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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 25.08.2010

Start der Berlinweiten Kampagne gegen häusliche Gewalt am 25. August 2010
Elina Ioschpa

Mit dem kunstvoll inszenierten Kinospot will die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen auf das Tabu-Thema häusliche Gewalt aufmerksam machen und für Betroffene eine neue...



... Internetplattform etablieren.

Am 25. August 2010 stellte Harald Wolf, Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen, gemeinsam mit Joachim Bosse, Creative Director bei der Werbeagentur DOJO, die im Auftrag des Senats entstandene Kampagne gegen häusliche Gewalt vor. Im Mittelpunkt steht der Kinospot "Hinter-deutschen- Wänden", der ab dem 26.08.2010 in den Cineplex- und Off-Kinos sowie dem Berliner Fenster ausgestrahlt wird.

Es ist Abend, draußen ist es dunkel, der Fernseher flimmert, das Geschirr stapelt sich in der Küche. Was wir sehen ist ganz normal, doch was wir zu hören kriegen ist alles andere als das. Beim näheren Ranzoomen an die Wand ertönen Schreie, dumpfe Schläge und ein leises Wimmern. Die Kamera bleibt an der Wand haften und das Tapetenmuster verwandelt sich in Fäuste und Gürtelriemen. Diese Bilder sollen auf etwas aufmerksam machen, das man oft nicht sofort wahrnimmt: häusliche Gewalt.

Neue Plattform für Betroffene

Zusätzlich zum Kinospot machen stadtweit Großplakate mit dem Slogan "Manchmal sieht man es nicht auf den ersten Blick" und der Telefonnummer der BIG-Hotline als zentraler Anlaufstelle auf das Tabu-Thema häusliche Gewalt aufmerksam. Weitere Elemente sind City Cards und die Schaltung der Webseite www.hinter-deutschen-wänden.de, die als neue Online-Plattform zur Hilfe und Selbsthilfe etabliert werden soll. Auf der Homepage finden Betroffene, aber auch Familienangehörige oder ArbeitskollegInnen Hilfe, Beratung und Unterstützung. Die Hotline 030 / 611 03 00 verbindet die Frauen mit BIG und vermittelt Plätze in Frauenhäusern. Für Kinder, die oft ZeugInnen und damit auch Opfer der Gewalttaten werden, gibt es einen eigenen Notruf: 030 / 610 061 (Kindernotdienst).

Senator Harald Wolf während der Pressekonferenz im Berliner Delphi-Kino: "Wir wollen mit dieser ausgesprochen kreativen Kampagne Betroffene ermutigen, sich Hilfe zu holen und dies verbinden mit der Aufforderung an Unterstützerinnen und Unterstützer, den Opfern zu helfen. Gleichzeitig werden wir damit alle Berlinerinnen und Berliner informieren und sensibilisieren. Und wir wollen auch Männer dazu motivieren, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Bei der Bekämpfung von häuslicher Gewalt sind wir auf die Unterstützung aller gesellschaftlichen Kräfte angewiesen."

© Elina Ioschpa, AVIVA-Berlin


Jede vierte Frau von häuslicher Gewalt betroffen

Bereits seit mehreren Jahren setzt sich der Berliner Senat gegen häusliche Gewalt ein. Dass dieses Engagement bitter nötig ist, beweisen die hohen Opferzahlen. Die Studie "Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland", die im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Jahr 2004 von dem Interdisziplinären Frauenforschungszentrum der Universität Bielefeld in Kooperation mit dem Institut für angewandte Sozialwissenschaft, Bonn durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass etwa jede vierte Frau in Deutschland im Alter von 16 bis zu 80 Jahren in ihrem Leben mindestens einmal Opfer körperlicher und/oder sexueller Gewalt durch ihren Beziehungspartner wird.

Allein in Berlin wurden im vergangenen Jahr mehr als 10.000 Frauen Opfer häuslicher Gewalt, viele mehr als einmal. Von der Berliner Polizei wurden insgesamt 16.285 Fälle erfasst. 3.465 betroffene Frauen und Kinder haben in den Berliner Frauenhäusern und Zufluchtswohnungen Schutz und Hilfe gesucht.
Gewalt gegen Frauen und Kinder ist die häufigste Form von Gewalt weltweit, sie zieht sich durch alle sozialen Schichten und findet meist zu Hause statt. Sie umfasst psychische Gewalt wie Drohungen und Erniedrigung, finanzielle und soziale Gewalt wie Isolation sowie körperliche oder sexuelle Gewalt bis hin zu Tötungsdelikten. In etwa 80% der Fälle wird häusliche Gewalt von Männern ausgeübt.

Auswirkungen der Gewalt

(Häusliche) Gewalt verletzt und zerstört das Selbstwertgefühl, die sozialen Beziehungen sowie die Lebensperspektiven der betroffenen Frauen. Die Opfer erleiden zum Teil schwerste Körperverletzungen, es kommt zu Vergewaltigungen und versuchten oder vollendeten Tötungen. Je länger und je häufiger Frauen der Gewalt ausgesetzt sind und je früher sie stattfand, desto komplexer können die psychischen und physischen Folgen für sie sein. Nun sollen die Menschen mit der Berlinweiten Kampagne wachgerüttelt und zum Hinsehen und Helfen bewegt werden.

Homepage der Kampagne: www.hinter-deutschen-wänden.de

Die BIG e.V. Hotline bietet Hilfe bei häuslicher Gewalt gegen Frauen:
Tel. 030 - 611 03 00 (Täglich von 9 - 24 Uhr)
oder im Internet: www.big-hotline.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Berliner Unternehmen engagieren sich gegen Gewalt an Frauen, 2009

Letzter Runder Tisch zum Berliner Aktionsplan gegen häusliche Gewalt, 2008

Internationaler Aktionstag gegen Gewalt an Frauen 2008

Gemeinsamer Kampf gegen häusliche Gewalt geht weiter, 2007

Kampf gegen häusliche Gewalt, 2006

Neues Angebot der Big-Hotline, 2005





Public Affairs Beitrag vom 25.08.2010 AVIVA-Redaktion 

   




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