Leave that thing behind von Katja Werker - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

etage7
Aviva-Berlin > Music AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Chanukka 5778




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 20.04.2006

Leave that thing behind von Katja Werker
Silvy Pommerenke

Die neue Werker ist da. Da kann man nur sagen: Endlich, endlich, endlich! Ganze sechs Jahre hat sie auf sich warten lassen, und in der Zwischenzeit ist viel geschehen. Nämlich...



...sie tauschte ihr Girlie Oufit und den streng gekämmten Scheitel gegen Hosen im Military Look und stylisch verschnittene Haare ein. Der gesellschaftsfähige Neo Punk lässt grüßen. Überdies lässt sie uns wissen, in der Vergangenheit viel Punkmusik gehört zu haben - glücklicherweise werden diese Wurzeln geschickt verborgen - und irgendwie mag man ihr das auch nicht richtig abnehmen. Punk und Werker sind wie Nord- und Südpol. Einfach gegensätzlich. Was sonst noch geschah? Sie trug die eine oder andere Liebe zu Grabe (daher auch der Albumtitel), gebar ein Kind, und musikalisch tauschte sie die schwarze Acoustic-Gitarre gegen viele Elektrische ein.

Die sechs Jahre Wartezeit waren einerseits hart, weil man sich so sehr nach einem neuen Album sehnte, andererseits war und ist ihr Debutalbum "Contact myself" (was insofern nicht ganz stimmt, weil ihr erstes Album "What the bird said" 1999 in Kleinstauflage auf Vinyl gepresst wurde, jetzt aber als handmanufactured edition auf CD erwerblich ist) eines der besten Singer-Songwriter Alben der letzten Dekade. Wenn man auf eine einsame Insel nur einige wenige Platten mitnehmen könnte, so wäre der "Erstling" von Katja Maria Werker gewiß dabei. Das späte 2006er Album hat freilich gute Chancen, auch mit dorthin genommen zu werden. Und als wolle sie uns für die lange Wartezeit entschädigen, ist das nächste Album mit dem Arbeitstitel "Beautyfull sky" bereits fertig geschrieben und steht in den Startlöchern, um im Sommer aufgenommen zu werden

Katja Werker ist ein wenig rockiger und moderner geworden. Hat sich des Kunstnamens Maria entledigt, und neben der akustischen Gitarre nun auch E-Gitarren und ein Banjo dabei. Alles wirkt leichter und lebendiger. Weniger dramatisch. Was bleibt, ist ihre wirklich beschwörende Stimme. Anspieltipps: "Bullet in my head" und "Very hard time".

Obgleich sie bei dem Abschlusskonzert ihrer diesjährigen Tournee im Maschinenhaus der Kulturbrauerei Berlin etwas ermüdet wirkt, tut dies ihren Songs keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil. Sie schafft eine derart intime Atmosphäre auf der Bühne, dass man fast das Gefühl hat, sie sänge nur für eine alleine. Diese Intimität, die sie durch ihre nuschelnde, flüsternde, hauchende Stimme hinbekommt, ist wirklich erstaunlich. Andere MusikerInnen brauchen für solch eine Bühnenpräsenz ein großes Orchester oder große Gesten. Die Werker überzeugt hingegen durch ihre leisen Töne. Im Gegensatz dazu stehen die langen Ansagen zwischen den Liedern, die erstaunlich erfrischend und munter sind. Sie plaudert mit dem Publikum, als wäre es ein privates Kaffeekränzchen. Und wer bei ihren leisen melancholischen Liedern auf Betroffenheitsansagen gewartet hat, der wird überrascht sein, wie witzig und vor allem nordisch sie daherkommt. Nordisch by nature!
Auch wenn sie drei der alten Songs nicht mehr, oder noch nicht, spielen will - sie nennt sie "Wunden-Lieder" ("Contact myself", "Music is the only language" und "The streets of Africa") - wird dies zwar vom Publikum bedauert aber gleichzeitig verständnisvoll aufgenommen, denn selten hat jemand so charmant seine (ihre) Grenzen gezogen. Und wenn man ganz viel Glück hat, dann holt sie noch zum Abschluss ihr vierjähriges Kind auf die Bühne. Das rotiert dann ganz selbstvergessen auf dem quietschenden Drehstuhl, krabbelt vertrauensselig zu Mama Katja, wenn diese im knien ihr Gitarrensolo spielt, legt sich in deren Schoß, und die Mutter rockt, was das Zeug hält. Dass es so etwas gibt, erstaunt. Dass so etwas geht, das sieht man. Mutterliebe in ihrer schönsten Form!

Weiterhören: Rickie Lee Jones und Cat Power.

AVIVA-Tipp: Gitarren-Pop-Perlen für Fortgeschrittene! Katja Werker, die seit ihrem vierten Lebensjahr Gitarre spielt, hat uns ganz viel zu geben. Und man kann nur hoffen, dass ihr Kind, das mittlerweile auch schon eine Gitarre hat, in ihre Fußstapfen treten wird!

Katja Werker im Netz: www.katjawerker.de und www.spv.de/katjawerker

Katja Werker
Leave that thing behind

Label: SPV, VÖ: Januar 2006
EAN: 0693723703626
16,99 Euro90008115&artiId=5213722&nav=5247"

Music Beitrag vom 20.04.2006 Silvy Pommerenke 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken