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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 13.08.2009

Wenn Eltern die Wahl haben - eine repräsentative Untersuchung
AVIVA-Redaktion

forsa befragte im Auftrag der Zeitschrift ELTERN 1.000 Mütter und Väter zur Bundestagswahl. Für welche Partei stimmen Eltern ab? Welche Themen sind ihnen wichtig? Was Eltern von der Politik fordern



Die forsa-Studie, die telefonisch bei 1.000 Müttern (55 %) und Vätern (45 %) von Kindern unter 18 Jahren im Mai 2009 in ganz Deutschland durchgeführt wurde, ergab unter anderem, dass Eltern generell etwas liberaler wählen als der Rest der Bevölkerung. Besonders Bildung, Familienförderung und Föderalismus im Schulsystem sind zentrale Aspekte, die Eltern beschäftigen.

Wäre der Bundestag bereits im Sommer gewählt worden, hätten sich 35 % der Eltern für die CDU entschieden, 26 % für die SPD und 14 % für die FDP. 13 % hätten für die Grünen gestimmt und 8 % der Eltern mit Kindern unter 18 Jahren für Die Linke.

Eltern sind größere Wahlmuffel als der Durchschnitt der bundesdeutschen Wahlberechtigten (rund 20 %). Jede/r vierte Befragte (23 %) wäre gar nicht zur Wahl gegangen. Das trifft besonders auf jüngere Mütter und Väter zu. Von den 18- bis 34-Jährigen will ein Drittel (33 %) nicht an der Bundestagswahl teilnehmen.

Globale Wirtschaftskrise und nationale Familienpolitik

Bildung ist für Deutschlands Eltern wichtiger als alles andere. Mit 81 % ist Bildung das Top-Thema. Auf dem 2. Platz rangiert die Familienförderung (77 %), mit 75 % gefolgt von der besseren Vereinbarkeit von Job und Familie. Die Kinderbetreuung ist für 67 % ein relevantes Thema. Für die Mehrheit (52 %) ist die freie Wahl des Lebensmodells wichtig. Denn die klassische Rollenverteilung, bei der der Mann das Geld verdient und die Frau die Kinder hütet, wird längst nicht mehr von allen als optimal empfunden.
Für 62 % der Eltern spielen diese Bildungs- und Familienfragen bei der Entscheidung für eine Partei eine genauso große Rolle wie z. B. die Wirtschaftskrise, für rund ein Viertel (24 %) sogar eine noch größere.

Föderalismus im Schulsystem

Fast alle Befragten (91 %) lehnen den Föderalismus in der Bildungspolitik ab und fordern eine bundesweite Vereinheitlichung des Schulsystems. 68 % der befragten Mütter und Väter finden das Schulsystem veraltet, besonders die Norddeutschen (79 %). Eine längere gemeinsame Grundschulzeit wünschen sich rund zwei Drittel (64 %), und 57 % sind der Meinung, dass in der Bildung zu viel auf die Eltern abgewälzt wird. Über die Hälfte (54 %) hadern mit dem Bildungssystem so sehr, dass sie ihre Kinder am liebsten auf eine Privatschule schicken würden, wenn sie es sich leisten könnten. Das trifft besonders auf Eltern mit Hauptschulabschluss zu (60 %).

Leistungen für Familien

Der Staat verfügt über viele unterschiedliche, teils neue Fördertöpfe für Familien. Doch 81 % der befragten Eltern haben das Gefühl, dass davon nur wenig bei ihnen ankommt. Rund drei Viertel (74 %) kritisieren, dass Finanzhilfen über Abgaben und Steuern wieder verloren gehen. Mit diesem Problem sehen sich besonders Familien mit mittlerem Einkommen (82 %) konfrontiert. Um Familien tatsächlich finanziell zu entlasten, favorisiert jede/r dritte Befragte (35 %) eine Kindergrundsicherung von 300 bis 400 Euro. Bei den Alleinerziehenden befürwortet das sogar fast jede/r Zweite (46 %). Mehr Kindergeld wünschen sich 31 % der Befragten und höhere steuerliche Freibeträge für jedes Kind 25 %.
Die Wünsche zur finanziellen Entlastung der Familien unterscheiden sich stark nach Einkommen und Alter der Kinder. Damit das Geld bei allen ankommt, fordern zwei Drittel (66 %) bessere Bildung und Betreuung anstatt direkte Zahlungen an Familien. Dieses Investitionsmodell ist für Ostdeutsche mit 75 % sogar noch wichtiger als für Westdeutsche (64 %).

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Mehr als die Hälfte der Befragten (55 %) hat mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf Probleme, teils sogar große. Besonders betroffen sind dabei Alleinerziehende (65 %) und Eltern mit niedrigem Einkommen (61 %). Für 43 % der Befragten würde ein flexibleres Betreuungsangebot Abhilfe schaffen. Bei den GutverdienerInnen gilt das für die Hälfte. 37 % halten verbesserte Teilzeitangebote mit Zeitkonten für hilfreich, besonders Frauen machen sich dafür stark (42 % vs. 30 % bei den Männern). Über ein Viertel der Befragten (28 %) wünscht sich für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf mehr Unternehmen, die Müttern und Vätern auch bei Teilzeitarbeit Aufstiegschancen ermöglichen.

Betreuungsoffensive

72 % der Eltern sagen, sie hätten kaum etwas von der Betreuungsoffensive der Bundesregierung gemerkt. Nur 6 % sehen sich aktuell als "Nutznießer". 39 % halten das Angebot an Kinderbetreuungsplätzen in Deutschland für generell unzureichend. Diese Einschätzung unterscheidet sich deutlich zwischen den alten und neuen Bundesländern.
Während in Ostdeutschland nur 30 % der Mütter und Väter das Angebot an Betreuungsplätzen kritisieren, sind 41 % in Westdeutschland unzufrieden. Die Mehrheit von 62 % der Eltern, die die Versorgungssituation in bestimmten Altersgruppen für nicht ausreichend halten, meinen, es gebe zu wenig Betreuungsplätze für Kinder bis zwei Jahre. Ein Viertel von ihnen sieht einen Mangel bei den Grundschulkindern.

Wahlfreiheit in Sachen Lebensmodell

Was kann der Staat tun, damit Eltern wirklich frei entscheiden können, wie sie die Rollen in der Familie aufteilen wollen? 85 % der befragten Mütter und Väter sind der Meinung, dass die unterschiedlichen Gehälter von Männern und Frauen angeglichen werden müssen. Sonst bleibt das traditionelle Alleinverdienermodell aus rein finanziellen Gründen die beste Wahl. Für insgesamt 88 % gehört zu einer echten Wahlfreiheit des Lebensmodells, dass Familienarbeit gesellschaftlich besser anerkannt und wie Erwerbsarbeit ein selbstverständlicher Teil der Biografie wird - bei Frauen und Männern. Das kann für 67 % der Befragten in Form eines Betreuungsgeldes passieren. Aber für 77 % spielt eine noch größere Rolle, dass eine Gesellschaft eine freie Entscheidung der Familien für ihre Rollenaufteilung verhindert, indem die Lebensmodelle mit Schlagwörtern wie "Rabenmütter" oder "Herdprämie" belegt werden.

Weitere Informationen und die vollständigen Studienergebnisse finden Sie unter: www.eltern.de


Quellen: Zeitschrift ELTERN, Forschungsinstitut forsa

Public Affairs Beitrag vom 13.08.2009 AVIVA-Redaktion 

   




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