Aktionswochen gegen Antisemitismus der Amadeu Antonio Stiftung - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

amadeu-antonio-stiftung Finanzkontor 120 BPM
Aviva-Berlin > Public Affairs AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Politik + Wirtschaft
   Diskriminierung
   Veranstaltungen in Berlin
   Kultur
   J├╝disches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Chanukka 5778




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild f├╝r das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 24.11.2010

Aktionswochen gegen Antisemitismus der Amadeu Antonio Stiftung
AVIVA-Redaktion

Die Aktionswochen haben mit dem Schwerpunkt Israelfeindschaft in diesem Jahr das erste Mal einen inhaltlichen Schwerpunkt. Nicht nur am 09. November 2010 finden bundesweit Gedenk- und ...



...Diskussionsveranstaltungen, Filmauff├╝hrungen, ZeitzeugInnengespr├Ąchen und Lesungen statt.

175 Veranstaltungen gegen Antisemitismus

Die Amadeu Antonio Stiftung er├Âffnete die bundesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus mit Cem ├ľzdemir, Bundesvorsitzender B├╝ndnis 90/Die Gr├╝nen, Stephan J. Kramer, Generalsekret├Ąr Zentralrat der Juden in Deutschland, Steffen Richter, Vorsitzender vom Alternativen Kultur- und Bildungszentrum Pirna e.V. und Anetta Kahane, Vorsitzende des Vorstands der Amadeu Antonio Stiftung, als Gastgeberin.

Dieses Jahr haben die Aktionswochen mit dem Thema Israelfeindschaft erstmalig einen inhaltlichen Schwerpunkt. Frau Kahane erl├Ąuterte zu Beginn der Pressekonferenz: "Als wir vor sieben Jahren die ersten Aktionswochen gegen Antisemitismus veranstalteten geschah dies, weil wir den Eindruck hatten, dass Erinnerungskultur und die Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus zunehmend in den Hintergrund geraten. Neben der Notwendigkeit sich gerade an den 09. November zu erinnern, besteht auch eine Notwendigkeit sich mit aktuellen Formen des Antisemitismus auseinander zu setzen. Die wohl am meisten verbreitete Form von aktuellem Antisemitismus ist die Israelfeindschaft". Sie betonte, dass es selbstverst├Ąndlich nicht darum gehe, dass man Israel nicht kritisieren d├╝rfe, sondern um israelbezogenen Antisemitismus, der sich oft als Kritik an Israel tarne.

Der Generalsekret├Ąr vom Zentralrat der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, hob hervor, wie wichtig eben diese Auseinandersetzung mit der Israelfeindschaft sei, die einen Tr├Ągermechanismus f├╝r Antisemitismus darstelle. In diesem Zusammenhang warnte er eindringlich davor, sich nur mit den extremen R├Ąndern der Gesellschaft zu besch├Ąftigen. "Zunehmend ist festzustellen, dass gerade die gut ausgebildete Mitte der Gesellschaft, Menschen die sich sehr gew├Ąhlt und akkurat ausdr├╝cken k├Ânnen, sich gerade in Bezug auf Israel antisemitisch ├Ąu├čern, ohne dass dies gesellschaftlich sanktioniert wird", so Kramer.

Der Bundesvorsitzende der Gr├╝nen Cem ├ľzdemir, der 2009 die von der Amadeu Antonio Stiftung herausgegebene Handreichung "Die Juden sind schuld. Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft am Beispiel muslimisch sozialisierter Milieus" unterst├╝tzt hatte, betonte, dass Antisemitismus jeden etwas anginge: "Manche verbreiten unter dem Vorwand, Kritik an Israel zu ├╝ben, antisemitisches Gedankengut. Das k├Ânnen wir nicht hinnehmen. Es ist auch ein Gebot der Demokratie, dass der Einzelne und die Organisationen der Zivilgesellschaft hier einschreiten."

Steffen Richter vom Alternativen Kultur- und Bildungszentrum (AKuBiZ) Pirna e.V. bem├Ąngelte, dass "alles was an Juden und j├╝disches Leben in Pirna erinnert" praktisch verschwunden sei. Es sei daher enorm wichtig Lokalgeschichte wieder sichtbarer zu machen.

Debatte um Integration

Im weiteren Verlauf der Pressekonferenz spielten die Nachwehen der Sarrazin-Debatte eine gro├če Rolle. Sowohl Anetta Kahane als auch Stephan Kramer kritisierten vehement, dass derzeit ├╝berall von "j├╝disch-christlicher Tradition" gesprochen werde. Kahane beanstandete, dass eine vermeintliche "j├╝disch-christliche Symbiose gegen Muslime in Anschlag gebracht wird". Diese geschehe, um Menschen nach kulturellen Kriterien in gute, weniger gute und schlechte Menschen einzuteilen. In diesem Zusammenhang kritisierte der Bundesvorsitzende der Gr├╝nen, dass Menschen aus dem islamischen Kulturkreis in Deutschland auf ihre vermeintlich gemeinsame Religion reduziert und als homogene Masse abgestempelt w├╝rden. "Etwas h├Ąlt Einzug, was in h├Âchstem Ma├če beunruhigend ist", so ├ľzdemir. "Die Menschen, ihre Herkunft und ihre vermeintliche Religion werden in einen Topf geworfen und zu einer gef├Ąhrlichen Masse verr├╝hrt. Das ist ein R├╝ckfall in die integrationspolitische Steinzeit."

Anetta Kahane betonte in diesem Zusammenhang, zwar werde die Sarrazin-Debatte unter dem Label "Islam" gef├╝hrt, doch es gehe nicht nur um den Islam, sondern um sichtbare Minderheiten - weshalb es vor allem eine Debatte um Rassismus sei. Und diese betreffe alle Minderheiten.

Antisemitismus in Deutschland

Antisemitismus in Deutschland hat sehr unterschiedliche Gesichter: Immer wieder kommt es zu antisemitischen Schmierereien, wie beispielsweise Anfang Oktober 2010 in der Dresdner Neustadt. Dort hatten Unbekannte mehrere Hausfassaden mit antisemitischen Spr├╝chen bespr├╝ht. Dass solche Parolen oftmals gar nicht mehr als st├Ârend empfunden werden, zeigte sich im Fr├╝hjahr in Hannover. Dort war ├╝ber Monate hinweg an einem Bauwagen der Stadtwerke Hannover eine antisemitische Parole zu sehen. Trotz mehrerer Hinweise lie├čen die Stadtwerke den Schriftzug erst entfernen, als der Vorfall medial rezipiert wurde. Die Brandanschl├Ąge auf die gerade erst eingeweihte Synagoge in Mainz Ende Oktober 2010 oder auf die Synagoge in Worms Mitte Mai 2010 zeigen auf bedr├╝ckende Weise, dass brennende Synagogen nicht der Vergangenheit angeh├Âren. Auch ├ťbergriffe auf J├╝dinnen und Juden finden in Deutschland immer wieder statt. So wurde im Juni 2010 eine j├╝dische Tanzgruppe von mehreren Jugendlichen bei einem ├Âffentlichen Auftritt mit Steinen beworfen. Nur knapp eine Woche sp├Ąter sind in einer Diskothek in Berlin-Friedrichshain zwei Israelis verletzt worden. Der Angreifer fragte die Beiden, woher sie k├Ąmen, entgegnete dann, er sei Pal├Ąstinenser und schlug unvermittelt auf sie ein. Beim Verlassen der Diskothek wurden die Israelis noch von einem 43j├Ąhrigen Mann mit Pfefferspray verletzt.

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.amadeu-antonio-stiftung.de


Veranstaltungen in Berlin

  • Dienstag, 09. November 2010, 14 - 17 Uhr
    "Berlin als Erinnerungslandschaft" Stadtspaziergang rund um das
    Denkmal f├╝r die ermordeten Juden Europas

    Treffpunkt: Denkmal f├╝r die ermordeten Juden Europas
    Cora-Berliner-Str. 1
    10117 Berlin
    Fahrstuhl Cora-Berliner- / Ecke Hannah-Arendt-Stra├če
    Anmeldung: E-Mail: besucherservice@stiftung-denkmal.de oder Tel. 030 ÔÇô 26 39 43 36
    VeranstalterInnen: Stiftung Denkmal f├╝r die ermordeten Juden Europas
    Weitere Informationen finden Sie unter: www.stiftung-denkmal.de/

  • Dienstag, 09.November 2010, 17 Uhr
    Kundgebung und Demonstration: "9.November 1938 ÔÇô 9.November 2010 - 72. Jahrestag der Reichspogromnacht"

    Veranstaltungsort: Auftaktkundgebung am Mahnmal Levetzowstrasse
    (U-Bhf Hansaplatz, S-Bhf Tiergarten) in Moabit
    mit der Zeitzeugin Marianne Kaufoldt.
    Anschlie├čend: Antifaschistische Demonstration zum Mahnmal an der Putlitzbr├╝cke (S- Westhafen)
    Weitere Informationen finden Sie unter: Antifaschistische Initiative Moabit
    www.aim-berlin.de.vu/

  • Dienstag, 09. November 2010, 18 Uhr
    Stimmen im Gedenken an den 9. November 1938

    Werkstattgottesdienst von Aktion S├╝hnezeichen Friedensdienste und der Evangelischen Kirchengemeinde in der Friedrichstadt "Lasst ab vom Krieg ÔÇô eine Fluchtburg ist Israel der Gott Jakobs".
    Veranstaltungsort: Franz├Âsischer Dom
    Gendarmenmarkt 5
    10117 Berlin
    www.franzoesischer-dom.de
    Weitere Informationen finden Sie unter: www.asf-ev.de

  • Mittwoch, 10. November 2010, 14:30 Uhr
    Arbeiten f├╝r den Feind. NS-Zwangsarbeit: Folgen und Erinnerungen nach 1945

    ├ľffentliche Abschlussdiskussion der Konferenz "Zwangsarbeit in Hitlers Europa".
    Veranstaltungsort:J├╝disches Museum Berlin
    Lindenstra├če 9-14
    10969 Berlin
    www.jmberlin.de
    Weitere Informationen finden Sie unter: www.jmberlin.de

  • Donnerstag, 11. November 2010, 20 Uhr
    Filmvorf├╝hrung: Chronik des Aufstandes im Warschauer Ghetto nach Marek Edelman (1994)

    Im Rahmen der Reihe: Das Bild des Ghettos im Dokumentarfilm.
    Veranstaltungsort: Topographie des Terrors
    Auditorium
    Niederkirchnerstra├če 8
    10963 Berlin
    www.topographie.de
    VeranstalterInnen: Stiftung Topographie des Terrors, Polnisches Institut Berlin
    Weitere Informationen finden Sie unter: www.topographie.de

  • Montag, 15. November 2010 19:30 Uhr
    Ir├Ęne N├ęmirovsky: Die Familie Hardelot

    Buchpr├Ąsentation mit Denise Epstein und Judith Rosmair.
    Veranstaltungsort: J├╝disches Museum Berlin
    Lindenstra├če 9-14
    10969 Berlin
    www.jmberlin.de
    Eintritt: 9,- Euro, erm. 7,- Euro
    Weitere Informationen finden Sie unter: www.jmberlin.de

  • Freitag, 19. November 2010, 18:30 Uhr
    Vortrag: "Politischer Antisemitismus und die Protokolle der Weisen von Zion"

    Veranstaltungsort: Galerie der Amadeu Antonio Stiftung
    Linienstra├če 139
    10115 Berlin
    www.amadeu-antonio-stiftung.de
    VeranstalterInnen: Roter Stern Nordost Berlin
    www.roter-stern-berlin.de

  • Montag, 22. November 2010, 19:30 Uhr
    Rafael Seligmann: Deutschland wird dir gefallen

    Buchvorstellung, Moderation: Tissy Bruns (Der Tagesspiegel)
    Veranstaltungsort: J├╝disches Museum Berlin
    Lindenstra├če 9-14
    10969 Berlin
    www.jmberlin.de
    Eintritt: 5,- Euro
    Weitere Informationen finden Sie unter: www.jmberlin.de

  • Donnerstag, 25. November 2010, 20 Uhr
    Filmvorf├╝hrung: Geheimsache Ghettofilm (2009)

    im Rahmen der Reihe: Das Bild des Ghettos im Dokumentarfilm
    Veranstaltungsort: Topographie des Terrors, Auditorium
    Niederkirchnerstra├če 8
    10963 Berlin
    www.topographie.de
    VeranstalterInnen: Stiftung Topographie des Terrors, Polnisches Institut Berlin
    Weitere Informationen finden Sie unter: www.topographie.de

    Die Liste der deutschlandweiten Veranstaltungen der Aktionswochen finden Sie unter: www.amadeu-antonio-stiftung.de

    Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

    "Die Juden sind schuld. Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft am Beispiel muslimisch sozialisierter Milieus"

    Wissenschaftler stellen Berliner Programm gegen Rechtsextremismus gute Noten aus - Fremdenfeindliche Gewalt trotzdem an der Tagesordnung

    Neue Liste von Todesopfern rechtsextremer und rassistischer Gewalt im M├Ąrz 2010 ver├Âffentlicht

  • Public Affairs Beitrag vom 24.11.2010 AVIVA-Redaktion 

       




       © AVIVA-Berlin 2017  
    zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken