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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 03.06.2008

30. CSD Berlin
AVIVA-Redaktion

Neue Route: Am 28. Juni 2008 wird der Berliner CSD erstmals im Osten der Stadt starten. Eingerahmt wird der CSD vom Berlin Pride, dem größten europäischen queeren Kulturfestival vom 6. bis 29. Juni.



Mit vielen Diskussionen und großem Engagement hat das basisdemokratische CSD Forum mit "Hass du was dagegen?" für 2008 ein Motto festgelegt, das die zunehmende Gewalt gegenüber Homosexuellen thematisiert. "Blöde Schwuchtel" oder "Scheiß Lesbe" müssen sich Schwule und Lesben immer wieder anhören. "Schwul" ist auf unseren Schulhöfen zum beliebtesten Schmähwort geworden und gilt unter SchülerInnen als Gegenteil dessen, was okay ist. Hass macht sich auf der Straße breit und gewinnt immer mehr AnhängerInnen. Dagegen richtet sich der diesjährige CSD.

Vertieft wird das Motto durch die diesjährigen Forderungen des CSD Forum:

1. Null Toleranz bei Homophobie
Das Europäische Parlament hat im vergangenen Jahr den Internationalen Tag gegen Homophobie ins Leben gerufen und damit seine tiefe Besorgnis über die Zunahme von Gewalt gegenüber Homosexuellen zum Ausdruck gebracht. Der Gesetzgeber sollte dem Thema Hasskriminalität eine größere Bedeutung im Strafgesetzbuch zukommen lassen.

2. Respekt beruht auf Gegenseitigkeit
"Hass du was dagegen?" richtet sich als Frage auch an die schwullesbische Szene. Ablehnung anderer Lebensweisen gibt es auch dort in allen möglichen Ausprägungen. Von Anderen Respekt einzufordern bedeutet daher zuerst, diesen selbst gegenüber anderen und insbesondere jenen, bei denen sich Vorurteile aufzudrängen drohen, aufbringen zu können. Erst dann kann Solidarität aufgebaut und gegenseitige Akzeptanz geschaffen werden!

3. Für weltoffene und tolerante Schulen
Für homosexuelle Jugendliche ist die Schule immer noch ein soziales Problemgebiet. Der erste Schritt zur Bekämpfung von Homophobie und Ausgrenzung auf Schulhöfen muss eine lebendige und sichtbare queere Kultur in den Schulen selbst sein. Projektorientierte und feste queere Schülergruppen und weitreichende Fortbildungsmaßnahmen für Lehrerinnen und Lehrer können ein Anfang darstellen.

4. Aidsaktionsplan für Berlin: Jetzt!
Die Anforderungen der strukturellen Aids-Prävention: Aufklärung, Beratung, Betreuung und Selbsthilfeförderung sind stetig gestiegen, die Zuwendungen des Senats chronisch rückläufig. Ziel muss sein, die Zahl der Neuinfektionen zu senken und die Versorgungsstrukturen für Menschen mit HIV/Aids zu erhalten. Dazu bedarf es mehr Geld für eine differenziertere und personaufwändigere Prävention. Es braucht einen Aids-Aktionsplan für die Bundeshauptstadt: Jetzt!

Berlin Pride – 6. Juni bis 29. Juni 2008
Werden auf dem CSD als größten schwul-lesbischen Feiertag die Forderungen auf die Straße getragen, sind es unzählige Institutionen, Projekte und Organisationen die mit ihrem reichen Angebot eine hohe Lebensqualität für Schwule, Lesben und Transidenten schaffen. Der Berlin Pride spiegelt diese Vielfalt – die kulturellen, politischen und sportiven Veranstaltungen machen den Event zum größten schwullesbischen Kulturfestival Europas.

Das hochwertige Kulturprogramm, mit über 130 Veranstaltungen aus den Bereichen Comedy, Kleinkunst, Lesungen, Theater und Partys, hat den engen Zeitrahmen einer Pride Week gesprengt und so wurde aus der Pride Week der mehrwöchige Berlin Pride. Die Veranstaltungsorte des Berlin Pride ist über die ganze Stadt verteilt. Mit dabei sind unter anderem das Jüdische Museum Berlin, Komische Oper, das BKA Theater, die Bar jeder Vernunft, Tipi das Zelt, Cirque du Soleil, Lesbenberatung, Schwuz und natürlich das lesbisch-schwule Stadtfest. Zu den Highlights zählen die Respect Gaymes, varetai, Kiss me Kate, Ole Lehmann, Rainer Bielfeld, Max Raabe, Ades Zabel, Gayle Tufts, Tim Fischer, der CSD auf der Spree, der Come-Together-Cup und natürlich das große Kylie Minogue-Konzert.

Mit der neuen Route lebt der Wunsch nach einer Route die auch den Ostteil der Stadt berücksichtigt, wieder auf. Zukünftig sollen beide Routen im Wechsel befahren und gelaufen werden.

Startpunkt 28. Juni 2008: Kranzniederlegung am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen um 10:00 Uhr in Anwesenheit der ZivilcouragepreisträgerInnen und VertreterInnen der politischen Parteien.
Schlossplatz und Schlossbrücke: Aufstellung der Demo ab 10:00 Uhr, Abmarsch der Demo um 12:30 Uhr
Route: Unter den Linden, Glinkastr., Behrenstr., Ebertstr., Potsdamer Platz, Potsdamer Str., Bülowstr., Kleiststr., An der Urania, Schillstr., Hofjägerallee bis zur Siegessäule. Streckenlänge: 6,5 km (bisherige Strecke: 6,2 km)
Ankunft Siegessäule: ca. 17:00 Uhr, Abschlusskundgebung: ab ca. 18 bis 1:00 Uhr

Wer bei der Parade nicht selbst mitlaufen kann, für den überträgt der RBB den Event. Die Wiederholung läuft am Sonntag. Zudem wird von 14 – 18h die Sondersendung "Die warme Welle" auf Radioeins ausgestrahlt.

Mit der kostenlosen Pride Berlin Karte können viele Veranstaltungen günstiger besucht werden. Die Pride Berlin Karte ist ein Service des CSD.

Weitere Infos: www.csd-berlin.de

Weiterlesen auf AVIVA Berlin:

Interview mit Silvy Pommerenke zum Thema lesbisches Coming-Out und ihrem Ratgeber "Küsse in Pink"

Israels Vorreiterrolle bei Rechten von Schwulen und Lesben

Public Affairs Beitrag vom 03.06.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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