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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 13.03.2006

Neko Case - Fox Confessor Brings The Flood
Tatjana Zilg

Die Country Noir - Lady legt ihr viertes Soloalbum vor. Rauchig-helle Stimme, rockige Gitarrenklänge, düster-melancholische Texte. Listig und clever wie der Fuchs, der über das Layout strolcht.



Der Fuchs-Prediger ist eine Figur aus der russischen Mythologie und steht für Vertrauen und Glauben – dieses Bild entstand in Neko Case erst nach Beendigung des Albums. Es entwickelte sich zuvor unbewusst-instinktiv als roter Faden während des kreativen Prozesses. So klingt jeder der zwölf Titel frisch und ungezwungen, und trotzdem gehen sie harmonisch ineinander über. Der intuitive Ansatz ist sicherlich ein notwendiger Ausgleich für die hohe Intellektualität der Country-Sängerin des neuen Jahrtausends. Wer sich mit ihrer Biographie beschäftigt, wird schnell merken, dass sie mit einem sehr hohen Anspruch und vielen ausgesprochen cleveren Ideen an ihr musikalisches Schaffen herangeht.

Die Amerikanerin und temporäre Wahlkanadierin mit den roten, langen Haaren und den feinen Gesichtszügen wusste früh, was sie will in der Musikszene: Schon mit ihrer ersten Band Maow spielte sie eine eigenwillige Mischung aus Punk und Country.

Nur eine CD veröffentlichte sie mit Maow - "Unforgiving Sound of Maow" – dann schlug sie Solopfade ein. Ihr erstes eigenes Album "The Virginian" war geprägt von Cover-Versionen. Es folgte ein Duett "The Other Woman" mit der kanadischen Singer-Songwriterin Carolyn Mark unter dem Band-Namen "Corn Sisters".
Der große Durchbruch gelang ihr 2000 mit dem Album "Furnance Room Lullaby". "Blacklisted", das Follow-Up, zwei Jahre später, erhielt weltweit gute Kritiken.
Kurz zuvor, 2001, überraschte sie mit dem in ihrer Küche aufgenommenen Unplugged-Album "Canadian Amp", ein bemerkenswertes Intermezzo mit weiteren eindrucksvollen Cover-Versionen (unter anderem Neil Youngs "Dreaming Man").
In Vancouver schlossen sich im Jahr 2000 lokale Musikergrößen wie Carl Newman und John Collins zu der Band The New Pornographers zusammen. Neko Case singt und spielt Tamburin für die Pornographers auf drei Alben.
Die Zusammenarbeit wurde aber von dem Fakt erschwert, dass sie nach dem Studium wegen des Einwanderungsrechts nicht in Kanada wohnen bleiben konnte und nach Chicago zog.
2004 veröffentlichte sie das Live-Album "The Tigers Have Spoken" mit Konzert-Mitschnitten eigener Stücke, neuen Titeln sowie Cover-Versionen.

Sanft, zart, anschmiegend, und dann wieder messerscharf, traurig und melancholisch zeigen sich die zwölf neuen Songs auf "Fox Confessor Brings The Flood". Eine besonders ansteckend-optimistische Grundstimmung strahlt "Star Witness" aus. Schwelgend, fast heiter klingt hier die einzigartige Stimme der Country-Lady, längere Instrumental-Soli lassen viel Raum zum Nachsinnieren des tiefgründigen Textes - der passende Sound zum Wegträumen in innere Landschaften mit unendlich-weitem Horizont in der Ferne. Auch der Folgetrack "Hold On, Hold On" hält diese überraschend positive Grundstimmung.
"A Widow`s Toast" bietet mit reinen Vokals, ergänzt durch vereinzelte Saitenklängen, die Möglichkeit, die ausgefeilte Stimme von Neko Case in ganzer Stärke zu genießen. Tragisch-weitschweifende Atmosphäre bestimmt den Song "Fox Confessor Brings The Flood" – mit den düsteren Basstönen könnte er aus einem Jim-Jarmusch-Soundtrack stammen.
Moritat-Charakter hat "Dirty Knife" im finster-narrativen Stil. Der Kontrast von harmonischen Akkorden und hauchzartem Background-Gesang lässt den Song zu einer geheimnisvoll-mystischen Kreation werden.

Zu "Maybe Sparrow", einer zärtlich-anmahnenden Hymne an einen kleinen Vogel mit einer tragend-sensiblen Melodie, steht auf der Labelwebsite ein Video zum Download bereit.
Bizarr-fragile Zeichnungen kombiniert mit Realbildern zeigen ein zierliches Mädchen in einem folkloristisch anmutendenden Kleid in Überblendungen mit der gitarrespielenden Neko Case. In surrealer Art werden indianische Symbole und moderne Technik wie Flugzeuge und ähnliches eingebunden.

Das Booklet sorgt auf dem ersten Blick für Erstaunen, denn für jeden einzelnen Song werden sorgfältig alle beteiligten MusikerInnen aufgezählt, aber auf einem Abdruck der Songtexte wird verzichtet. Auf dem zweiten Blick ist es jedoch viel schöner, sich mit visueller Unterstützung der doppelseitigen Zeichnungen, Collagen und Fotografien eigene Assoziationen zu den poetischen Texten zu machen.

Ein beachtliches Set an GastmusikerInnen hat die charismatische Neko bei ihrem vierten Soloalbum unterstützt: Garth Hudson (The Band), die Sadies, Kelly Hogan, Howe Gelb (Giant Sand), und Joey Burns sowie John Convertino von Calexico.

AVIVA-Tipp: Das liebevoll-spitzfindige Layout der CD hält, was es verspricht: Tiefsinnige, intelligente Songs, die eindeutig ins Country-Genre gehören und sich dennoch in erstaunlicher Weise an allen Ecken und Enden über jegliche Genre-Grenzen hinwegsetzen. Viele Gesichter hat die Musik der Neko Case, so wie die vielen rotbemähnten Frauenköpfe, die das Mädchen und der Fuchs auf dem Backcover bewundern.
Auf jeden Fall nicht nur für LiebhaberInnen von avantgardistischer Countryrockmusik geeignet, sondern auch eine hörenswerte Abwechslung für alle, die sich manchmal nach Wegen jenseits der gängigen Popklänge sehnen, aber nicht so recht wissen, wo sie mit der Suche beginnen sollen.

Website von Neko Case mit mp3s zum Reinhören in das aktuelle Album
www.nekocase.com

Label-Website mit Videos und anderen Downloads
www.anti.com/artist.php?id=13


Neko Case
Fox Confessor Brings The Flood

Label: Anti, erschienen 03.03.2006
EAN: 8714092677720
Preis: 17,49 Euro90008115&artiId=5289578&nav=5247"


Music Beitrag vom 13.03.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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