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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 15.06.2010

Deutlich erhöhte Diskriminierungsrisiken. Studie zur Lebenssituation von Lesben und Schwulen mit Migrationshintergrund veröffentlicht
AVIVA Redaktion

Der Lesben- und Schwulenverband legt mit dieser Arbeit die erste systematische und differenzierte Studie über die Lebenssituation lesbischer Migrantinnen und schwuler Migranten in Deutschland vor.



Homosexualität als kulturelles Tabu

Aziz möchte Arzt werden. Leidenden Menschen zu helfen, ist sein Traum. Doch niemand weiß von seinem eigenen Leiden. Denn Aziz liebt Männer, und in seiner Herkunftskultur gilt das immer noch als Schande. Und in der Schwulenszene fühlt er sich als Deutsch-Türke nicht anerkannt. Olga hat es nicht leichter. Sie kann in ihrem Beruf noch so erfolgreich sein. Solange sie nicht heiratet und Kinder bekommt oder erst recht, wenn jemand erfährt, dass sie Frauen liebt - sie würde für ihre Verwandtschaft als krank gelten. Eine Pseudo-Ehe mit einem Mann wäre vielleicht ein Schutz. Aber kann sie unter solchen Bedingungen jemals glücklich werden? Für Olga und Aziz bedeutet die Familie so viel: Sie haben Angst, sie zu verlieren und möchten doch auch kein ständiges Versteckspiel leben.

Auch wenn es sie überall gibt, ist Homosexualität in vielen Kulturen ein Tabu. Man redet nicht darüber oder verdammt sie sogar. Dabei zerstört nicht Homosexualität die Familien, sondern ihre Tabuisierung, Verleugnung und Bestrafung. Fachleute in der Integrationsarbeit und aus der Antidiskriminierungsarbeit sind hier besonders gefragt. Anlässlich der Vorstellung der Studie "Doppelt diskriminiert oder gut integriert? Zur Lebenssituation von Lesben und Schwulen mit Migrationshintergrund" durch die Leiterin der Untersuchung, Prof. Dr. Melanie Steffens, erklärt Axel Hochrein, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD): "Die Familienpolitik muss sich der Situation von Lesben und Schwulen mit Migrationshintergrund annehmen. Für sie stellt die Familie deutlich überproportional ein hohes Diskriminierungsrisiko dar. Das beeinträchtigt die Chancen junger Menschen auf ein selbstbestimmtes Leben erheblich."

Resultate und Forderungen

Die Ergebnisse der vom LSVD in Auftrag gegebenen Studie zeigen eine Gruppe, die einerseits von großer Vielfalt und hoher Problemlösungskompetenz gekennzeichnet ist, andererseits aber die besonderen Diskriminierungsrisiken ausgesetzt ist. Ein großes Problem ist das Coming-out. Die Studie zeigt, dass der Anteil der offen lebenden Lesben und Schwulen in der Gruppe mit Migrationshintergrund signifikant geringer ist.
Als besonderer Problemkreis erweist sich die Situation in den Familien. Die Eltern reagieren negativer, die Partnerschaften werden weniger akzeptiert. Viele der Befragten gaben an, zugunsten der Familie auf ein offenes Leben als Lesbe oder Schwuler zu verzichten. Das Diskriminierungsrisiko vergrößert sich, wenn die Familie aus einem Land kommt, das von starker Homophobie geprägt ist. Das Risiko sinkt, wenn die Familie Kontakt zu Familien ohne den eigenen Migrationshintergrund hat. Auffällig ist, dass die Befragten in Deutschland häufiger Diskriminierungen auf Grund der Homosexualität erlebten, als Diskriminierungen aufgrund ihrer Herkunft. Das ist angesichts der vielfach belegten Probleme durch rassistische Diskriminierung in Deutschland ein gravierender Befund. Zudem wurden die Diskriminierungen wegen der sexuellen Identität als belastender eingeschätzt.

Der LSVD fordert deshalb den Ausbau der Unterstützungsangebote für Lesben und Schwulen mit Migrationshintergrund sowie eine systematische Aufklärungsarbeit für Eltern und Familien zum Thema Homosexualität. Das Thema Homosexualität muss integraler Bestandteil einer verantwortungsvollen Integrationspolitik sein, um die durch die Studie festgestellten Probleme wirksam zu bekämpfen.

Die Ergebnisse der Studie finden Sie unter: www.migrationsfamilien.de

Den Fachbereich für gleichgeschlechtliche Lebensweisen der Stadt Berlin finden Sie unter: www.berlin.de

Den Lesben- und Schwulenverband finden Sie unter: www.lsvd.de


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Public Affairs Beitrag vom 15.06.2010 AVIVA-Redaktion 

   




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