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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 28.09.2010

Länderübergreifende Kampagne gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern
Britta Meyer

"Nicht wegsehen" – das ist die Kernbotschaft der Aktion zum Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch im Tourismus, die am diesjährigen Welttourismustag in Deutschland, Österreich und in der...



... Schweiz beginnt. AVIVA-Berlin berichtet von der Pressekonferenz zum Start der Kampagne in Berlin.

Zum Welttourismustag am 27. September stellte ein breites Bündnis von Politik, Reisebranche und Nichtregierungsorganisationen im deutschsprachigen Raum die länderübergreifende Kampagne "Nicht wegsehen" vor. Erklärtes Ziel der Kampagne ist es, Kinder in Urlaubsländern vor sexueller Gewalt und Ausbeutung zu schützen. Dazu hat sich erstmalig grenzüberschreitend ein Bündnis im deutschsprachigen Raum gebildet, teilten der Deutsche Reise Verband (DRV) und die Kinderrechtsorganisation ECPAT (End Child Prostitution, Child Pornography and Trafficking in Children for Sexual Purposes) Deutschland auf einer Pressekonferenz in Berlin mit.

Aufklärungsbroschüre "Kleine Seelen, große Gefahr..." des Deutschen Reise Verbands © DRV

Die gemeinsame Kampagne gründet auf der Zusammenarbeit der deutschen Bundesministerien für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi), des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWFJ) in Österreich, des Staatssekretariats für Wirtschaftsfragen (SECO) in der Schweiz, sowie der Kinderrechtsorganisation ECPAT, einem bundesweiten Zusammenschluss von 29 Institutionen und Gruppen. Kern der Kampagne ist ein kurzer Videofilm, der Reisende mit der Botschaft "Nicht wegsehen" für das Thema sensibilisieren soll. Der Film beinhaltet einen Aufruf an UrlauberInnen, ihren Wahrnehmungen nicht nur zu vertrauen, sondern diese auch weiterzugeben. "Wir können sexuellen Missbrauch von Kindern verhindern, wenn wir nicht wegsehen" – so lautet der eindringliche Appell des 45 Sekunden dauernden Videospots "Witness".

Zahlreiche Touristikunternehmen haben sich bereit erklärt, den Film einzusetzen – darunter beispielsweise die Ferienfluggesellschaft Condor, Studiosus Reisen, die Rewe Touristik, die Deutsche Bahn und die Hotelgruppe Accor. Der Videofilm kann zudem auf der Homepage des DRVs abgerufen werden.
Die Kampagne setzt außerdem auf vertiefte Aufklärung der Tourismusfachkräfte. Dazu wurde ein E-Learning Tool für die MitarbeiterInnen der Branche entwickelt, um bei Verdachtsmomenten entsprechend handeln zu können. Das Tool wird vom Deutschen Seminar für Tourismus (DSFT) in Berlin gehostet und ist, nach vorherigem Login, unter der Internetadresse www.childprotection-tourism.org abrufbar.

Billigflieger machen es Kinderschändern einfach

Die europäische Polizeibehörde Europol hatte im Juli 2008 in einem Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung den Billigfluglinien eine Mitschuld am Anstieg des Sextourismus gegeben. Europol-Chef Max-Peter Ratzel sagte dazu: "Die Reduzierung der Flugticketpreise und zugleich die strengere Gesetzgebung in den westlichen Ländern trägt zur wachsenden Zahl von Sextouristen bei." Diese könnten selbst ferne Reiseziele billig erreichen, "um schließlich Kinder sexuell zu missbrauchen". Ratzel nannte die sexuelle Ausbeutung von Kindern durch reisende Täter "ein ernstes Problem, das seit langem unter der Beobachtung Europols steht".

Vor allem "Kontinente und Länder mit ärmlichen wirtschaftlichen Bedingungen, die einen Großteil der Bevölkerung betreffen, sind bevorzugte Ziele der Sextouristen". Zunehmend gehöre dazu auch Kambodscha, sagte der Europol-Chef. In manchen Fällen sind nach Ratzels Worten Familien so arm, "dass sie die eigenen Kinder den Sextouristen als Missbrauchsopfer anbieten". Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF schätzt, dass weltweit rund zwei Millionen Kinder und Jugendliche Opfer sexueller Ausbeutung werden. Zu den Tätern gehören viele Deutsche.
Ernst Burgbacher, Beauftragter der Bundesregierung für Mittelstand und Tourismus, betonte auf der Pressekonferenz in Berlin nicht nur, dass Kindesmissbrauch ein schreckliches Verbrechen sei, sondern ließ die ZuhörerInnen auch merken, welche ökonomischen Interessen für ihn eine große Rolle spielen, denn laut Burgbacher dürfe "eine derartige Schädigung des Images der Tourismusbranche keinesfalls zugelassen werden".

Verhaltenskodex gegen Kinderprostitution

Nach Verhandlungen mit ECPAT hat der DRV mit seinen knapp 5.000 Mitgliedern im Jahr 2001 einen Verhaltenskodex zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung unterschrieben. Die Unterzeichnenden des Kodexes verpflichten sich

  • zur Information und Fortbildung der MitarbeiterInnen hier und im Urlaubsland,
  • Klauseln in Verträge mit Hotels und anderen VertragspartnerInnen aufzunehmen, die eine gemeinsame Ablehnung der sexuellen Ausbeutung von Kindern deutlich machen,
  • die Reisenden sowohl in Deutschland als auch im Urlaubsgebiet auf das Problem Kinderprostitution aufmerksam zu machen, z.B. durch hauseigene Broschüren, Filme während des Flugs oder durch das Internet,
  • zu einem jährlichen Bericht über die umgesetzten Maßnahmen.

    Inzwischen haben beinahe 1000 Unternehmen den Kodex unterzeichnet, sagte Mechthild Maurer, Geschäftsführerin von ECPAT, während der Konferenz in Berlin. Jetzt gehe es darum, dass KundInnen in den Reisebüros nachfragen, inwiefern der Verhaltenskodex auch tatsächlich umgesetzt wird.

    E-Mail-Adressen zur weltweiten einfachen Meldung von Kindesmissbrauch

    Reisende sollen nachdrücklich dazu ermutigt werden, im Urlaubsland nicht wegzusehen, sondern aktiv mitzuhelfen, Kinder vor Missbrauch zu schützen. Erstmals gibt es hierzu seit dem 27. September 2010 eine leicht zu merkende E-Mail-Adresse, die Reisende dazu nutzen können, auffällige Beobachtungen zu melden. In Deutschland ist das Bundeskriminalamt (BKA) unter der E-Mail stopp-missbrauch@bka.de zu erreichen. In Österreich lautet die Adresse meldestelle@interpol.at.
    Auf der Schweizer Internet-Seite www.stop-childsextourism.ch gibt es einen vorgefertigten und standardisierten Meldebogen, damit die Daten und Vorfälle nach bestimmten Kriterien abgefragt werden können. Diese Adressen können Reisende von jedem Rechner der Welt aus anschreiben, um verdächtige Beobachtungen sofort und unkompliziert zu melden. Von Deutschland, Österreich oder der Schweiz aus können bei erstatteter Meldung umgehend Verfahren eingeleitet werden, um die Täter im Zielland festzusetzen und vor allem die Kinder zu schützen. Dies soll ZeugInnen sexuellen Missbrauchs den Weg über einheimische Behörden ersparen und damit das schnelle und konsequente Handeln erleichtern.

    Weitere Informationen finden Sie unter:

    Stellungnahme von Europol-Chef Max-Peter Ratzel gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung (Juli 2008)

    www.bka.de

    ECPAT

    Verhaltenskodex zum Schutz von Kindern

    E-Learning-Tool für MitarbeiterInnen der Tourismus-Branche: www.childprotection-tourism.org (Login erforderlich)

    Faltblatt "Kleine Seelen - große Gefahr"

    Petition "Stoppt Sex-Handel mit Kindern und Jugendlichen"

    Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

    E-Interview mit Iris Hölling, Wildwasser e.V. (2003)

    Menschenhandel ist moderne Sklaverei (2010)

    Prostitution und Frauenhandel im Zeitalter der Globalisierung (2008)

    (Quellen: TAZ, Neue Osnabrücker Zeitung)

  • Public Affairs Beitrag vom 28.09.2010 Britta Meyer 

       




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