Nazi-Symbole in der deutschen Konsumwelt angelangt
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

Finanzkontor
AVIVA-Berlin > Public Affairs
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Politik + Wirtschaft
   Diskriminierung
   Veranstaltungen in Berlin
   Kultur
   Juedisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 
  Hier suchen, oder zur Sucheseite!


AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
 


Berliner Frauenpreis 2016




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild f├╝r das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



<< Kleine Suche
Nutzen Sie gern unsere Suche in gr├Â├čerer Schrift!

TIPP: ├╝ber den Zur├╝ck-Button Ihres Browsers kommen Sie erneut zur Suche.




Happy New Year 2016




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2016 - Beitrag vom 08.10.2009

Nazi-Symbole in der deutschen Konsumwelt angelangt
Iella Peter

Die Entwicklung ist erschreckend. Im REAL-Markt wurden Pullover mit Nazi-Symbolik verkauft und ZARA brachte 2007 eine Tasche mit Swastika-Emblem auf den Markt. Werden Nazi-Symbole alltagstauglich?



Seit Jahren bedient sich die rechtsextreme Szene verschiedener Kleidermarken, Zahlen und Symbole, um ihr Wir-Gef├╝hl zu festigen und in den ├Âffentlichen Raum vorzudringen. Die Bekleidungsfirma "Lonsdale" beispielsweise erfreut sich europaweit bei Nazis gro├čer Beliebtheit, da sich im Schriftbild des Markennamens die Buchstabenkombination "nsda" verbirgt und in den Augen der Rechten diese Buchstabenfolge f├╝r die Partei Hilters, die NSDAP, steht. Rechtsextreme Tendenzen und Vereinnahmungsversuche solcher Art sind weitl├Ąufig bekannt, weniger Beachtung wird dagegen der Entwicklung geschenkt, dass Nazi-Symbole sich mehr und mehr in unseren Alltag einschleichen.

Am 02.10.2009 ver├Âffentlichte der Tagesspiegel einen Artikel, der die Aktualit├Ąt dieser Thematik deutlich werden l├Ąsst. Eine emp├Ârte Leserin der Tageszeitung entdeckte letzte Woche in einer Filiale der Supermarktkette Real in Berlin-Neuk├Âlln braune Kapuzen-Pullover, die den Schriftzug "NS-Style" trugen. Unter diesem Schriftzug prangte die Zeile "Advanced Man" (vorangeschrittener Mann). Ein mehr als makaberes Produkt der Supermarktkette. Nach Bekanntwerden des Skandals reagierte Real und nahm bereits einen Tag sp├Ąter, am Donnerstag, den 01.10.2009, das gesamte Kontingent, ungef├Ąhr 1.000 St├╝ck, der geschmacklosen Pullover wieder aus den belieferten Filialen.

Albrecht von Truchse├č, Pressesprecher der Supermarktkette Real, zeigte sich sehr "ver├Ąrgert" ├╝ber die Geschehnisse. In Zukunft w├╝rde die Abteilung des Textileinkaufs noch mehr f├╝r diese Thematik sensibilisiert werden, so von Truchse├č.

Urspr├╝nglich sollte die besagten Pullover der Schriftzug "OS-Style" zieren. Da dem zust├Ąndigen Lieferanten aufgefallen sei, dass es bereits ein Kleidungsst├╝ck mit selbigem Text g├Ąbe, ├Ąnderte der Real-Partner in Asien aus lizenzrechtlichen Gr├╝nden die Buchstabenkombination von <"OS" zu "NS", berichtete der Pressesprecher im Telefonat mit AVIVA-Berlin. Der Fehler sei letztlich der f├╝r Qualit├Ątssicherung beim Einkauf beauftragten Abteilung unterlaufen, hier habe es "schlichtweg menschliches Versagen" gegeben, so von Truchse├č.

┬ę Real GmbH


Es ist alarmierend, dass die Verantwortlichen in besagter Abteilung nicht sofort die eindeutige Verkn├╝pfung von "NS" zu "Nationalsozialismus" erkannten und dementsprechend reagierten. Zwangsl├Ąufig stellt sich die Frage, inwieweit nationalsozialistische Symbolik, Floskeln und Gedankengut wieder gesellschaftstauglich sind in Deutschland.

Aber auch im gesamteurop├Ąischen Kontext verliert diese Thematik nicht an Brisanz. 2007 brachte das Modeunternehmen ZARA, weltweit in 66 L├Ąndern vertreten, eine Handtasche im angesagten Ethno-Look auf den Markt, die neben allerlei Bl├╝mchen und Schmuckelementen auch mit gr├╝nen Hakenkreuzen bestickt war. Laut Pressemitteilung von ZARA Deutschland "wurde in einer ZARA-Filiale in London ein einziges Exemplar dieser Tasche entdeckt". Eine 19-j├Ąhrige Britin hatte die Handtasche erworben und erst nach dem Kauf realisiert, welcher Art die Stickereien waren.

┬ę www.weneedtostop.com


Auch in diesem Fall reagierte das betroffene Unternehmen sofort und "entfernte die gesamte Taschenkollektion, zu der dieses Einzelteil geh├Ârte, aus allen Filialen" und entschuldigte sich f├╝r diesen Vorfall. Das urspr├╝nglich genehmigte Design der Tasche, von einem externen Zulieferer aus Indien konzipiert, hatte, laut Pressemitteilung, kein Swastika-Symbol enthalten. Das Hakenkreuz, die so genannte Swastika, ist in Indien ein allgegenw├Ąrtiges Zeichen. Es gilt als Symbol des Gl├╝cks und der Gesundheit.

Die geschilderten F├Ąlle machen deutlich, dass sich innerhalb unserer Gesellschaft ein schleichender Prozess des "Vergessens" der nationalsozialistischen Vergangenheit vollzieht und es dringend in Deutschland einer St├Ąrkung der Zivilgesellschaft und der demokratischen Kultur im Alltag bedarf, um so auf aktuelle Fehler staatlichen und zivilgesellschaftlichen Handelns reagieren zu k├Ânnen. AVIVA-Berlin ruft alle LeserInnen zu mehr Wachsamkeit und einer klaren Positionierung gegen Nazi-Symbolik im Alltag auf!


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

NPD-Hetze gegen den CDU-Politiker Schall in Th├╝ringen. Amadeu Antonio Stiftung fordert konsequenteres Vorgehen der th├╝ringischen CDU gegen Rechtsextremismus.

Bessere Bek├Ąmpfung des Antisemitismus gefordert. In einer gemeinsamen Erkl├Ąrung fordern die j├╝dische Gemeinde zu Berlin, der Koordinierungsrat deutscher Nicht-Regierungsorganisationen gegen Antisemitismus und das J├╝dische Forum f├╝r Demokratie und gegen Antisemitismus die z├╝gige Umsetzung des Beschlusses des Deutschen Bundestags zur Antisemitismusbek├Ąmpfung.

Zentralrat der Juden bereitet Klage gegen Google und YouTube vor. Hakenkreuzvideos und brauner Sumpf auf YouTube. Stephan Kramer, Generalsekret├Ąr des Zentralrats der Juden in Deutschland geht mit einstweiliger Verf├╝gung bei Hamburger Gericht gegen die US-Firma vor.

Mit Antisemitismus und Antiamerikanismus in die Charts. Immer mehr rechtsextreme und verfassungsfeindliche Inhalte finden bei Internetportalen wie youtube und myspace Verbreitung.

Weitere Infos unter:

www.mut-gegen-rechte-gewalt.de

www.tagesspiegel.de

www.weneedtostop.com

Public Affairs Beitrag vom 08.10.2009 AVIVA-Redaktion 

   




   © AVIVA-Berlin 2016  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken