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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 31.10.2016

Branchengruppe Kultur/Kunst in der Freien Arbeiter_innen Union Dresden ruft zu Kritik auf - Art Fair Köln - Antisemitismus bleibt weitgehend unkommentiert
AVIVA-Redaktion

Hakenkreuz und Davidstern gehen in der Arbeit des Künstlers Juraj Kralik nahtlos ineinander über. Was historisch sowie gesellschaftspolitisch inakzeptabel ist, wird in der Kunstwelt weitgehend kommentarlos toleriert.



In der nachfolgenden Pressemitteilung macht die Branchengruppe Kultur/Kunst in der Freien Arbeiter_innen Union Dresden auf Antisemitismus in der Kunstwelt aufmerksam:


Auf der Art.Fair Köln, einer sich als "international" und "zeitgenössisch" begreifenden Kunstmesse in Deutschland, war vom 27. - 30. Oktober folgendes "Kunstwerk" zu sehen: Mannshoch formen gefärbte Münzen zwei Symbole. Je nach Perspektive sieht man ein Hakenkreuz oder die Flagge des Staates Israel mit Davidstern. Beide Symbole werden kommentarlos zusammengefügt. Der slowenische Künstler Juraj Kralik schweigt bisher zu seiner bildnerischen Äußerung. Auch die ihn vertretende Galerie Kir Royal übernimmt keine Verantwortung: "Die Interpretation des Werkes lässt der Künstler offen bzw. er überlasst sie dem Betrachter." lässt ihr Vertreter Juan Cárdenas Romero auf Nachfrage von Gerd Buurmann, Betreiber des Blogs Tapfer im Nirgendwoverlauten.

Die Gleichsetzung der faschistischen deutschen NSDAP mit dem Staat Israel ist eines der bekanntesten antisemitischen "Argumente". Geschichtsrevisionismus und die Relativierung der Shoah sind deren Fundament. Die Münze als Symbol des Geldes, der Finanzwelt und der damit assoziierten vermeintlichen ökonomischen Macht, bilden hier nur die Spitze des antisemitischen Eisberges.

Auch aus historischer Sicht ist Kritik zu üben: Auf eben diesem Messegelände in Köln Deutz fanden ab 1933 nationalsozialistische Veranstaltungen statt: Im Februar 1933 hielt Adolf Hitler hier eine Wahlkampfrede, im April fand hier die nationalsozialistische "Deutsche Woche" unter dem Titel "Denk deutsch – kauf deutsch" statt. Später wurden Juden und Jüdinnen, Rom_nja und Opositionelle von hier aus in die Vernichtungslager deportiert (Jürgen Wilhelm, Das große Köln-Lexikon, 2005, S. 355).

Wir sind schockiert, dass ein solches Bild auf einer Kunstmesse ohne nennenswerten Widerstand mehrere Tage hängen kann. Die Verbreitung antisemitischer Stereotype und letztlich menschenverachtende Hetze dürfen auch unter dem Deckmantel der Kunst keinerlei Akzeptanz erfahren. Wir sind immer wieder schockiert über die Geisteshaltung, sowie die Verantwortungs- und Gewissenlosigkeit, mit der diese von einer Messe und einer Galerie geplant und von vielen Besuchenden toleriert wird.

Die kritische Zurkenntnisnahme dieser Arbeit beruht im Gegensatz zur Einschätzung des Kurators nicht einfach auf "Empfindungen" von "Einzelnen" ("Die von Ihnen erwähnte Interpretation ist durchaus möglich und sicherlich genau so korrekt, wie mehrere Dutzend anderer Interpretationswege, die mir spontan einfallen könnten." so Juan Cárdenas Romero gegenüber Gerd Buurmann). Diese Arbeit überhaupt erst zu machen und sie dann auszustellen sind politische Akte und sind antisemitische Statements.

Die aktuelle politische Situation und der zunehmende Rechtsruck in vielen Europäischen Ländern lassen es nicht zu, keinen Standpunkt zu beziehen. Nur vermeintlich "freies" und vor allem politisches Subjekt, kann sich auch ein Künstler der Verantwortung für die eigenen Aussagen nicht entziehen. Genauso wenig kann dies eine Galerie, eine Direktion oder eine Besuchende der Art-Fair Köln.

In diesem Sinne möchten wir als Kulturschaffende dazu aufrufen, Verantwortung zu übernehmen. Die Fähigkeit Kritik zu üben soll und muss immer wieder erprobt werden. Wir fordern die Verantwortlichen auf, Verantwortung zu übernehmen und Stellung zu beziehen. Wir bitten um Unterstützung diesem Anliegen Nachdruck zu verleihen.

Die Branchengruppe Kultur/Kunst in der Freien Arbeiter_innen Union Dresden im Netz unter: dresden.fau.org


Kritik bitte direkt an:

Juraj Kralik:
jurajkralik.com
kralikjuraj@hotmail.com

art.fair:
www.art-fair.de

Direktion:
Walter Gehlen, gehlen@art-fair.de, 0221-42039310
Andreas Lohaus / lohaus@art-fair.de, 0221-42039310

Galerie Kir Royal:
www.kirroyal.es
info@kirroyal.es, +34 680 964 670, +34 682 607 943
Kir Royal Gallery, Calle del General Pardiñas, 52
28001 Madrid, Spain



Quelle: Branchengruppe Kultur/Kunst in der Freien Arbeiter_innen Union Dresden

Public Affairs Beitrag vom 31.10.2016 AVIVA-Redaktion 

   




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