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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 09.05.2007

Ehrung von Hans Rosenthal
Tonia Aurfali

Zur Erinnerung an den deutsch-jüdischen Showmaster Hans Rosenthal trägt die "Sportanlage Kühler Weg" künftig seinen Namen. Eine Gedenktafel wurde am 29. April 2007 während eines Festaktes enthüllt.



Eine 90 x 67 cm große Gedenktafel aus Messing ziert die "Hans-Rosenthal-Sportanlage" in Eichkamp im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Festakt zur Umbenennung der ehemaligen "Sportanlage Kühler Weg" fand am Sonntag, den 29. April 2007 um 14:00 Uhr statt. Die zahlreich erschienenen Gäste, darunter wichtige VertreterInnen aus Politik und Sport wie Sportstaatssekretär Thomas Härtel und der Ehrenpräsident des Berliner Fußball-Verbands Otto Höhne erinnerten gemeinsam mit der Familie Rosenthal an den begnadeten Entertainer und begeisterten Fußballer Hans Rosenthal.

Bereits im vergangenen Jahr wurde, angeregt durch den jüdischen Verein "TuS Makkabi", die angrenzende Sportanlage "Am Eichkamp" zu Ehren des jüdischen Fußballspielers Julius Hirsch feierlich in "Julius-Hirsch-Sportanlage" umbenannt. Makkabi wurde es nach jahrzehntelanger Suche überhaupt erst 2005 ermöglicht, das Sportgelände in der Nähe des Funkturms zu übernehmen und damit einen Sitz in Berlin zu finden. Kein leichtes Unterfangen war dann die Umbenennung in "Julius-Hirsch-Sportanlage", denn "Tennis Borussia" (TeBe) Berlin und der "SC Charlottenburg" (SCC) suchten dies zu verhindern, da es ihrer Meinung nach nicht ausreichte, Jude zu sein, um eine Namensehrung zu erhalten. Dabei verkannten sie jedoch, dass Julius Hirsch vor dem Ersten Weltkrieg höchst erfolgreich in der deutschen Nationalmannschaft spielte und 1910 und 1914 Deutscher Meister wurde. Anders als Julius Hirsch, der 1943 von den Nationalsozialisten ermordet wurde, gelang es Hans Rosenthal, sich vor dem Naziregime zu verstecken.

Hans Rosenthal, am 2. April 1925 in Berlin geboren, erlebte in seiner frühen Jugend die Schrecken und Greueltaten des Naziregimes. Sein Vater, der bei der Deutschen Bank angestellt war, verlor 1937 seine Stelle und starb bald darauf mit nur 36 Jahren an Nierenversagen. Als seine Mutter fünf Jahre später einem Krebsleiden erlag, wurde sein jüngerer Bruder Gert in eine Waisenerziehungsanstalt gebracht. Am 19. Oktober 1942 wurde er zusammen mit anderen Kindern der Anstalt in das Vernichtungslager nach Riga deportiert. Hans Rosenthal selbst hatte zu diesem Zeitpunkt bereits in ein Jugendheim umziehen müssen. In einer Berliner Verpackungsfirma musste er Zwangsarbeit verrichten. Von hier wurde er in ein Zweigwerk nach Torgelow im heutigen Mecklenburg-Vorpommern abkommandiert und entging so wiederholt den Deportationen durch die "Fabrik-Aktion". Im März 1943 konnte er flüchten und nach Berlin zurückkehren, um dort unterzutauchen. Hier rettete ihm eine Bekannte seiner Großeltern namens Jauch das Leben, indem sie ihn in einem Verschlag der Lichtenberger Schrebergartenkolonie "Dreieinigkeit" versteckt hielt. Wie er in seiner packenden Autobiografie "Zwei Leben in Deutschland" (1980 erschienen im Lübbe Verlag) erzählt, entging er mehrfach nur knapp dem Tod. Als seine Helferin 1944 an einer Krankheit starb, hatte er erneut Glück, denn eine Nachbarin, Frau Harndt, nahm ihn bei sich auf.

Wie schon der Name seiner Autobiografie besagt, beginnt für ihn 1945 tatsächlich ein zweites Leben. Rosenthal wollte zum Rundfunk und den Menschen über Mikrofon sagen, dass Juden wie alle anderen sind. Zunächst kam er beim "Berliner Rundfunk" unter und wechselte dann 1948 zum "RIAS". Von hier an entspinnt sich seine sagenhafte Erfolgsstory, erst beim Rundfunk und dann auch beim Fernsehen. Hans Rosenthal, der als Kind und Jugendlicher verfolgt und schikaniert wurde, genoss plötzlich stetig wachsende Verehrung und wurde zum Publikumsliebling. Zu seinen bekannteren Rundfunksendungen gehören "Wer fragt, gewinnt" und "Allein gegen alle", während er im Fernsehen in "Gut gefragt ist halb gewonnen" und "Dalli Dalli" auftrat. Eine seiner größten Auszeichnungen als Showmaster ist wohl die ihm 1980 verliehene "Silberne Kamera" als "zweitbeliebtester Unterhaltungsstar aller Zeiten".

Als vielseitig engagierte Persönlichkeit machte er sich unter anderem seit den 60er Jahren als Mitglied für den "Zentralrat der Juden in Deutschland" stark, dabei gilt er als Versöhner, der sich ohne Ressentiments für religiöse und politische Toleranz einsetzte. Außerdem wurde er von 1964 bis 1969 Präsident des Fußballklubs "Tennis Borussia Berlin". Die sogenannte von ihm mit begründete "Prominenten-Elf" trägt seit seinem Tod 1987 den Namen "Hans-Rosenthal-Elf" und sammelt Gelder für die "Hans-Rosenthal-Stiftung". Die Idee zur Stiftung stammt noch von Hans Rosenthal selbst. Ziel ist es, unverschuldet notleidenden Menschen Unterstützung durch Spenden, Nachlässe und Veranstaltungen zukommen zu lassen. Jährlich findet beispielsweise die Hans-Rosenthal-Gala in der Landauer Festhalle statt. Für den guten Zweck kamen dabei letztes Jahr rund 50.000 Euro zusammen. Bereits viermal wurde eine Hilfsorganisation mit dem Hans-Rosenthal-Ehrenpreis ausgezeichnet, der im Jahr 2006 an "Ein Herz für Kinder" ging. Für die meisten Deutschen wird Hans Rosenthal als einer der populärsten Entertainer im Deutschland der 80er Jahre in Erinnerung bleiben; ganz besonders wohl auch sein Markenzeichen - der Luftsprung mit dem Ausruf:
"Das war Spitze!".

Public Affairs Beitrag vom 09.05.2007 AVIVA-Redaktion 

   




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