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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2016 - Beitrag vom 30.07.2008

Aufruf zum Boykott von Durban 2
AVIVA-Redaktion

Prominente rufen Deutschland auf, die im April 2009 von der UN geplante zweite Durban-Konferenz zu boykottieren. Die InitiatorInnen fordern eine grundlegende Reform des UN-Menschenrechtausschusses.





NEWS vom 27.10 2008 Israel wird nicht an Durban II teilnehmen Israel wird nicht an der f├╝r n├Ąchstes Jahr anberaumten Menschenrechts- und Rassismus-Konferenz der UNO (`Durban II┬┤) teilnehmen. Die Bef├╝rchtungen, dass die Veranstaltung ebenso wie ihre Vorg├Ąngerin im s├╝dafrikanischen Durban im Jahr 2001 zu einer Orgie von Antisemitismus und Antiisraelismus ausarten wird, konnten nicht ausger├Ąumt werden. Dies gab Israels Au├čenministerin Tzipi Livni am Mittwoch, den 19. November, vor der General Assembly of the United Jewish Communities of North America bekannt."W├Ąhrend der vergangenen Monate haben wir die Hoffnung ausgedr├╝ckt, dass die Sprache des Hasses sich nicht wiederholen werde. Wir haben erkl├Ąrt, dass wir einer Aussonderung Israels nicht zustimmen und gegen die Hetze und die Verdammung Israels protestieren w├╝rden. Trotz unserer Bem├╝hungen und der von befreundeten Staaten, f├╝r deren Standpunkt wir sehr dankbar sind, scheint die Konferenz sich abermals auf ein antiisraelisches Tribunal zuzubewegen, was nichts mit dem Kampf gegen Rassismus zu tun hat.", hie├č es in einem Schreiben aus dem Au├čenministerium.




Im September 2001 fand im s├╝dafrikanischen Durban die "UN-Weltkonferenz gegen Rassismus" statt. Das erkl├Ąrte Ziel der Veranstaltung war die ├Âffentliche Anerkennung von Sklaverei und Kolonialismus als Verbrechen ÔÇô doch dann mutierte sie zu einem regelrechten Tribunal gegen Israel und dessen Existenzrecht sowie zu einer Verteidigung unfreier Staaten und Diktaturen. Nun planen die Vereinten Nationen, im April 2009 eine "Durban Review Conference" durchzuf├╝hren. Eine Gruppe von Intellektuellen fordert die europ├Ąischen Regierungen nachdr├╝cklich auf, ihre Teilnahme an dieser Versammlung abzusagen.

Der franz├Âsische Romancier und Essayist Pascal Bruckner hat bereits zum Boykott der Durban-Nachfolgekonferenz aufgerufen. "Der Antirassismus ist in der Uno zur Ideologie der totalit├Ąren Bewegungen geworden, die ihn f├╝r ihre Zwecke benutzen", begr├╝ndete Bruckner seinen Appell. "Diktaturen oder notorische Halbdiktaturen bem├Ąchtigen sich einer demokratischen Sprache und instrumentalisieren juristische Standards, um sie gegen die Demokratien in Stellung zu bringen und sich selbst niemals in Frage zu stellen." Bruckner befand, es etabliere sich eine "Neue Inquisition", die mit dem Begriff der "Verunglimpfung der Religion" operiere, "um jede Regung des Zweifels, besonders in islamischen L├Ąndern, zu unterdr├╝cken". Der von den Despoten verfochtene Antirassismus diene dazu, "genau die Dinge zu rechtfertigen, gegen die er urspr├╝nglich formuliert wurde, die Unterdr├╝ckung, die Vorurteile, die Ungleichheit".

Mehr als 30 JournalistInnen, PublizistInnen, WissenschaftlerInnen und K├╝nstlerInnen aus Europa, den USA und dem Nahen Osten, darunter Lars Gustafsson, Jeffrey Herf, Benny Morris, Peter Schneider, Seyran Ates, Necla Kelek, Sharon Adler und Ralph Giordano, haben sich nun Bruckners Appell angeschlossen und fordern die Mitgliedsstaaten der Europ├Ąischen Union ÔÇô insbesondere Deutschland ÔÇô auf, die "Durban 2"-Konferenz zu boykottieren und sich f├╝r eine umfassende Reformierung des UN-Menschenrechtsausschusses einzusetzen.

Den InitiatorInnen und UnterzeichnerInnen des Aufrufs geht es um Demokratisierung, S├Ąkularisierung und die universalistische Verteidigung der Menschenrechte gegen einen vermeintlichen Kulturpluralismus, der auf die Verteidigung der islamischen Scharia gegen die Freiheit des Individuums hinausl├Ąuft. Die Durban-Nachfolgekonferenz steht diesem Ziel diametral entgegen. Zudem ist eine erneute D├Ąmonisierung Israels zu bef├╝rchten ÔÇô und auch dem m├╝ssen DemokratInnen entschlossen entgegentreten. Antisemitismus geht Hand in Hand mit der Verteidigung diktatorischer Regimes wie Iran oder Saudi-Arabien.

Statt einer Unterst├╝tzung von "Durban 2"-Konferenz ist es an der Zeit, sich wieder auf den Geist der Deklaration der Menschenrechte zu besinnen. Deshalb fordern die UnterzeichnerInnen auch eine grundlegende Reform des UN-Menschenrechtausschusses, der sich immer mehr zu einem Forum zur Verbreitung von Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit und Unfreiheit entwickelt hat.

Die InitiatorInnen und UnterzeichnerInnen hoffen, dass ihr Appell breite Unterst├╝tzung erf├Ąhrt. Er soll mit m├Âglichst vielen Unterschriften am 15. Februar 2009 der Bundesregierung und Regierungen anderer EU Mitgliedstaaten ├╝bergeben werden.

Die InitiatorInnen/VerfasserInnen:
Nasrin Amirsedghi (Publizistin), Thomas von der Osten-Sacken (Gesch├Ąftsf├╝hrer "Wadi e.V."), Alex Feuerherdt (Journalist).

Der Aufruf findet sich in deutscher und englischer Sprache im Internet unter boycottdurban2.wordpress.com Dort werden auch die Unterschriften gesammelt und ver├Âffentlicht.

Public Affairs Beitrag vom 30.07.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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