Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und Bundesverband Frauenberatungsstelle und Frauennotrufe warnen vor K.O.-Tropfen - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

amadeu-antonio-stiftung Regina Schmeken. Blutiger Boden Finanzkontor
Aviva-Berlin > Public Affairs
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Politik + Wirtschaft
   Diskriminierung
   Veranstaltungen in Berlin
   Kultur
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 
  Hier suchen, oder zur Sucheseite!


AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
 


AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2017




Happy Birthday AVIVA




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



<< Kleine Suche
Nutzen Sie gern unsere Suche in größerer Schrift!

TIPP: über den Zurück-Button Ihres Browsers kommen Sie erneut zur Suche.




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 29.07.2008

Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und Bundesverband Frauenberatungsstelle und Frauennotrufe warnen vor K.O.-Tropfen
Andrea Petzenhammer

K.O.-Tropfen sind geschmacks- und geruchlos und werden bei sexuellen Übergriffen als Betäubungsmittel eingesetzt. Trotz Erinnerungsverlust ist eine Anzeige möglich. Frauennotrufe unterstützen Opfer



Sexualisierte Gewalt im Zusammenhang mit K.O.-Tropfen nimmt zu

In Kooperation mit dem "Bundesverband Frauenberatungsstelle und Frauennotrufe" (bff) warnt die "Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände" (ABDA) vor den Folgen einer gewollten oder ungewollten Einnahme von K.O.-Tropfen. "Die Frauennotrufe und -beratungsstellen registrieren eine Zunahme solcher sexueller Übergriffe", informierte Katja Grieger vom bff. Die Substanz kann unbemerkt in Getränke gebracht werden, löst Erinnerungsstörungen aus und macht die KonsumentInnen wehrlos.

Flüssigkeit ist praktisch unsichtbar und geschmacklos

Als "K.O.-Tropfen" kommen eine Vielzahl von Substanzen, wie z.B. rezeptpflichtige Psychopharmaka, Narkotika oder auch Gamma-Hydroxibuttersäure (GHB, bekannt als "Liquid Ecstasy") in Betracht. Sie haben eine beruhigende, schlafanstoßende sowie muskelentspannende Wirkung mit nachfolgenden Erinnerungsstörungen.

TäterInnen nutzen den Einfluss dieser Substanzen gezielt aus, um sexualisierte Gewalt auszuüben. Die Wirkung von K.O.-Tropfen setzt nach etwa einer Viertelstunde ein und hält je nach Substanz und Dosis meist einige Stunden an. Die Substanz GHB wird besonders häufig verwendet, weil sie unbemerkt in Getränke eingebracht werden kann. Sie ist durchsichtig und schmeckt nur leicht salzig. In Verbindung mit Alkohol und anderen Betäubungsmitteln kann GHB fatale Folgen haben, bis hin zu lebensgefährlichen Atemstillständen.

Opfer zweifeln an ihrem Gefühl

Nicht immer liegt der Verdacht auf die Verabreichung von K.O.-Tropfen sofort nahe. Oft wirken Betroffene alkoholisiert oder wie unter anderen Drogen stehend. Sie wachen an Orten auf, die sie nicht kennen oder wissen nicht, wie Sie dorthin gelangt sind und was in den letzten Stunden vorgefallen ist. Die Betroffenen können - wie bei anderen Sexualstraftaten auch - posttraumatische Symptome entwickeln, auch wenn sie keine Erinnerung an das Geschehen haben. Wenn die Menge des konsumierten Alkohols in keinem Verhältnis zum Grad der Bewusstseinsstörung steht, sollte auch an K.O.-Tropfen gedacht werden.

Die fehlenden Erinnerungen sind ein großes Problem, wenn unter der Wirkung der K.O.-Tropfen eine Vergewaltigung oder ein Missbrauch stattfand, da das Opfer die Beschwerden nicht zuordnen kann. Dies stellt eine zusätzliche Belastung dar.

Hinweise auf eine Verabreichung von K.O.-Tropfen sind ein schlagartiger Erinnerungsverlust und die Vermutung, dass dies nicht durch den Alkoholkonsum ausgelöst wurde. Bereits vor dem Erinnerungsverlust setzten häufig Schwindel, Schweißausbrüche und ein benebeltes Gefühl ein und nach dem Erwachen kämpfen die Opfer häufig mit stundenlangem Erbrechen, Panik- und Angstanfällen. Manche leiden noch Tage später unter Konzentrationsstörungen oder vergessen plötzlich Informationen. Die meisten Betroffenen haben starke Zweifel an ihrem Gefühl, vor allem wenn keine sichtbare körperliche Verletzung vorliegt.

Schutz durch Öffentlichkeit


Wichtig ist, dass eine präventive Aufklärung stattfindet und Betroffene ermutigt werden, sich Unterstützung zu suchen. Entscheidend ist jedoch auch, dass alle gesellschaftlich relevanten AkteurInnen wie Institutionen, Einrichtungen und auch die Gastronomie und Politik Verantwortung übernehmen, damit die Prävention und Handlungspflicht nicht alleine in den Händen der potenziell Betroffenen liegt.
Persönlich sollte man kein Getränk von unbekannten Leuten annehmen und bei einem Verdacht sofort mit FreundInnen oder dem Gasstättenpersonal sprechen. Im Zweifelsfall sollte ein unsicherer Ort verlassen und die Polizei gerufen werden. Selbstverständlich sollten auch FreundInnen aufeinander ein Auge haben.

Strafverfolgung trotz Erinnerungsverlust

GHB wird vom Körper innerhalb von acht Stunden bis unter die Nachweisgrenze abgebaut und von Routine-Drogenscreenings nicht erfasst. Daher ist es wichtig, schnell eine gezielte toxikologische Analyse von Blut oder Urin durchzuführen. Dies kann von allen HausärztInnen, aber auch in den Ambulanzen aller Krankenhäuser und in rechtsmedizinischen Instituten erfolgen. Trotz der gestörten Erinnerung der Betroffenen können alle Sexualverbrechen zu einer Verurteilung der TäterInnen führen. Alleine die Betäubung einer anderen Person an sich ist strafbar und die nachfolgenden Taten können, gerade wegen des bewussten Einsatzes von Drogen, durch das Gericht als schwerwiegender gewertet werden.

Beratung und Unterstützung bei Anzeigenerstattung und Gerichtsverhandlung:

www.bv-bff.de

Infos zu Liquid Ecstasy bei der Fachstelle für Suchtprävention Berlin als PDF unter:

www.bv-bff.de

Weitere Informationen unter:

www.frauen-gegen-gewalt.de

www.abda.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Landeskommission Berlin gegen Gewalt legt Broschüre "Sexuelle Gewalt - Entwicklung und Standortbestimmung eines facettenreichen Themas des Kinder- und Frauenschutzes" vor (2007).

Public Affairs Beitrag vom 29.07.2008 AVIVA-Redaktion 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken