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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 24.11.2014

Internationaler Aktionstag am 25. November - NEIN zu Gewalt an Frauen - TERRE DES FEMMES ruft zur weltweiten Fahnenaktion auf
AVIVA-Redaktion

Schwerpunktthema der Fahnenaktion 2014 ist frauenfeindliche Werbung. Institutionen und Privatpersonen sind dazu aufgerufen, ein Zeichen zu setzen und die Fahne "frei leben – ohne Gewalt" zu hissen.



"Menschenrechtsverletzungen an Frauen sind keine Privatangelegenheit, auch wenn Sie im familiären Umfeld geschehen", mahnt Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin der Organisation, an. "Es ist erschreckend, wie viele Mädchen und Frauen tagtäglich von Gewalt betroffen sind - auch in Deutschland sind Frauen viel zu wenig vor Gewalt geschützt." Eine EU-Studie belegte Anfang 2014 das erschreckende Ausmaß von Gewalt gegen Frauen: Jede dritte Befragte hat seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren. Dies entspricht etwa 62 Millionen Frauen in Europa.

Die Fahnenaktion von TERRE DES FEMMES startet dieses Jahr zum 14. Mal. 2001 wehten erstmals Fahnen von TERRE DES FEMMES. Seitdem wurde ein weltweites Netzwerk geschaffen, das rund um den Aktionstag Veranstaltungen gegen Gewalt an Frauen organisiert. Inzwischen sind über 6.300 Menschen, Institutionen, und Verbände beteiligt. "Die TERRE DES FEMMES-Fahne entwickelt sich weltweit zum vereinenden Symbol für ein freies und gleichberechtigtes Leben von Mädchen und Frauen", erklärt Christa Stolle. Viele der deutschlandweiten Veranstaltungen sind im Online-Fahnenaktionskalender eingetragen.

Schwerpunktthema der diesjährigen Fahnenaktion ist frauenfeindliche Werbung. "Sex Sells" ist bis heute ein häufig verwendetes Motto der Werbeindustrie, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Die teils pornografische Darstellung des Models hat meist keinerlei Produktbezug. Diese Darstellung von Frauen in der Werbung als sexuell verfügbares Objekt ist offensichtlich abwertend und kann zudem Gewalt gegen Frauen fördern: Ein bekanntes Modellabel hat zum Beispiel in seiner Werbung eine Gruppenvergewaltigung nachgeahmt und so Gewalt gegen Frauen verharmlost. TERRE DES FEMMES fordert: "Schluss mit Sexismus in der Werbung! Frauenfeindliche Werbung ist keine Frage des Humors. Dieses Steinzeit-Marketing hat in einer geschlechtergerechten Welt nichts zu suchen!" so Stolle.

Gewalt gegen Frauen bedroht die innere Sicherheit

Der Deutsche Frauenrat beteiligt sich anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November erneut an der von der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes initiierten Fahnenaktion. Damit protestiert er gegen die vielfältigen Formen von Gewalt, denen Frauen im privaten und öffentlichen Raum täglich ausgesetzt sind. Der Deutsche Frauenrat fordert u.a. eine Änderung der Paragrafen 177 und 179 StGB, die Vergewaltigung und sexuelle Nötigung ahnden.
"Wir müssen gar nicht in Länder wie den Irak, wie Nigeria oder Indien schauen, um uns zu empören. Unser Nahfeld bietet – leider – selbst genügend Anlass zur Sorge", sagt Mona Küppers, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Frauenrates:

"Ich denke zum Beispiel an den geplanten Auftritt des selbsternannten ´Pick-up Artisten´ Julien Blanc in Deutschland. Er soll Männern für viel Geld beibringen, wie mann Frauen psychisch und physisch so lange belästigt, tätliche Übergriffe eingeschlossen, bis sie mit ihm ins Bett gehen. Unglaublich, dass für solche Aufrufe zu sexualisierter Gewalt in diesem Land Bühnen geboten werden, während Australien, Brasilien und Japan dem ´Aufreiß-Künstler´ bereits Einreiseverbot erteilt haben. Schockierend ist auch das jüngst bekannt gewordene Video einer jungen Frau, die stundenlang durch die Straßen von New York läuft und sich dabei heimlich filmen lässt. Diese Aufzeichnungen beweisen einmal mehr, welcher massiven Anmache Frauen im öffentlichen Raum ausgesetzt sind. Das ‚Experiment´ der US-amerikanischen Aktionsgruppe ´Hollaback´ würde in jeder europäischen Großstadt sicher zu ähnlichen Ergebnissen führen.

Im Vergleich zu sexualisierter Gewalt als Kriegswaffe, zu Sexsklaverei und Gruppenvergewaltigungen mag das manchen unbedeutend erscheinen. Doch Gewalt gegen Frauen fängt genau da an. Sie ist keine Privatangelegenheit und keine Ausnahmeerscheinung, sondern ein gesellschaftliches Massenphänomen. So belegt eine aktuelle EU-Studie einmal mehr, dass jede dritte Frau seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren hat: zu Hause, am Arbeitsplatz, im Internet oder in der Öffentlichkeit.

Gewalt gegen Frauen ist eine Gefahr für die innere Sicherheit. Deswegen zeigen wir am 25. November Flagge"
, so Mona Küppers weiter.

Mit Blick auf die Bestrafung von Vergewaltigung fordert der Deutsche Frauenrat eine Änderung des Paragrafen 177 StGB (Vergewaltigung, sexuelle Nötigung) dahingehend, dass jede Nötigung zu sexuellen Handlungen ohne Einwilligung des Opfers bestraft wird, außerdem fordert er eine Gleichsetzung des Strafmaßes im Paragrafen 179 StGB (Sexueller Missbrauch widerstandsunfähiger Personen) mit dem im Paragrafen 177.

Seit Beginn der Fahnenaktion im Jahr 2001 wehen fast 7.000 der TERRE DES FEMMES-Fahnen und Banner "frei leben – ohne Gewalt" und jährlich werden es mehr. Veranstaltungen rund um den Aktionstag werden im Online-Fahnenaktionskalender von TERRE DES FEMMES veröffentlicht. Vertreterinnen der Frauenrechtsorganisation sind deutschlandweit an Aktionen beteiligt. Beispielsweise laden die Niederländische Botschaft und die TERRE DES FEMMES-Bundesgeschäftsstelle am Dienstag zur Filmvorführung "DIFRET" mit der äthiopischen Frauenrechtsanwältin Meaza Ashenafi in die Niederländische Botschaft in Berlin ein.

(Quelle: TERRE DES FEMMES, Deutscher Frauenrat)

Public Affairs Beitrag vom 24.11.2014 AVIVA-Redaktion 

   




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