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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 12.06.2008

Mitte gegen Rechts. Aktion weiterhin auf Hilfe angewiesen
Stefanie Denkert

Die Amadeu Antonio Stiftung unterstützt die Nachbarschaft im Protest gegen "Tonsberg", einem Szeneladen für Rechtsextreme in der Rosa-Luxemburg-Straße, mit einer Straßenausstellung, die über ...



... Neonazis aufklärt und über jüdische Geschichte informiert.

Am 1. Februar 2008, im ehemals durch jüdisches Leben geprägten Scheunenviertel in Berlin-Mitte, eröffnete eine Filiale des Kleidungsgeschäfts "Tonsberg". Wegen des Verkaufs von Bekleidungsstücken der Marke "Thor Steinar", die in der rechten Szene wegen ihrer völkischen Symbolik bei Neonazis beliebt ist und vom Verfassungsschutz als "szenetypisches Erkennungs- sowie ´Abgrenzungsmerkmal´" bezeichnet wird, sind bereits mehrere Läden von "Tonsberg", in 2007 in Magdeburg sowie in Berlin, gekündigt worden. Nun kämpfen auch die AnwohnerInnen der Rosa-Luxemburg-Straße, mit der von ihnen neu gegründeten Initiative ´Mitte gegen Rechts´, gegen einen Anziehungspunkt für Rechtsextreme in ihrer Nachbarschaft.

Bereits zur Eröffnung waren AktivistInnen der Kampagne ´Stop Thor Steinar´ vor Ort, um mit Flugblättern und persönlichen Gesprächen die AnwohnerInnen über die Hintergründe der Marke aufzuklären. Silvio Kurz, Sprecher der Kampagne, erklärte dem Tagesspiegel (1.2.08): "Die Nachbarn waren ziemlich erschrocken, dass in ihrer Straße ein Anlaufpunkt für Rechtsextremisten aufmachen soll", aber "Wir werden den Neonazis ihr Einkaufsvergnügen gründlich vermiesen".

Obwohl sie rechtlich nicht gegen die Eröffnung des Ladens vorgehen konnten, hat die Initiative einen Weg gefunden, effektiv und friedlich dagegen zu protestieren: Am 30. Mai 2008 veranstaltete ´Mitte gegen Rechts´ ein Straßenfest, bei dem drei Container, die sich mit modernen Erscheinungsformen des Rechtsextremismus, der jüdischen Geschichte des Kiezes und den Symbolen des Rechtsradikalismus auseinandersetzen, aufgestellt wurden. Die Container sollen als Plattform dienen, die jede/r nutzen kann, um sich mit dem Thema auseinander zu setzen. "Alle Formen der Kunst sind erwünscht. Ob man die Container besprayt, bedruckt oder bemalt bleibt jedem selbst überlassen. Man kann sogar etwas häkeln oder stricken wenn man möchte", so Lilian Engelmann, eine der Gründerinnen der Initiative. Die Idee ist, dass die Container immer wieder neu beklebt werden ohne die alten Plakate abzunehmen, so dass man sieht, wie viele Leute sich an dem Projekt beteiligen.
Wer sich beteiligen möchte muss seine Plakate nur den GründerInnen vorlegen, damit diese entscheiden können ob sie auf den Container kommen. Ein beispielhaftes Engagement, das hoffentlich viele NachahmerInnen finden wird.

Ermöglicht wurde der Bau der Container unter anderem durch eine Spendenaktion der Amadeu Antonio Stiftung, bei der eine imposante Summe von 4.570 Euro von 31 SpenderInnen zusammen kam. Timo Reinfrank von der Amadeu Antonio Stiftung lobte das Engagement: "Rechtsextremismus wird immer noch nicht als Problem der Mehrheitsgesellschaft gesehen und kommunale Verwaltungen fühlen sich dafür nicht zuständig bzw. reden das Problem klein oder weg. Dies ist hier in Mitte anders".

Die Angestellten des "Tonsberg"-Ladens haben auf das Straßenfest auf ihre Art und Weise protestiert: Sie ließen laute Musik aus dem Laden schallen. Doch davon ließ sich niemand beirren. Am Samstag auf dem Straßenfest fand um 14 Uhr die offizielle Containereröffnung und bis 20 Uhr ein Open-Air Konzert, mit engagierten KünstlerInnen wie Mark Aizikovitch, statt. Dennoch ist die Aktion weiterhin auf Hilfe angewiesen!

Laut taz soll die Ausstellung bis zum November 2008 laufen, doch gibt es ein Problem mit dem Plakatcontainer: in einem Monat läuft die Genehmigung aus, weil er einen Parkplatz besetzt. Rainer Maria-Frisch, Bezirkstadtrat (Die Linke), ist jedoch optimistisch, dass eine Verlängerung für die Genehmigung möglich ist.

Schon im letzten Jahr waren die Proteste gegen eine "Tonsberg"-Filale erfolgreich:
Im August 2007 wurde dem Laden im Einkaufszentrum Berlin Carré am Alexanderplatz der Mietvertrag gekündigt. Die Filiale gab es bereits seit 2005, nach erhöhtem Druck von Seiten der BürgerInnen und der Politik sprach die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) endlich die Kündigung aus.

Unterstützen Sie den kreativen Protest mit einer kleinen Spende!
Spendenkonto: Amadeu Antonio Stiftung Stichwort "Thor Steinar" Deutsche Bank Bensheim Konto: 030331330 BLZ: 509 700 04 (Auf Wunsch werden steuerabzugsfähige Spendenquittungen erstellt).

Weitere Infos unter:

www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/mitte

(Quellen: Amadeu Antonio Stiftung, Tagesspiegel, taz)

Public Affairs Beitrag vom 12.06.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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