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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 24.02.2005

Unterschriftensammlung gegen Ehrverbrechen
Sarah Ross

Die Organisation Terre des Femmes startete bereits im November 2004 die Kampagne "Nein zu Verbrechen im Namen der Ehre". Eine Fachtagung zu diesem Thema findet am 09.03.2005 in Berlin statt.



J├Ąhrlich werden weltweit 5.000 M├Ądchen und Frauen von ihren m├Ąnnlichen Familienmitgliedern ermordet, weil sie angeblich durch ihr Verhalten die Ehre der M├Ąnner verletzt haben sollen. Sie werden auf grausamste Art und Weise get├Âtet: erstochen, mit S├Ąure ├╝bergossen, ├╝berfahrenÔÇŽ

Migrantinnen, die sich weigern, einen von der Familie vorgesehenen Mann zu heiraten, oder die sich nicht den traditionellen Rollenzuweisungen beugen wollen, werden auch in Deutschland von der Gewalt im Namen der Ehre bedroht.
Aus Angst und aus Mangel an Auswegen aus der Gewalt entscheiden sich nur wenige Frauen dazu, ihre Familien zu verlassen, sich aus den patriarschalen Strukturen zu l├Âsen. In den meisten F├Ąllen erleiden sie stillschweigend ihr Schicksal.
Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes (TDF) macht nun darauf aufmerksam, dass es von gr├Â├čter Wichtigkeit ist, die Bev├Âlkerung auf diese Form der Gewalt aufmerksam zu machen, dass diese Verbrechen auch mitten unter uns stattfinden. Deshalb startete TDF bereits am 25.11.2004 die zweij├Ąhrige Kampagne "Nein zu Verbrechen im Namen der Ehre". Ziel ist neben der Sensibilisierung der ├ľffentlichkeit auch die Forderung nach Pr├Ąventionsma├čnahmen und die Schaffung von Hilfe f├╝r Betroffene.

Um die Verbrechen im Namen der Ehre in Deutschland verhindern zu k├Ânnen, hat TDF verschiedene Forderungen aufgestellt. Im Rahmen der Kampagne wird von der Bundesregierung unter anderem folgendes verlangt: Die Finanzierung einer Studie, die belegen soll, in welchem Ausma├č diese Verbrechen in Deutschland stattfinden, die Schaffung von speziellen Beratungsangeboten und Zufluchtsst├Ątten, sowie eine spezifische Schulung von MitarbeiterInnen des Jugendamts, Sozialamts, an Schulen und der Polizei. Die Integrationsma├čnahmen m├╝ssen verbessert, und von Strafminderung aus "religi├Âsen" oder "traditionellen" Gr├╝nden abgesehen werden. Schlie├člich soll ├╝ber den Paragraphen 60 des AufenthG hinaus, sowie beim sog. gro├čen Asyl nach Art. 16a GG, eine Erweiterung von geschlechtsspezifischem bzw. nichtstaatlichem Asyl als eigenst├Ąndiger und gleichberechtigter Asylgrund geltend gemacht werden.

Die Organisation Terre des Femmes ruft dazu auf, bei der Unterschriftenaktion gegen die Gewalt an M├Ądchen und Frauen im Namen der Ehre mitzuwirken, damit die Forderungen durchgesetzt werden k├Ânnen. Bei einem offiziellen Termin werden die Unterschriften dann im Mai der Bundesregierung ├╝bergeben.

Die Unterschriftenlisten k├Ânnen als pdf-Datei unter www.frauenrecht.de (unter "Themen"/"Aktionen"/"Eilaktionen") runtergeladen werden. Bitte schicken Sie diese bis zum 1. Mai 2005 an Terre des Femmes zur├╝ck:

Die an die Aktion angegliederte Fachtagung "Verbrechen im Namen der Ehre" soll einen Rahmen f├╝r die deutsche Fach├Âffentlichkeit bieten, sich ├╝ber den aktuellen Diskussionsstand auf nationaler und internationaler Ebene zu informieren und an der Entwicklung von Strategien und Konzepten zur Beseitigung dieser Verbrechen zu beteiligen. Die Tagung ist eine Kooperation von Terre des Femmes mit der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Organisation Amnesty International.

Auf dem Programm stehen Vortr├Ąge, Arbeitsgruppen und Diskussionsrunden zum Thema, die sich unter anderem mit der internationalen Rechtslage und den Forderungen an die Politik besch├Ąftigen. Zu den Rednerinnen geh├Âren neben
Dr. Christine Bergmann (Vorstand der Friedrich-Ebert-Stiftung),
Barbara Lochbihler (Generalsekret├Ąrin, amnesty international) und Christa Stolle (Gesch├Ąftsf├╝hrerin, TDF) unter anderem auch Dr. Hani Jashan aus Jordanien und Majida Rizvi aus Pakistan.

Terre des Femmes
Bundesgesch├Ąftsstelle
Konrad-Adenauer-Str. 40 oder Postfach 2565
72072 T├╝bingen
Tel.: 07071 - 79 73 -0
Fax: 07071 - 79 73 -22
www.frauenrecht.de

Fachtagung "Verbrechen im Namen der Ehre"
Wann: 9. M├Ąrz 2005, 10:00 bis 17:00 Uhr
Wo: Friedrich-Ebert-Stiftung
Hiroshimastra├če 17
10785 Berlin-Tiergarten
Infos unter: www.fes.de

Public Affairs Beitrag vom 24.02.2005 Sarah Ross 

   




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