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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 22.02.2008

amira. Antisemitismus im Kontext von Migration und Rassismus
AVIVA-Redaktion

amira, das Projekt des Vereins für demokratische Kultur Berlin will für die pädagogische Praxis in der Arbeit mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund Strategien gegen Antisemitismus...



...entwickeln.

"Du Jude" ist unter Jugendlichen zu einem Modeschimpfwort geworden. Angriffe auf jüdische Einrichtungen, Schändungen von Mahnmalen und mit antisemitischen Stereotypen versehene Israelkritik verdeutlichen, dass Antisemitismus auch in Berlin ein ernstes Problem ist. In aktuellen Debatten werden neben Rechtsextremen vor allem MigrantInnen aus muslimisch geprägten Ländern als Trägergruppe für antisemitische Erscheinungsformen verantwortlich gemacht. Vor allem auf der Ebene antisemitischer Äußerungen sind es in den Innenstadtbezirken häufig Jugendliche türkischer, arabischer oder kurdischer Herkunft, die JugendarbeiterInnen und LehrerInnen herausfordern. Antisemitismus, Rassismus sowie Diskriminierungsformen seitens der Mehrheitsgesellschaft geraten dabei leicht in den Hintergrund.
Für die pädagogische Arbeit mit jugendlichen MigrantInnen erwachsen hieraus spezifische Probleme und Herausforderungen. In ihrem Alltag sind sie mit rassistischer Ausgrenzung durch eben jene Mehrheitsgesellschaft konfrontiert, die sie von einer gleichberechtigten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausschließt.

Andererseits bestehen innerhalb der verschiedenen MigrantInnen-Communities Probleme, wie die Ethnisierung von Konflikten und Antisemitismus. In diesem Zuge kann die eigene Ausgrenzungserfahrung dazu führen, Kritik am eigenen Verhalten zu vernachlässigen. JugendarbeiterInnen bewegen sich in ihrer Arbeit mit jugendlichen MigrantInnen ständig in diesem Spannungsfeld.

Unter dem Titel "Antisemitismus - ein Problem `der Anderen´?" diskutierten am 21. Februar 2008 VertreterInnen aus Jugendarbeit, Wissenschaft sowie von MigrantInnen-Organisationen in der Kreuzberger Jugendeinrichtung Naunyn Ritze das Ausmaß des Problems und gemeinsame Lösungsansätze für eine Bearbeitung von Antisemitismus bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund.

Koray Yilmaz-Günay, Projektleiter von amira, fasste die Ergebnisse der Veranstaltung zusammen: "Das Ausgegrenztsein in der deutschen Gesellschaft immunisiert jugendliche MigrantInnen nicht dagegen, selbst feindlich gegenüber anderen Gruppen eingestellt zu sein. Bisherige Konzepte für die Bearbeitung scheiterten allerdings daran, dass sie die komplexen Wechselwirkungen zwischen Rassismus und Antisemitismus nicht in den Blick nahmen, dass es unangemessene Einteilungen in `Täter´ oder `Opfer´ gab. In den verhärteten Debatten über Ausschlüsse und Zugehörigkeiten erschienen antisemitische Äußerungen oder Verhaltensweisen daher bisher häufig als Problem der Mehrheits- oder der Minderheitengesellschaften, je nach der Perspektive, aus der argumentiert wurde. Mit der Veranstaltung ist es uns heute gelungen, eine erste Basis für eine gelingende Auseinandersetzung mit dem Phänomen Antisemitismus zu legen, auf der das Projekt in den nächsten zweieinhalb Jahren arbeiten kann."

Das Projekt amira, das mit der Veranstaltung der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, wird durch das Bundesfamilienministerium im Rahmen des Bundesprogramms "Vielfalt tut gut" und den Beauftragten für Integration und Migration des Berliner Senats im Rahmen des Landesprogramms "Maßnahmen gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus" gefördert. Im Verlauf des Projekts werden gemeinsam mit KooperationspartnerInnen aus der Jugendarbeit und aus MigrantInnen-Organisationen Strategien und Angebote gegen Antisemitismus für die pädagogische Praxis in der Jugendarbeit entwickelt.


Verein für Demokratische Kultur in Berlin e.V.:
www.mbr-berlin.de
Infos zu weiteren Organisationen gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus:
Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus: www.kiga-berlin.org
Amadeu Antonio Stiftung: www.amadeu-antonio-stiftung.de
Mut gegen rechte Gewalt: www.mut-gegen-rechte-gewalt.de
Laut gegen Nazis: www.lautgegennazis.de
Berliner Landesprogramm gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus: http://www.berlin.de/lb/intmig

Public Affairs Beitrag vom 22.02.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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