sinatra, Donovan und das Musical "Hair" beeindruckten das sicherlich schon damals sehr aufgeweckte Mädchen. Doch im nächsten Jahrzehnt verschlug es die Familie in das Schweizer Bergdorf Mörel.
Nun fand sie sich urplötzlich inmitten von Trachtenvereine und Jodelchören in sehr ländlicher Umgebung wieder. Zudem war sie konfrontiert mit dem Schwytzerdytsch, das - im Kontrast zum amerikanischen Englisch - ihre Begeisterung für das Skurrile mit entfacht hat.
Als Erwachsene entflieht sie den Bergen in die Metropole Paris, um dort eine Ausbildung als Jazzsängerin zu absolvieren. Da dies jedoch nicht reicht für ihre vielfältigen Intentionen, schließt sie sofort ein Schauspielstudium an. Mitte der Achtziger formiert sie die Sophisticrats, eine A-Capella Frauen-Combo begleitet von einem Bassspieler, ihrem späteren Ehemann. Zwei CDs und über 500 Konzerte sind die erfolgsversprechende Bilanz, mit der 1991 das nächste größere Projekt angestoßen wird: Mit einem Schweiz-Amerikaner und dem französisch-schweizerischen Bassisten der Sophisticrats entwirft sie einen imaginären Ort, der die Gemeinsamkeiten dieser heimatlosen Seelen vereint - Bubble-Town. So wird aus Frau Stucky Mrs. Bubble. 1997 findet sie in den Posaunisten Ray Anderson und Art Baron und dem Tubisten Jose Davila weitere Gesinnungsgenossen und gründet Mrs. Bubble & Bones. Mit dem gleichnamigen Debüt "Bubbles & Bones" (2001) und dem folgenden "Lovebites" (2003) überzeugte sie die internationale Szene von der Qualität ihres markanten, ganz eigenen Jazzstils.

AVIVA-Tipp: Leichte Kost ist dieses Album keinesfalls. Der Kontrastreichtum, die bizarren Töne und die ausgeprägte Stimme erzwingen die ganze Aufmerksamkeit der Zuhörerin/des Zuhörers. Wer Musik jenseits des Mainstream mag, wird sich aber schnell in diese Gauklerin der Jazzmusik verlieben. Zudem empfehlenswert als Muntermacher nicht nur nach dem Frühaufstehen oder als geniales Highlight für die nächste Party.


Erika Stucky - Princess
Label: Traumton Records, Indigo. VÖ 25.04.2005
ISBN/EAN: 705304575628,
20,00 Euro005098709308"



Music Beitrag vom 29.03.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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