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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 10.05.2004

Lassen sich männliche Frühlingsphantasien an Frauen verkaufen?
Anja Linnekugel

Vier Damen mit Hut auf hochhackigen Schuhen mit einem winzigen Höschen bekleidet drehen den BetrachterInnen auf einem Werbeplakat den Rücken zu.



Eine begießt die drei anderen mit Wasser. Dazu heißt es "It’s Stringtime". Absender dieses Arrangements aus weiblichen Reizen in äußerst lebensnaher Situation ist „Sloggi“, eine Underwear-Marke aus dem Hause Triumph. Es will uns Frauen weis machen, wo es im Frühling lang geht – in den String. Dabei will frau bloß nicht zum Frühlingsbeginn an die letzten Winterspeckreste erinnert werden. Und überhaupt denkt eine Frau eher daran, ob so ein String vielleicht kneifen würde bei jedem Schritt, den sie tut und wie sie ständig daran zuppeln müsste. Äußerst unelegant. Das jagt uns eher nicht ins nächste Geschäft, sondern macht sogar eher schlechte Laune.

Und überhaupt, warum 4 Strings? Vielleicht, weil wir statistisch gesehen vier Unterhosen pro Jahr kaufen? Und warum werden eigentlich die drei Frauen auf dem Plakat gegossen? Sollen ihre Höschen doch noch wachsen, damit sie bequemer werden? Und was empfiehlt uns „Sloggi“ denn im Winter? Pants mit Beinchen?

Bei den Männern hat das Plakat jedenfalls Erfolg. Es wird eifrigst per Internet gesucht und bei ebay gehandelt. Hat „Sloggi“ dadurch auch nur einen einzigen String an die Frau gebracht? Wo doch über 70% aller deutschen Männer noch nie Wäsche für ihre Partnerin gekauft haben? Wenn über 90% aller deutschen Frauen selbst kaufen, was sie darunter tragen, sollten die Wäschehersteller mal über ihre Werbemotive nachdenken.

Aber das ist doch nicht neu, denn die Motive für Wäsche in der Werbung zeigen seit Jahrzehnten nichts anderes als weibliche Haut in unwirklicher Atmosphäre. Wer selbst in einer Werbeagentur gearbeitet hat oder zumindest gelesen hat, was Frédéric Beigbeder (Autor von „39,90“) über die internen Abstimmungen unter Werbern oder mit dem Kunden schreibt, kann sich vorstellen, wie dieses überflüssige Plakat entstanden ist.

Würde irgendeiner dieser Männer mal nachdenken, würden sie dieses Thema den Frauen überlassen. Dann würde das Plakat ganz anders aussehen. Vielleicht gäbe es dann den knackigen Hintern von David Beckham im weiblichen String – er soll doch ohnehin gern mal die Höschen von Victoria tragen - und es wäre doch ein echter Eye-Catcher für’s weibliche Auge. Wahrscheinlich ging es auch ganz ohne Model mit intelligenten Texten, die was mit der Realität von frau und ihrer Wäsche zu tun haben. Denn, um uns vorzustellen, wie wir im Höschen aussehen, haben wir sowieso genug weibliche Phantasie.

Public Affairs Beitrag vom 10.05.2004 AVIVA-Redaktion 

   




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