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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 21.04.2004

Kulturjahr der Zehn
Anne Winkel

Das einjährige Veranstaltungsprogramm anlässlich des EU-Beitritts der neuen Mitgliedstaaten am 01. Mai 2004. Initiatorin und Leiterin ist Dr. Zsuzsa Breier, Kulturattaché der ungarischen Botschaft.



Erweiterung des Horizonts
Wie jedes Jahr ist der 01. Mai spätestens seit 2004 ein Thema. In diesem Jahr allerdings wird neben dem traditionellen "Tag der Arbeit" auch der EU-Zuwachs besiegelt. Die zehn neuen Länder in alphabetischer Reihenfolge sind: Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern. Mit dem Beitritt der neuen Staaten wird die Europäische Union zum "größten Binnenmarkt der Welt", so Manfred Eichel, Vorsitzender der "Gesellschaft zur Förderung der Kultur im erweiterten Europa e. V.". Doch nicht die wirtschaftliche Entwicklung, sondern die musikalische, künstlerische und literarische Zusammenarbeit steht im "Kulturjahr der Zehn" im Mittelpunkt.

Ein Projekt wie das "Kulturjahr der Zehn" braucht immer "einen Verrückten oder eine Verrückte" , die unermüdlich für ihre Ideen kämpft, meint Knut Nevermann, Ministerialdirektor bei der "Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien", Christina Weiss.
. Im Fall dieser Veranstaltung ist es Dr. Zsuzsa Breier, Initiatorin und Leiterin des Kulturjahres, sowie Kulturattachée der ungarischen Botschaft in Berlin. Frau Dr. Breier möchte der Gleichgültigkeit gegenüber den zwar neuen Mitgliedstaaten, aber dennoch "alten" Europäern entgegenwirken. Sie möchte mit ihrem Projekt eine "vertiefte Wahrnehmung" der mitteleuropäischen Staaten erwirken. Den Begriff des "Osteuropäischen" empfindet die Ungarin als nicht stimmig. Zwar sei ihr Land an der Schnittstelle zwischen Ost und Mitteleuropa anzusiedeln, dennoch möchten alle neuen EU-Staaten nicht mit der Oktroyierung von osteuropäischen Diktaturkulturen in Verbindung gesetzt werden. Die Kultur der zehn Beitrittsländer sei durchweg mitteleuropäisch. Breier wirbt für ein "einander Kennenlernen", für "Offenheit" und gegenseitiges Interesse.

"Eine Reihe von Lernprozessen, durchaus gegenseitig" sieht Knut Nevermann auf die Europäer zukommen. Problem der Europäischen Union ist "sehr viel Bürokratie". Daher hat die Kultur für Nevermann "eine ungeheure praktische politische Bedeutung" und muss unbedingt auch auf staatlicher Ebene unterstützt werden. Gründe für die Teilnahme am Projekt "Kulturjahr" nennt auch Dieter Kronzucker. Zum einen ist da die "ungeheure Angst, dass das Projekt noch scheitern könnte" (der Journalist spricht hier vom Staatenbeitritt, nicht vom "Kulturjahr", dessen Grundfinanzierung ist mit der Bereitstellung von 1,5 Mio Euro durch die Bundesregierung gesichert). Zum anderen nennt Kronzucker schlicht das "Kulturelle" als ausschlaggebenden Punkt. Denn die europaweit "verbindenden Elemente liegen im Kulturellen ... oder auch im Sportlichen", weniger in Politik und Wirtschaft. Die Kultur ist "der größte Hoffnungsschimmer um das Kältegefühl im westeuropäischen Bereich zu überwinden". Mit dem Kältegefühl spricht Kronzucker die Gleichgültigkeit der Europäer gegenüber der geschichtlich ersten EU-Erweiterung "auf freiwilliger Basis" an.

Die Veranstaltungen zum "Kulturjahr der Zehn" sollen den interkulturellen Austausch fördern. Die Menschen müssen "kritisch mit ihren Problemen, Vorurteilen und Ängsten" (Zsuzsa Breier) umgehen. Die Deutschen sollen eine Vorstellung davon bekommen, dass jedes der zehn neuen EU-Länder "ein eigenes Gesicht, eigene Wünsche und Profile" hat. Im Mittelpunkt steht dabei das „dialogische Prinzip“ und kein "Sammeltopf", so die Leiterin des Kulturjahres.

Start der Projektreihe ist der 30. April 2004 mit einem kulturell-bunten Straßenfest

Das Fehlen eines europäischen Symbols ist nur einer der möglichen Diskussionspunkte für die zahlreichen Gesprächsangebote im Rahmen des Programms. Zwar haben wir zur Kennzeichnung Europas "die schöne Flagge mit den Sternchen auf blauem Grund und eine Melodie", aber es gibt weder "eine identitätsstiftende Architektur", noch "eine Figur, an die wir uns klammern können", weiß Dieter Kronzucker. Auftakt des "Kulturjahrs der Zehn" bildet ein großes Straßenfest vor dem Brandenburger Tor am 30. April 2004 um 13 Uhr. Die Feierlichkeiten auf dem Pariser Platz enden am 01. Mai 2004 um 23 Uhr. Schirmherr Klaus Wowereit wird zunächst die zehn Botschafter vorstellen. Anschließend werden "500 Europa-Luftballons in den Himmel steigen". Neben dem folgenden Showprogramm, das u. a. polnisches Papiertheater, ein slowakisches Folkinstrument Ensemble, einen estischen Jugendchor, tschechische Rockmusik und einen ungarischen Sandmaler beinhaltet, werden diverse landestypische Köstlichkeiten angeboten.

Über vergleichbare Veranstaltungen in anderen EU-Staaten ist Initiatorin Breier nichts bekannt. In Deutschland soll versucht werden, im Laufe des Jahres möglichst alle Bundesländer mit den Beitrittstaaten vertraut zu machen.
Weitere Veranstaltungen bis zum 09. Mai sind eine Diskussion mit dem Thema "Ein Europa- wie viel Kultur(en)?" (06. Mai 2004, 18 Uhr, Dresdner Bank), eine Operngala (06. Mai, 19 Uhr, Konzerthaus am Gendarmenmarkt), die musikalisch-literarische Reise "Auf verwaschenen Pfaden" (09. Mai, 11 Uhr, Staatsoper Unter den Linden).

Fest eingeplant sind Diskussionen zu Themen wie "Querdenker zur Zukunft Europas" , "Städte in der Transformation", "Gesprächsreihe mit Zeitzeugen der Umbrüche in Mittel- Ost und Südeuropa", "Frauen in Europa – Chancen – Rollen – Perspektiven". Des Weiteren wird es Theateraufführungen, Ausstellungen zu Bildender Kunst und Fotokunst, Filmvorführungen zeitgenössischer Werke, klassische und populäre Musikkonzerte geben.

Unter www.kulturjahrderzehn.de finden Sie das komplette, ständig aktualisierte und erweiterte Programm.

Kulturjahr der Zehn – Vom 30. April 2004 bis zum Mai 2005
Ein Projekt zur EU-Bereicherung. Start am 01. Mai 2004
Initiatorin und Leiterin: Dr. Zsuzsa Breier (Ungarn)

Public Affairs Beitrag vom 21.04.2004 AVIVA-Redaktion 

   




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