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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 09.07.2010

Land Berlin beantragt Öffnung der Ehe - Nationaltorhüterin Uschi Holl verpartnert
Sylvia Rochow, Claire Horst

In mehreren europäischen Ländern steht die Ehe homosexuellen Paaren bereits offen. Dazu zählen Belgien, Island, Niederlande, Norwegen, Portugal, Spanien und Schweden. In Deutschland dagegen kam ...



... es bislang nicht zu einer Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben.

Der Widerstand der konservativen Parteien steht ihr bislang noch im Weg. Doch zumindest wird inzwischen immer offensiver über eine Gesetzesänderung debattiert. Im Bundesrat wird heute (9. Juli 2010) der "Antrag des Landes Berlin auf Entschließung des Bundesrates zur Öffnung der Ehe für Personen gleichen Geschlechts (Drucksache 386/10)" vorgestellt. Der Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD), Manfred Bruns, erklärte dazu: "Wir begrüßen die Initiative des Landes Berlin zur Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule. Angesichts des gesellschaftlichen Wandels und der damit verbundenen Änderung des Eheverständnisses gibt es heute keine vernünftigen Gründe mehr, homo- und heterosexuelle Partnerschaften unterschiedlich zu behandeln."

Schon im Jahr 2009 hatte das Bundesverfassungsgericht die Gleichstellung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft mit der Ehe gefordert. Seither gibt es wenigstens keine verfassungsrechtlichen Einwände gegen die Öffnung der Ehe mehr. Forderungen nach der Öffnung der Ehe für Homosexuelle wurden in größerem Rahmen erstmals 1992 laut. Damals hatten über 250 lesbische und schwule Paare das Aufgebot beantragt. Die Eingetragene Lebenspartnerschaft gibt es seit 2001. Wie der LSVD feststellt, werden diese Beziehungen "in der Familie, im Alltag und im Sprachgebrauch" längst als Ehen akzeptiert.

Eine Öffnung der Ehe wäre ohne größere Schwierigkeiten zu vollziehen. Eine einfache Mehrheit des Parlamentes reicht aus, um den entsprechenden Paragrafen des Bürgerlichen Gesetzbuchs zu verändern. Bündnis 90/Die Grünen haben bereits in der letzten Legislaturperiode einen entsprechenden Gesetzentwurf in den Deutschen Bundestag eingebracht. Damals kam er jedoch nicht zum Abschluss.

Hintergrund/Statistik:
Von 2001 bis 2009 sind in Berlin 4.331 Lebenspartnerschaften begründet worden.

Auch Prominente sorgen dafür, dass homosexuelle Partnerschaften längst Normalität geworden sind. So ist Johanna Sigurdadottir, die Ministerpräsidentin Islands, im Juni 2010 als erstes Staatsoberhaupt eine homosexuelle Ehe eingegangen. Sie hatte bereits seit Jahren mit ihrer Partnerin in einer eingetragenen Partnerschaft gelebt. Und auch in Deutschland werden immer deutlicher Signale gesetzt. Ein weiteres Beispiel ist Lissy Gröner, MdEP , die sich im September 2005 in Brüssel mit ihre langjährigen Lebensgefährtin, der Politikberaterin Sabine Gilleßen verpartnert hat.

So hat Nationaltorhüterin Uschi Holl für eine Premiere im deutschen Frauenfußball gesorgt: Die Spielerin vom DFB-Pokalsieger FCR 2001 Duisburg ging am 18. Juni 2010 in Köln mit ihrer Lebensgefährtin Carina Schrörs, einer Diplom-Sportwissenschaftlerin, den Bund für`s Leben ein, und scheute dabei auch die Öffentlichkeit nicht.

Da das Ja-Wort mitten in das frühnachmittägliche WM-Vorrundenspiel der deutschen Männer-Nationalmannschaft gegen Serbien fiel, war ein Kamerateam des WDR unter dem Motto "Heiraten während des Deutschlandspiels" unterwegs. Die 27-jährige Europameisterin Holl stand bereitwillig Rede und Antwort und war trotz der Terminkollision bester Laune. Eigentlich hatte das Paar geplant, nach der Hochzeit bei der abendlichen Feier mit den fußballaffinen Gästen das WM-Spiel gucken zu können, doch dann machte die frühe Ansetzung ihnen einen Strich durch die Rechnung.

© Sylvia Rochow


Uschi Holl - Weltmeisterin (2007), Europameisterin (2005 und 2009), mehrfache Deutsche Meisterin sowie UEFA-Women´s-Cup- und DFB-Pokal-Siegerin - ist die erste aktive deutsche Fußball-Nationalspielerin, die sich (öffentlich) verpartnert hat.

Noch 1995 hatte es der Deutsche Fußball-Bund (DFB) beispielsweise seinen Nationalspielerinnen untersagt, an den Eurogames (europäische schwul-lesbische Sportgroßveranstaltung) teilzunehmen. Bei Zuwiderhandlung drohte der Ausschluss aus der Nationalmannschaft. Unter dem aktuellen DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger warb der DFB in den vergangenen Jahren verstärkt um Toleranz, u.a. gegenüber Homosexuellen. So wurde er 2008 von Maneo mit dem Tolerantia-Preis für seinen "Einsatz gegen Intoleranz und Homophobie im Breitensport" geehrt.

Weitere Infos unter:

www.artikeldrei.de

www.lsvd.de


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Durchbruch bei der Gleichstellung von LebenspartnerInnen mit EhegattInnen am 22. Oktober 2009

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Public Affairs Beitrag vom 09.07.2010 AVIVA-Redaktion 

   




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