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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 28.04.2017

10. Mai 2017: Zum 84. Mal jährt sich die Bücherverbrennung der Nationalsozialist_innen. Aufruf und Einladung zur Lesung mit Nachbar_innen und Freund_innen bei Alexander Ochs Private
AVIVA-Redaktion

Von Sonnenauf- bis -untergang soll in der Charlottenburger Schillerstraße 15 aus Texten verfolgter Schriftsteller_innen und Journalist_innen gelesen werden. Die Veranstalter_innen laden ein und rufen dazu auf, es ihnen gleichzutun: Zum Gedenken an die Zensur und Verfolgung des Nationalsozialismus und als Mahnung an aktuelle Bedrohungen der Presse- und Kunstfreiheit.



Bücherverbrennung am 10. Mai 1933

In wenigen Wochen, am 10. Mai jährt sich zum 84. Mal die von Nazis initiierte und Goebbels gefeierte Verbrennung humanistischer und demokratischer, "schöner" und wissenschaftlicher, philosophischer und religiöser Literatur. Nur wenige hatten den Mut, sich diesem Akt der Barbarei entgegen zu stellen, die Feuer fraßen Texte von Irmgard Keun, Walter Benjamin, Ernst Bloch, Bertolt Brecht, Max Brod, Otto Dix, Alfred Döblin, Albert Einstein, Lion Feuchtwanger, Marieluise Fleißer, Leonhard Frank, Sigmund Freud, Salomo Friedlaender, Iwan Goll, George Grosz, Maxim Gorki, Jaroslav Hašek, Heinrich Heine, Ernest Hemingway, Ödön von Horváth, Heinrich Eduard Jacob, Franz Kafka, Georg Kaiser, Erich Kästner, Alfred Kerr, Egon Erwin Kisch, Siegfried Kracauer, Karl Kraus, Theodor Lessing, Alexander Lernet-Holenia, Karl Liebknecht, Georg Lukács, Jack London, Rosa Luxemburg, Heinrich Mann, Klaus Mann, Ludwig Marcuse, Karl Marx, Robert Musil, John dos Passos, Carl von Ossietzky, Erwin Piscator, Alfred Polgar, Erich Maria Remarque, Ludwig Renn, Joachim Ringelnatz, Joseph Roth, Nelly Sachs, Felix Salten, Anna Seghers, Arthur Schnitzler, Carl Sternheim, Upton Sinclair, Bertha von Suttner, Ernst Toller, Kurt Tucholsky, Jakob Wassermann, Franz Werfel, Grete Weiskopf, Arnold Zweig und Stefan Zweig und vieler vieler anderer.

Die Schillerstraße damals und heute

In der Schillerstraße 12 bis 15 leben und arbeiten heute agnostische, jüdische, muslimische, christliche und atheistische Menschen, Künstler_innen, zwei Schauspielerinnen, Wissenschaftler_innen, Musiker_innen, Galerist_innen, Architekt_innen, Kunsthistoriker_innen, Diplomat_innen, Ministerialrät_innen, ein Zahnarzt, Studierende und Pensionär_innen, Menschen mit unterschiedlicher politischer Haltung. In diesem Haus lebten jüdische Menschen, elf Stolpersteine im Straßenpflaster vor der Tür legen über deren Ermordung Zeugnis ab. In diesem Haus wurden Wohnungen "arisiert", die Einrichtung einer von den Nazis so genannten "Luxuswohnung" im Vorderhaus der Schillerstraße 15, Möbel, Geschirr, Schmuck, Kunst, inklusive eines Bildes von Louis Corinth kam 1939 zur Versteigerung. Offensichtlich hatte niemand im Haus den Mut, sich dem entgegen zu stellen. Aber auch wunderbare Geschichten entwickelten sich von hier: das jüdische Mädchen Ursula Mamlok flüchtete mit ihren Eltern nach Ecuador und kämpfte sich von dort allein nach New York durch, das sie als 17-jährige erreichte. Sie studierte Komposition und wurde zu einer der wesentlichen amerikanischen Komponistinnen für Neue Musik. 2006 kehrte sie nach Berlin zurück, wo sie erneut viele Konzerte veranstaltete und am 4. Mai 2016 starb.

Einladung und Aufruf: "Zeigen wir Mut!"

Die Geschichte lehrt uns und die aktuelle Entwicklung im Mittleren Osten, in den USA wie in Europa verdeutlicht: Wo immer das Totalitäre an Boden gewinnt, werden Künstler_innen und Intellektuelle eingesperrt, wie das Beispiel des Journalisten Deniz Yücel zeigt. Daher soll am 10. Mai aus Texten heute verfolgter und in Teilen verhafteter Schriftsteller_innen und Journalist_innen wie Swetlana Alexandrowna Alexijewitsch, Hanefi Avci, Mustafa Balbay, Can Dündar, Aslı Erdoğan, Ashraf Fayadh, Liao Yiwu, Liu Xiaobo, Narges Mohammadi, Salman Rushdie, Ahmet Sik, Mahmud Abu Zeid und anderer gelesen werden.

Die Bewohner_innen der Schillerstraße 12 bis 15 rufen dazu auf, am 10. Mai an der Lesung teilzuhaben oder eigene, ähnliche Veranstaltungen zu organisieren. Es soll aus Büchern gelesen werden, die die Nazis verbrannt haben und deren Autor_innen sie ins Exil gejagt, verfolgt und ermordet haben. Hinzu kommen Texte heute inkriminierter und verfolgte Autor_innen. 28 Bewohner_innen der Charlottenburger Schillerstraße 12 bis 15 und zwölf Freund_innen von "außerhalb" werden lesen und laden auch Sie als Akteur_innen ein, unter dem Motto:

"10. Mai 2017. Zeigen wir Mut! Nachbar_innen lesen für Nachbar_innen. Freund_innen lesen für Freund_innen."

Veranstaltungsort: Alexander Ochs Private
Schillerstraße 15
10625 Berlin

Weitere Informationen:

www.alexanderochs-private.com
www.verbrannte-buecher.de
www.stolpersteine-berlin.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Bibliothek verbrannter Bücher. Orte der Bücherverbrennungen in Deutschland 1933
Von März bis Oktober 1933 haben in 62 deutschen Städten 94 öffentliche Bücherverbrennungen stattgefunden. Diese Dokumentation zeichnet die Phasen, die Akteure und die Orte nach. (2008)

Verfemt, Verboten, Verbrannt und oft Vergessen
Vor 75 Jahren fanden in vielen deutschen Universitätsstädten Bücherverbrennungen statt. Zwei Projekte der Erinnerungskultur bieten nachhaltige Wirkung und sind daher hervorzuheben. Vorstellung dreier Bände aus der "Bibliothek Verbrannter Bücher" von Gina Kaus, Walther Rathenau und Anna Seghers. (2008)

Quelle: Alexander Ochs Private

Public Affairs Beitrag vom 28.04.2017 AVIVA-Redaktion 

   




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