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AVIVA-BERLIN.de im August 2014:

Nazi-Symbole in der deutschen Konsumwelt angelangt
Iella Peter

Die Entwicklung ist erschreckend. Im REAL-Markt wurden Pullover mit Nazi-Symbolik verkauft und ZARA brachte 2007 eine Tasche mit Swastika-Emblem auf den Markt. Werden Nazi-Symbole alltagstauglich?



Seit Jahren bedient sich die rechtsextreme Szene verschiedener Kleidermarken, Zahlen und Symbole, um ihr Wir-Gefühl zu festigen und in den öffentlichen Raum vorzudringen. Die Bekleidungsfirma "Lonsdale" beispielsweise erfreut sich europaweit bei Nazis großer Beliebtheit, da sich im Schriftbild des Markennamens die Buchstabenkombination "nsda" verbirgt und in den Augen der Rechten diese Buchstabenfolge für die Partei Hilters, die NSDAP, steht. Rechtsextreme Tendenzen und Vereinnahmungsversuche solcher Art sind weitläufig bekannt, weniger Beachtung wird dagegen der Entwicklung geschenkt, dass Nazi-Symbole sich mehr und mehr in unseren Alltag einschleichen.

Am 02.10.2009 veröffentlichte der Tagesspiegel einen Artikel, der die Aktualität dieser Thematik deutlich werden lässt. Eine empörte Leserin der Tageszeitung entdeckte letzte Woche in einer Filiale der Supermarktkette Real in Berlin-Neukölln braune Kapuzen-Pullover, die den Schriftzug "NS-Style" trugen. Unter diesem Schriftzug prangte die Zeile "Advanced Man" (vorangeschrittener Mann). Ein mehr als makaberes Produkt der Supermarktkette. Nach Bekanntwerden des Skandals reagierte Real und nahm bereits einen Tag später, am Donnerstag, den 01.10.2009, das gesamte Kontingent, ungefähr 1.000 Stück, der geschmacklosen Pullover wieder aus den belieferten Filialen.

Albrecht von Truchseß, Pressesprecher der Supermarktkette Real, zeigte sich sehr "verärgert" über die Geschehnisse. In Zukunft würde die Abteilung des Textileinkaufs noch mehr für diese Thematik sensibilisiert werden, so von Truchseß.

Ursprünglich sollte die besagten Pullover der Schriftzug "OS-Style" zieren. Da dem zuständigen Lieferanten aufgefallen sei, dass es bereits ein Kleidungsstück mit selbigem Text gäbe, änderte der Real-Partner in Asien aus lizenzrechtlichen Gründen die Buchstabenkombination von <"OS" zu "NS", berichtete der Pressesprecher im Telefonat mit AVIVA-Berlin. Der Fehler sei letztlich der für Qualitätssicherung beim Einkauf beauftragten Abteilung unterlaufen, hier habe es "schlichtweg menschliches Versagen" gegeben, so von Truchseß.

© Real GmbH


Es ist alarmierend, dass die Verantwortlichen in besagter Abteilung nicht sofort die eindeutige Verknüpfung von "NS" zu "Nationalsozialismus" erkannten und dementsprechend reagierten. Zwangsläufig stellt sich die Frage, inwieweit nationalsozialistische Symbolik, Floskeln und Gedankengut wieder gesellschaftstauglich sind in Deutschland.

Aber auch im gesamteuropäischen Kontext verliert diese Thematik nicht an Brisanz. 2007 brachte das Modeunternehmen ZARA, weltweit in 66 Ländern vertreten, eine Handtasche im angesagten Ethno-Look auf den Markt, die neben allerlei Blümchen und Schmuckelementen auch mit grünen Hakenkreuzen bestickt war. Laut Pressemitteilung von ZARA Deutschland "wurde in einer ZARA-Filiale in London ein einziges Exemplar dieser Tasche entdeckt". Eine 19-jährige Britin hatte die Handtasche erworben und erst nach dem Kauf realisiert, welcher Art die Stickereien waren.

© www.weneedtostop.com


Auch in diesem Fall reagierte das betroffene Unternehmen sofort und "entfernte die gesamte Taschenkollektion, zu der dieses Einzelteil gehörte, aus allen Filialen" und entschuldigte sich für diesen Vorfall. Das ursprünglich genehmigte Design der Tasche, von einem externen Zulieferer aus Indien konzipiert, hatte, laut Pressemitteilung, kein Swastika-Symbol enthalten. Das Hakenkreuz, die so genannte Swastika, ist in Indien ein allgegenwärtiges Zeichen. Es gilt als Symbol des Glücks und der Gesundheit.

Die geschilderten Fälle machen deutlich, dass sich innerhalb unserer Gesellschaft ein schleichender Prozess des "Vergessens" der nationalsozialistischen Vergangenheit vollzieht und es dringend in Deutschland einer Stärkung der Zivilgesellschaft und der demokratischen Kultur im Alltag bedarf, um so auf aktuelle Fehler staatlichen und zivilgesellschaftlichen Handelns reagieren zu können. AVIVA-Berlin ruft alle LeserInnen zu mehr Wachsamkeit und einer klaren Positionierung gegen Nazi-Symbolik im Alltag auf!


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

NPD-Hetze gegen den CDU-Politiker Schall in Thüringen. Amadeu Antonio Stiftung fordert konsequenteres Vorgehen der thüringischen CDU gegen Rechtsextremismus.

Bessere Bekämpfung des Antisemitismus gefordert. In einer gemeinsamen Erklärung fordern die jüdische Gemeinde zu Berlin, der Koordinierungsrat deutscher Nicht-Regierungsorganisationen gegen Antisemitismus und das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus die zügige Umsetzung des Beschlusses des Deutschen Bundestags zur Antisemitismusbekämpfung.

Zentralrat der Juden bereitet Klage gegen Google und YouTube vor. Hakenkreuzvideos und brauner Sumpf auf YouTube. Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland geht mit einstweiliger Verfügung bei Hamburger Gericht gegen die US-Firma vor.

Mit Antisemitismus und Antiamerikanismus in die Charts. Immer mehr rechtsextreme und verfassungsfeindliche Inhalte finden bei Internetportalen wie youtube und myspace Verbreitung.

Weitere Infos unter:

www.mut-gegen-rechte-gewalt.de

www.tagesspiegel.de

www.weneedtostop.com

Public Affairs erstellt: 08.10.2009

   




 
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