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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 17.08.2012

Berliner Senat richtet ab 2013 ein ressortübergreifendes Netzwerk gegen sexuelle Gewalt ein
Laura Wösch

Damit sollen die Kräfte aller im Bereich der Prävention sexualisierter Gewalt an Frauen tätigen Institutionen gebündelt werden. Frauenhäuser bleiben jedoch auch weiterhin finanziell unterversorgt.



Über 9.000 Frauen wurde im vergangenen Jahr in Frauenhäusern die Tür vor der Nase zugeschlagen, das bestätigte die Bundesregierung im am Mittwoch, den 15. August 2012 vorgestellten "Bericht zur Situation der Frauenhäuser, Fachberatungsstellen und anderer Unterstützungsangebote für gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder". Die rund 350 Frauenhäuser in Deutschland, die Frauen Schutz vor Gewalt durch Männer bieten sollen, sind demnach überfüllt. "Mit dem Bericht stellt sich die Bundesregierung selbst ein Armutszeugnis beim Schutz von Frauen und deren Kinder vor Gewalt aus", zeigt sich Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES e.V, besorgt.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder indessen lässt dies offenbar unbeeindruckt: "In Deutschland gibt es ein ausdifferenziertes Netz an Unterstützungseinrichtungen für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder" ist ihre Meinung. Gleichzeitig räumt sie ein, dass "nicht alle Betroffenen" die Unterstützung finden, die sie bräuchten. Fakt ist, es besteht Bedarf.

Berlin übernimmt nun als erstes Bundesland die Vorreiterrolle für die Einrichtung eines ressort- und institutionsübergreifendes Netzwerk gegen sexuelle Gewalt, das freie Träger, Kirchengemeinden, MigrantInnen- und Betroffenenverbände, Polizei, Bezirks- und Senatsverwaltungen für einen besseren Opferschutz bündeln will. Nach der Einigung mit den freien Trägern über Ziele, Zusammensetzung und Organisation am Montag, den 13. August stünde der Weg für die Einrichtung des Netzwerkes bis Anfang 2013 jetzt frei, heißt es. Fachberatungsstellen für sexuelle Gewalt gab es in Berlin bisher lediglich zwei, eine Zahl, die aufgestockt werden muss, wie der Senat am Dienstag, den 14. August schließlich beschloss.

Bemängelt werden im Bericht des Bundesministeriums auch die in den meisten Hilfseinrichtungen fehlenden barrierefreien Zugänge für Frauen mit Behinderungen, da "Frauen und Mädchen mit Behinderungen in besonders hohem Maße gefährdet sind, Opfer von Gewalt und sexualisierter Gewalt zu werden." Außerdem müssen Sprachmittlungen für Migrantinnen zukünftig in jedem Fall gewährleistet werden - Zugeständnisse, die vom bff, dem Dachverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe, durchaus begrüßt werden. Katja Grieger, die Leiterin des Bundesverbandes bff möchte dazu zeitnah nachhaken und "mit den politisch Verantwortlichen sprechen, um zu erreichen, dass die beschriebenen Lücken geschlossen werden. Es ist elementar, dass die Ressourcen der Fachberatungsstellen dem Bedarf angepasst werden."

Die Rede von einer Aufstockung an Frauenhäusern im nun vorgelegten Bericht ist hingegen nicht. Das ist umso bitterer, wenn mensch weiß, dass Frauen am häufigsten in ihren eigenen vier Wänden von männlicher Gewalt betroffen sind. Einer Studie des Familienministeriums zufolge hat jede vierte Frau zwischen 16 und 85 Jahren bereits sexuelle oder körperliche Gewalt durch den Ehemann, den Lebensgefährten oder einen anderen engen Vertrauten erfahren. 49,2 Prozent, also jede zweite aller getöteten Frauen in Deutschland, wurden Opfer ihres Lebensgefährten, legte das Bundeskriminalamt im Jahr 2011 offen.

Damit es zu solchen blutigen Taten gar nicht erst kommt, werden in Frauenhäusern gewaltfreie Räumlichkeiten für Frauen und Kinder konstituiert, die Schutz bieten sollten. Der geplante Ausbau von Beratungszentren, der lediglich die gesundheitliche und psychosoziale Versorgung der Opfer gewährleistet, kann also nur als eine notwendige Säule eines noch zu realisierenden Präventions- und Schutzprogramms für gewaltbetroffene Frauen betrachtet werden.
Um in Zukunft für alle Schutz suchenden Frauen Platz in einem Frauenhaus gewährleisten zu können, wäre die Aufstockung finanzieller Mittel eine weitere zu treffende Maßnahme von Seiten der Bundesregierung und der zuständigen Kommunen. Die waren hingegen im letzten Jahr eher damit beschäftigt, den Frauenhäusern die notwendigen finanziellen Zuschüsse aufgrund von Sparmaßnahmen zu streichen. Die im neuen Bericht der Bundesregierung empirisch belegten Fakten können nun aber zu mindest als Basis eines umfassenden Präventionspgrogamms herangezogen werden.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Übersichtskarte Gewalt gegen Frauen

Hilfe für betroffene Frauen:

Frauenhaussuche beim "Verein Frauenhauskoordinierung":
www.frauenhauskoordinierung.de

Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe Frauen gegen Gewalt e.V.:
www.frauen-gegen-gewalt.de

Die BIG e.V. Hotline bietet Hilfe bei häuslicher Gewalt gegen Frauen:
Tel. 030 - 611 03 00 (Täglich von 9 - 24 Uhr)
oder unter: www.big-hotline.de

Information zu Gewalt gegen Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen
www.autonome-frauenhaeuser-zif.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Auswertung der Online-Kampagne #ichhabnichtangezeigt

Dokumentation des Kongresses "Streitsache Sexualdelikte - Frauen in der Gerechtigkeitslücke"vom 2. September 2010

Dr. Nadja Lehmann - Migrantinnen im Frauenhaus

Männerforscher entdeckt Männerhass in Frauenhäusern




(Quelle: Bundeskriminalamt, Terre des Femmes, BMFSFJ)

Public Affairs Beitrag vom 17.08.2012 AVIVA-Redaktion 

   




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