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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 20.01.2005

Eine Bestandsaufnahme - Familienfreundlichkeit ist Standortfaktor der Zukunft
AVIVA-Redaktion

Bundesministerin Renate Schmidt stellt den "Familienatlas 2005" vor. Erstellt von der Prognos AG in Kooperation mit dem Bundesfamilienministerium und der Wochenzeitung DIE ZEIT



Familienfreundlichkeit als Standortvorteil - vor kurzem noch als "weiches" Thema gehandelt, entwickelt sich angesichts der demografischen Entwicklung zu einem harten Wirtschaftsfaktor. Kreise, St├Ądte und Regionen, in denen Familien gut leben und arbeiten k├Ânnen, sind f├╝r die Zukunft ├Âkonomisch besser gewappnet. Eine familienfreundliche Umgebung entsteht nicht von selbst, sondern kann gezielt durch entsprechendes politisches und wirtschaftliches Handeln beeinflusst werden.

Dies ist das Ergebnis des "Familienatlas 2005", den die Bundesministerin f├╝r Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt, am 20.01.2005 in Berlin vorgestellt hat. Der "Familienatlas 2005", der von der Prognos AG in Kooperation mit dem Bundesfamilienministerium und der Wochenzeitung DIE ZEIT erstellt wurde, liefert eine Bestandsaufnahme der Familienfreundlichkeit in Deutschland.

Bundesministerin Renate Schmidt betonte: "Der Standortfaktor der Zukunft hei├čt Familienfreundlichkeit. Ohne junge Familien gibt es keinen Fachkr├Ąftenachwuchs, keine neuen Unternehmen und keine Innovationen. Der Familienatlas liefert Orientierung und Handlungsempfehlungen f├╝r eine nachhaltige Familienpolitik. Er zeigt: Jede Region, egal, wie sie im Vergleich abschneidet, hat M├Âglichkeiten, sich zu einer familienfreundlichen und damit wachstumsf├Ąhigen Region zu entwickeln. F├╝r unsere "Allianz f├╝r die Familie" liefert der Familienatlas weitere wichtige Impulse."

Der Familienatlas klassifiziert alle 439 Kreise und kreisfreien St├Ądte in Deutschland in Gruppen mit gleichen "Familienfreundlichkeitsprofilen".
Prognos unterteilt in acht Gruppen von Regionen, die jeweils ├Ąhnliche Rahmenbedingungen und Herausforderungen f├╝r Familien aufweisen.
Die Familienfreundlichkeit wird mit 16 Indikatoren gemessen, die in f├╝nf Themenkategorien zusammengefasst sind: "Demografie", "Betreuungsinfrastruktur", "Bildung & Arbeitsmarkt", "Vereinbarkeit von Familie & Beruf" sowie "Sicherheit & Wohlstand". Ob in einer Region familienfreundliche Rahmenbedingungen existieren, h├Ąngt von dem Zusammenspiel der verschiedenen Indikatoren ab. Der Zusammenhang und die Kombination der Einzelindikatoren lassen R├╝ckschl├╝sse auf die besonderen Bedingungen f├╝r Familien in den Regionen zu. Es gibt dabei kein einzelnes, ausschlaggebendes Kriterium, sondern Familienfreundlichkeit setzt sich aus der Kombination der unterschiedlichen Faktoren zusammen.
Anhand von drei der acht Gruppen lassen sich die Unterschiede beispielhaft zeigen:
"Wo es sich als Familie gut wohnen und leben l├Ąsst": In dieser Gruppe sind 88 Kreise und St├Ądte zusammengefasst, deren besonderes Kennzeichen - neben einer geringen Arbeitslosigkeit - das gute bis sehr gute Abschneiden in vier der f├╝nf Themenkategorien (Bildung & Arbeitsmarkt, Familie & Beruf, Sicherheit & Wohlstand und Demografie) ist. Das einzige Manko dieser Regionen: Die fehlenden Infrastrukturen zur Kinderbetreuung.

Die Gruppe "Fehlende Perspektiven f├╝r Familien" zeichnet sich durch einen starken Bev├Âlkerungsr├╝ckgang, bedingt durch eine sehr hohe Arbeitslosigkeit, Jugendarbeitslosigkeit und einen Mangel an Ausbildungspl├Ątzen aus. Auf der Haben-Seite des statistischen Vergleichs steht bei Regionen dieser Gruppe, dass die bundesweit mit Abstand umfangreichsten Betreuungskapazit├Ąten vorhanden sind.
Die "Singlest├Ądte als biografische Durchlaufstation" m├╝ssen sich hingegen anderen Herausforderungen stellen. Junge Menschen lassen sich in den meisten dieser St├Ądte gut ausbilden und sammeln ihre ersten Berufserfahrungen - sie gr├╝nden ihre Familie aber woanders. Dabei gibt es gerade in diesen St├Ądten gute Noten f├╝r die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gr├╝nde f├╝r die schlechte demografische Entwicklung liegen unter anderem in einem hohen Studierendenanteil, dem st├Ądtischen Lebensstil oder auch hohen Mieten und erh├Âhten Kriminalit├Ątsraten.

Regionen in den neuen Bundesl├Ąndern m├╝ssen sich also weniger um zus├Ątzliche Betreuungsm├Âglichkeiten k├╝mmern als vielmehr um die St├Ąrkung der Region als Wirtschaftsstandort durch gezielte Wirtschaftsf├Ârderung. Gro├čst├Ądte dagegen verf├╝gen zwar ├╝ber einen relativ guten Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, hier mangelt es aber h├Ąufig an familienfreundlicher Infrastruktur wie Spielpl├Ątzen oder g├╝nstigen Wohnungen.

Wesentliche Erkenntnisse des Familienatlas sind:
Regionen, denen es nicht gelingt ein familienfreundliches Klima zu schaffen, haben auf lange Sicht auch wirtschaftlich das Nachsehen. Der Wohlstand der deutschen St├Ądte und Landkreise sowie die Attraktivit├Ąt der Standorte f├╝r Investoren h├Ąngen k├╝nftig immer st├Ąrker davon ab, ob die Regionen jungen Familien ein lebenswertes Umfeld und berufliche Perspektiven bieten k├Ânnen.
Zur Bek├Ąmpfung von regionalen Problemen gibt es keine Standardl├Âsung. Die konkreten Ansatzpunkte k├Ânnen sich von Region zu Region stark unterscheiden, je nachdem, welche Bed├╝rfnisse und Bedingungen vor Ort herrschen. Jede Region muss eigene Wege entwickeln, um der Situation der Familien gerecht zu werden und die Bedingungen f├╝r Familiengr├╝ndungen zu verbessern.

Jede Region hat M├Âglichkeiten, sich zu einer familienfreundlichen und damit wachstumsorientierten Region zu entwickeln. Der Familienatlas identifiziert die vorrangigen regionalen Handlungsfelder und zeigt die Wachstumspotenziale auf, die sich durch gezielte familienfreundliche Politik vor Ort erschlie├čen lassen.

Anhand von Beispielen der Bundesinitiative "Lokale B├╝ndnisse f├╝r Familie" machen Bundesfamilienministerium, Prognos AG und DIE ZEIT deutlich, wie eine erfolgreiche Politik f├╝r mehr Familienfreundlichkeit vor Ort aussehen kann.

Der "Familienatlas 2005" kann kostenlos unter www.prognos.com/familienatlas herunter geladen werden.

Text (Quelle: Bundesministerium f├╝r Familie, Senioren, Frauen und Jugend)

Public Affairs Beitrag vom 20.01.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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