Berliner Arbeitsgericht hat Klage gegen ZDF wegen Lohngleichheit abgewiesen: Frauenverbände kritisieren Gerichtsentscheidung - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 05.02.2017

Berliner Arbeitsgericht hat Klage gegen ZDF wegen Lohngleichheit abgewiesen: Frauenverbände kritisieren Gerichtsentscheidung. Save the date: Equal Pay Day am 18. März 2017
AVIVA-Redaktion

Hamburg/Berlin 01.02.2017 Ein Fall von Gehaltsdiskriminierung - mehrere Frauenverbände (BPW Germany e.V., Journalistinnenbund, Pro Quote Medien, Pro Quote Regie) haben das Abweisen der Klage auf Lohngleichheit der ZDF-Journalistin und "Frontal 21"-Reporterin Birte Meier als falsches Signal kritisiert.



Die preisgekrönte TV-Macherin und ZDF-Reporterin Birte Meier (45), die für das TV-Magazin "Frontal 21" investigative Themen recherchiert, sah sich im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen deutlich schlechter bezahlt und war dagegen vor dem Arbeitsgericht vorgegangen.
Die Klägern hatte in einem Gespräch mit einem Kollegen erfahren, dass sie deutlich weniger verdient als männlichen Kollegen. Das hatte sie zunächst lange intern zu ändern versucht. Dann war sie unter Berufung auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes dagegen mit dem Vorwurf der Diskriminierung in Berlin vor Gericht gezogen.

Statements von BPW Germany e.V., Journalistinnenbund, Pro Quote Medien, Pro Quote Regie

"Es ist kein gutes Zeichen, dass die Klage auf Lohngleichheit abgewiesen wurde", sagte Rebecca Beerheide, Vorsitzende des Journalistinnenbundes. "Allerdings ist und bleibt der unerklärliche Lohnunterschied aus unserer Sicht eine Diskriminierung von Frauen, die es im Allgemeinen im Jahr 2017 in Deutschland nicht mehr geben sollte."

Maren Weber, Vorsitzende von ProQuote Medien, bemängelte ganz grundsätzlich eine oft rückwärtsgewandte Haltung des öffentlich-rechtlichen Senders aus Mainz: "Wir können nur hoffen, dass sich das ZDF in Sachen Lohngleichheit nicht ähnlich rückwärtsgewandt verhält wie bei der Besetzung von Führungspositionen mit Frauen", sagte sie. Denn wer sich beim ZDF genauer umschaue, der stelle fest: "In den Leitungspositionen sitzen dort vor allem Männer."

Die Organisation Pro Quote Regie, die sich für mehr Frauen als Regisseurinnen einsetzt, warnte vor einer womöglich abschreckenden Wirkung der Entscheidung: "Auch wenn die Klage abgewiesen wurde, hat Birte Meier mit ihrem Mut ein Zeichen für die Gleichstellung gesetzt. Bleibt zu hoffen, dass sich andere Frauen nicht davon entmutigen lassen, vor Gericht zu ziehen, wenn sie eine Diskriminierung feststellen", sagte die Vorsitzende Barbara Rohm.

Zur Abweisung des Berliner Arbeitsgerichts sagte Uta Zech, Präsidentin Business and Professional Women (BPW) Germany: "Es ist höchste Zeit, dass geltendes europäisches Recht in Bezug auf gleiche Bezahlung für Frauen und Männer vor deutschen Gerichten angewendet wird. Die Behauptung, die Ungleichheit liege am individuellen Verhandlungsgeschick von Frauen, hat die Ursachenforschung zum Equal Pay Day widerlegt. Hut ab vor dem Mut von Birte Meier! Sie verdient unseren Respekt und unsere Unterstützung."

Der Journalistinnenbund hatte schon vor der Entscheidung alle Kolleginnen zur Solidarität mit Birte Meier aufgerufen. Der Verband unterstützt den Gesetzentwurf von Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig (SPD) für mehr Transparenz bei den Lohnunterschieden von Frauen und Männern. "Es geht um nichts Geringeres als um Lohngerechtigkeit", mahnte der Journalistinnenbund. Mit Blick darauf, dass das Zweite Deutsche Fernsehen Birte Meier vor der Entscheidung einen Vergleich angeboten hatte, wenn sie dafür das Haus verlasse, sprach der Verband von einer Einschüchterung anderer Kolleginnen, die ebenfalls ihr Recht einfordern wollten.

Birte Meier gegen das ZDF geht in die 2. Instanz.

Save the date: Equal Pay Day am 18. März 2017
Der Equal Pay Day markiert symbolisch den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied, der laut Statistischem Bundesamt aktuell 21 Prozent in Deutschland beträgt. Umgerechnet ergeben sich daraus 77 Tage, die Frauen zum Jahresanfang umsonst arbeiten müssen: 21 Prozent von 365 Tagen = 77 Tage.


Weitere Infos unter.

Pro Quote Medien: www.pro-quote.de

Pro Quote Regie: www.proquote-regie.de und www.facebook.com/proquoteregie

Business and Professional Women (BPW) Germany e.V: www.bpw-germany.de

Journalistinnenbund: www.journalistinnen.de

Online Petition FairPlay ist FairPay!: www.fairpay-heute.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Pro Quote Regie: LET´S TALK ABOUT MONEY. Lohnungerechtigkeit in der Film- und Fernsehbranche. Resultate und Stimmen nach der 1. Fachtagung zum Thema. Und: DAS PQR - BERLINALE – PANEL - Reality Check
Der Gender Pay Gap zwischen Männern und Frauen in der Kulturbranche ist eklatant. Ein positives Signal: Die Film- und Fernsehbranche engagiert sich für mehr Lohngerechtigkeit. ZDF verspricht erste Maßnahmen zur Gleichstellung von Regisseurinnen. (2017)

PRO QUOTE REGIE zum 2. Diversitätsbericht des Bundesverbandes Regie. Systematische Benachteiligung von Frauen hat weiter zugenommen
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Frauen in Kultur und Medien. Ein Überblick über aktuelle Tendenzen, Entwicklungen und Lösungsvorschläge. Ein Beitrag von Dr. Valeska Henze, BücherFrauen e.V.
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Online-Petition FairPay - Berliner Erklärung für Gleichheit auf dem Gehaltszettel
Für Lohngerechtigkeit und Entgeltgleichheit an 365 Tagen im Jahr. Unterstützen Sie die Initiatorinnen des FairPay-Bündnisses mit Ihrer Unterschrift. FairPlay ist FairPay! (2016)





Quelle:
Gemeinsame Pressemitteilung von
BPW Germany e.V. | Journalistinnenbund | Pro Quote Medien | Pro Quote Regie vom 01.02.2017

Public Affairs Beitrag vom 05.02.2017 AVIVA-Redaktion 

   




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