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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 03.11.2005

Scout Niblett - Kidnapped by Neptune
Chrizzi Heinen

Kraftvoll und mutig präsentiert sich die US-Amerikanerin auf ihrem dritten Album. Die Lieder der 31-jährigen bewegen sich zwischen Gelassenheit und Ausbruch und bleiben inhaltlich rätselhaft.



Auf dem 2003 erschienenen Album "i am" (2003) instrumentalisierte Scout Niblett primär das Schlagzeug als Gegenspieler für ihre Stimme. Diese radikale Reduktion erzeugte einen interessanten Antagonismus und ließ viel Freiraum für den autonomen Charakter ihrer Stimme.

Auf dem diesjährigen Album "kidnapped by neptune" werden durch eine dichtere Instrumentation auch klarere Strukturen erkennbar.
In dem Eingangssong "hot to death"singt sie "it starts with the sound of a lonely girl / rocking in her own world". Aus diesen Zeilen, die sie mit einem ruppigem Schlagzeugrhythmus begleitet, kann eine explizite Selbstbeschreibung der Künstlerin herausgehört werden. Doch bleiben Texte des gesamten Albums durchweg fragmentarisch, so dass Inhalte unklar bleiben. Eine Grunge-Gitarre verstärkt die Linien ihrer bizarren und impulsiven Melodien und verschleiert die Textideen auf verspielte Weise. In dem Stück "this city" stolpert gekonnt ein originelles Klavierspiel hinein, das den Gesang vergleichbar mit einer romantisch-verklärten Liederreise begleitet.

Die insgesamt fünfzehn Stücke ihres Albums werden von einer kraftvollen, grotesken und wunderlichen Grundstimmung durchzogen, die nur selten eingängig klingt. Dies macht es der Hörerin nicht leicht, sich Nibletts musikalisch-unabhängiger Welt anzunähern. Ihre Musik ist ungewöhnlicher als das Repertoire von Kolleginnen wie PJ Harvey und Catpower, mit denen Niblett nur allzu oft assoziiert wird. Sie selbst sieht sich lieber neben alten Grunge-Heroen wie Nirvana oder ordnet sich den "No-Wave" -Künstlern Sonic Youth unter, die in ihren Anfängen auf gestimmte Gitarren verzichteten. Dies lässt erahnen, dass es ihr kein Anliegen zu sein scheint, sich dem Bild einer "stereotypisch-weiblichen Singer-Songwriterin" unterzuordnen. Was darunter heutzutage zu verstehen ist, kann keine Definition festhalten. Doch rufen alle drei Frauen (PJ Harvey, Catpower, Niblett) Klischees wach, die der bestimmten Vorstellung von einer so genannten "Antiheldin" und dem paradox anmutendem Begriffspaar "Zerbrechlichkeit und Zerstörung" entspringen. Dass derartige Terminologien nicht auch männlichen Songwritern zugeordnet werden können, sei dahingestellt.

In "Wolfie" besingt Scout Niblett die Beziehung zu einem Freund, der wie ein Wolf ausschaut. Doch nicht nur inhaltlich verbindet ihre Stimme das Menschliche mit dem Tierischen. Ein mit ihrer zügellosen Stimme assoziierter Dilettantismus ist jedoch unberechtigt: Niblett macht stimmliche Ausbrüche zu einem legitimen Bestandteil einer Melodielinie und unterstreicht dadurch Textinhalte. Uneindeutige Tonhöhen sind nicht Kennzeichen für Laienhaftigkeit, sondern für intuitive Ausdrucksstärke und komplizierte Unberechenbarkeit.

Derartig Unvorhersehbares mag man von ihrem Auftritt erwarten, den die perücketragende Solokünstlerin am 07.11.2005 um 21 Uhr als Support für das musikalische Schwesternduo Cocorosie in der Volksbühne bestreitet.

Mehr über die Sängerin erfahren Sie unter www.scoutniblett.com



Scout Niblett
Kidnapped by Neptune

Label: Indigo Musik GmbH, VÖ: 2005
EAN: 0644918016120jsessionid=fdc-dqj4oq06sm1.www07?"

Music Beitrag vom 03.11.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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