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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 24.10.2008

Frauen- und Gleichstellungsminister Innenkonferenz stellt steigendes Armutsrisiko für Frauen fest
AVIVA-Redaktion

Trotz besserer Bildungschancen sind Frauen in führenden Berufen noch immer unterrepräsentiert und wirtschaftlich benachteiligt. Die GFMK fordert konkrete Schritte zur Bekämpfung dieser Missstände.



Am 23.und 24. Oktober 2008 hat in Karlsruhe die 18. Frauen- und GleichstellungsministerInnenkonferenz (GFMK) stattgefunden. Leitthema der diesjährigen GFMK: "Mehr Chancengerechtigkeit durch geschlechtersensible Erziehung, Bildung und Ausbildung".

Die GFMK setzte sich kritisch mit der von Bundeskanzlerin Merkel in dieser Woche vorgestellten "Qualifizierungsoffensive für Deutschland - Aufstieg durch Bildung" auseinander und stellte fest, dass die hohen Erwartungen in Sachen "Bildungsrepublik" auch aus gleichstellungspolitischer Sicht nicht erfüllt worden sind. Die Frauenministerinnen und Frauenminister fordern unter anderem die Berücksichtigung der Geschlechtergerechtigkeit als strukturellen Bestandteil der Bildungsoffensive und konkrete Maßnahmen.

Frauen und Mädchen haben aufgeholt: Ihr Anteil an qualifizierten Bildungsabschlüssen ist gestiegen. Aber beim beruflichen Ein- und Aufstieg, in karriereversprechenden Positionen in Verwaltung, Hochschule und Wirtschaft zeichnet sich dieser Trend noch nicht ab. Mädchen und Frauen sind gerade in den zukunftsträchtigen Berufen in den Ingenieur- und Naturwissenschaften unterrepräsentiert. "Hier muss nachgearbeitet werden" konstatiert der Berliner Frauen- und Gleichstellungsminister Harald Wolf.

Folgende Forderungen der GFMK sind nach wie vor aktuell:

  • Die Erwerbsquote von Frauen in existenzsichernden Tätigkeiten muss erhöht werden.
  • Die Hochschulen müssen familienfreundliche Strukturen schaffen.
  • Das Interesse der jungen Frauen an Naturwissenschaft und Technik muss geweckt und gefördert werden.

    Auf Anregung des Berliner Frauensenators erörterte die GFMK den 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Nach Ansicht von Harald Wolf mangelt es dem Bericht an einer umfassenden Darstellung und Analyse der Situation von Frauen und deren Armutsrisiko in unserer Gesellschaft. Frauen sind vom Armutsrisiko in besonderem Maße bedroht. Als Geringfügig- oder Teilzeit-Beschäftigte leben sie oft an der Grenze des Existenzminimums. Besonders betroffen sind davon vor allem Alleinerziehende.

    Harald Wolf zieht die pauschale Aussage der Bundesregierung, wonach das Aufholen im Bildungsbereich und bei der Erwerbstätigkeit generell mehr Chancen auf eine existenzsichernde Erwerbsarbeit für Frauen und eine bessere Prävention vor Einkommensarmut für Alleinerziehende bedeute, in Zweifel. "Die Zahlen sprechen hier eine andere Sprache. So hat sich beispielsweise die Armutsquote erwerbstätiger Frauen in den letzten Jahren verdoppelt und Alleinerziehende tragen mit 30% das höchste Armutsrisiko überhaupt. Dies wird auch durch den jüngsten Bericht der OECD, wonach sich die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland erheblich verstärkt, bestätigt. Die Formel ´Frau und Kind gleich arm´ darf in unserer Gesellschaft keine Verfestigung finden."

    Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

    "Lohnungleichheit als Dauerskandal" von August 2008.

    Bildungsbericht 2008

    Eine Initiative, mehr Frauen für Zukunftsberufe gewinnen, ergreift "Komm, mach MINT!"

    "Equal Pay Day".

    "CEDAW Alternativbericht 2008"

    "EU-Gleichstellungsbericht 2008"

    "Weißbuch Frauen - Schwarzbuch Männer" aus 2008.

    "Das Schwarzbuch zur Lage der Frauen" aus 2007.

    Zur Lage von Frauen in Berlin:

    "Frauenbericht des Berliner Senats" aus 2006.


    "Studie selbstständige Frauen in Berlin" aus 2008.


    (Quelle: PM Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen vom 24. Oktober 2008)

  • Public Affairs Beitrag vom 24.10.2008 AVIVA-Redaktion 

       




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