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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 07.05.2008

Online-Petition gegen Foto-Ausstellung Wall-on-Wall
AVIVA-Redaktion

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg plant im Sommer 2008 eine anti-israelische Ausstellung des Fotografen Kai Wiedenhöfer. Kritisiert wird die einseitige Darstellung und die Gleichsetzung des...



...der israelischen Antiterrorschutzmaßnahme mit der Mauer des diktatorischen DDR-Regimes.

Hintergrund und Fakten

Gezeigt werden sollen Arbeiten des Fotografen Kai Wiedenhöfer, die er 2007 im Fotoband "WALL" im Steidl-Verlag veröffentlichte. Dort werden absolut entkontextualisiert Bilder der israelischen "Mauer" gezeigt, ohne zu erwähnen, dass nur ein kleiner Teil dieser Antiterrorschutzmaßnahme Israels eine Mauer ist, der längste hingegen ein Zaun. Der Bildband ist einseitig gestaltet, er zeigt die arme, friedliche palästinensische Zivilbevölkerung auf der einen, bis an die Zähne bewaffnete israelische SoldatInnen auf der anderen Seite. Auf den Fotos werden weder israelische Terroropfer palästinensischer SelbstmordattentäterInnen, die allein zwischen Herbst 2000 und 2004 mehr als 900 Israelis brutal ermordeten, gezeigt, noch Einpeitscher der Hamas oder ein Imam aus Ramallah respektive Gaza-Stadt. Auch der Hinweis, dass mithilfe der israelischen Schutzmaßnahmen dieser Terror erheblich abgewehrt wurde, fehlt.

Wiedenhöfer bildet zudem einen Schriftzug unkommentiert ab: "American Money - Israeli Apartheid" "Warsaw 1943". Bei diesem genannten Graffito ist eine antiamerikanisch-antisemitische Weltverschwörung unschwer dechiffrierbar. Es ist Kennzeichen des "neuen Antisemitismus", Israel zu dämonisieren und es auf schuldprojektive Weise als die `neuen Nazis´ zu diffamieren.

Die Ausstellung

Bilder aus Wiedenhöfers "WALL"-Fotobuch sollen in 30 Panoramen (jeweils 2,8m mal 8,4m) auf der ehemaligen Berliner Mauer tapeziert werden, mit Freiflächen dazwischen, auf denen BetrachterInnen Kommentare hinterlassen können.

Dieses Projekt setze de facto die Berliner Mauer, sichtbarster Ausdruck für das diktatorische System der DDR und den Einschluss seiner Bevölkerung, mit jener lebensnotwendigen Schutzmaßnahme Israels für die eigene Bevölkerung gleich, so die InitiatorInnen der Online-Petition.

BefürworterInnen und KritikerInnen

In der Begründung des Vorhabens schreibt die Kuratorin Adrienne Goehler: "Jedes Land hält seine Mauer für unvergleichlich, obwohl sie sich alle formal ähneln, auch darin, dass sie allesamt keine Lösung der Gewalt gebracht haben" und weltweit würden KünstlerInnen sich "mit dem Phänomen Mauer und deren Überwindung" beschäftigen. Ebenso redet und schreibt Kai Wiedenhöfer `Mauern seien keine Lösung´, und der "Geist der dahintersteht, der ähnelt sich". Der Künstler erklärt in der "taz", dass der Schutz gegen Selbstmordattentäter "ein Stein gewordener Beweis für die Unfähigkeit, sich zu verständigen" sei. Wiedenhöfer selbst lernte während des Studiums Arabisch, hörte nach eigenen Angaben stundenlang frustrierten PalästinenserInnen zu, die von "Hitler good, killed Jews" reden und entwickelte Verständnis und eine Art "Schützengrabenmentalität". Zur Kritik am Berliner Ausstellungsprojekt sagt er: "Kritik an israelischer Politik ist in Deutschland nach wie vor ein schwieriges Thema".

"Ein deutscher Fotograf will Israel Demokratie lehren", formulierte es der Landesarbeitskreis Berlin `Shalom´ der Linksjugend "solid". Kritik kam auch von der SPD-Fraktion des Bezirks, der FDP in Friedrichshain-Kreuzberg und Rainer Klemke, der in der Senatskanzlei die Arbeitsgruppe für das Mauergedenken leitet, betonte, dass völlig anders als in der DDR die Grenzanlage in Israel zudem Instrument einer demokratisch gewählten Regierung ist.

Aufgrund der Proteste entwickelte das Bezirksamt unter der Leitung von Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne) folgende Änderungen: Das Projekt soll auf der Spreeseite der Berliner Mauer stattfinden. Die Bilder sollen ergänzt werden durch Fotos der Mauern in Belfast, der Grenze zwischen den USA und Mexiko und eventuell Zypern, darüber hinaus sollen Diskussionsveranstaltungen stattfinden und Frau Goehler merkte an, dass eine israelische Kuratorin, Doreet Harden, bereits zugesagt habe und Daniel Barenboim sich beteiligen würde.

Die Online-Petition

Protest gegen die Foto-Ausstellung "Wall on Wall" gibt es in Form eines Offenen Briefes: "Keine israelfeindliche Ausstellung an der East Side Gallery". Die 30 ErstunterzeichnerInnen sind Mitglieder des im November 2007 gegründeten Vereins "Akademiker für den Frieden im Nahen Osten e.V.", einem deutschen Ableger der internationalen Vereinigung "Scholars for Peace in the Middle East" (SPME), sowie weitere Intellektuelle, AktivistInnen oder Engagierte gegen Antisemitismus. Seit dem 27. April 2008 kann dieser Offene Brief als englischsprachige Online-Petition unterzeichnet werden, diesem Aufruf kamen weltweit bereits weit über 400 Personen nach.

Außerdem bittet in einem Brief mit Datum vom 30. April 2008 der Koordinierungsrat deutscher NGOs gegen Antisemitismus, die Jüdische Gemeinde zu Berlin und das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, diese "israelfeindliche Propagandaaktion" zu verhindern.

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Public Affairs Beitrag vom 07.05.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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