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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 04.04.2002

Delfin-Therapie - die letzte Hoffnung für autistische Kinder?
Linda Tidwell

Das Schwimmen mit den Meeressäugern hat der amerikanische Psychologe David Nathanson Ende der siebziger Jahre entwickelt.



"Der Delfin lacht" ist Raphaels erster Mehrwortsatz nach dem Kontakt mit einem Delfin in der Delfin-Therapie. Raphael ist 11 Jahre alt, er leidet unter Entwicklungsverzögerung und befindet sich in stetiger Unruhe, was man auch als Hyperaktivität bezeichnet. Er hat schwere Verhaltensstörungen und kann sich nur schlecht mit anderen unterhalten. Er ist extrem selbstbezogen. Man bezeichnet ein solches Erscheinungsbild als autistisch, wobei sich der Begriff Autismus auf die innere Zurückgezogenheit bezieht. Nach dem Delfinkontakt wird Raphael ruhiger, er nimmt mehr Anteil an seiner Umwelt und er zieht sich nicht ganz so stark zurück, davon sind seine Eltern überzeugt. Solche Reaktionen sind nach Behandlungen mit der Delfin-Therapie, die oftmals als letzte Hoffnung für behinderte Kinder angesehen wird, nicht selten.

Das Schwimmen mit den Meeressäugern hat der amerikanische Psychologe David Nathanson Ende der siebziger Jahre entwickelt. Es löse Ängste, Stress, Unruhezustände und Verspannungen, so Nathanson, der inzwischen Leiter des Delfin-Therapiezentrums in Key Largo, Florida ist. Derzeit gibt es einige solcher Einrichtungen in den U.S.A., der Ukraine und in Israel. Die Behandlungen in einem dieser naturnahen Therapiezentren verlaufen nach ähnlichem Schema: Der behandelnde Therapeut nimmt Kontakt zu dem Patienten auf, es werden Übungen, z.B. Malen und Basteln zum Thema Delfine durchgeführt. Vom Beckenrand aus wird der erste Kontakt zum Tier aufgenommen, der Delfin kann berührt und gestreichelt werden. Danach begeben sich Therapeut und Patient in das Wasser, wo eine halbe Stunde mit dem trainierten Delfin geschwommen wird. An einem Tag in der Woche besteht auch die Möglichkeit für die Angehörigen, mit in das Wasser zu gehen. Die Dauer einer solchen Therapie ist von Fall zu Fall verschieden, es werden jedoch in der Regel mindestens zwei Wochen empfohlen.

Die augenscheinlich großen Therapieerfolge dieser Behandlung werden auf die Wirkung des Ultraschalls zurückgeführt. Die Delfine verwenden zur gegenseitigen Verständigung sowie zur Echo-Orientierung eine Reihe von Schnalzlauten, die im Ultraschallbereich liegen. Dies soll den Delfinen ebenfalls ermöglichen, Behinderungen an Menschen wahrzunehmen und daraufhin im Umgang mit diesen Menschen besonders sensibel zu reagieren. David Cole, Neuro-Wissenschaftler der Florida International University ist davon überzeugt, dass bestimmte Delfinarten durch Verwendung der Echo-Orientierung genügend Energie produzieren, so dass Muskel- und Zellgewebe sowie Körperflüssigkeiten des Menschen beeinflusst werden können. Dies soll wiederum bewirken, das Hormone (z.B. Endorphine, die eine schmerzlindernde Wirkung besitzen ausgeschüttet werden, die das Verhalten der Patienten beeinflussen.

Ebenfalls soll durch die von den Delfinen hervorgebrachten Schnalz- und Klicklaute das natürliche Abwehrsystem (Immunsystem) des Menschen angeregt werden und ein Zustand der Entspannung des Kranken hervorgerufen werden. Diesen Behauptungen jedoch stehen andere Wissenschaftler kritisch gegenüber. Aus Sicht der Wissenschaft ist unklar, worauf die Wirkungen auf die Kranken zurückzuführen ist. Da keine wissenschaftlichen Belege vorliegen, zweifelt Dr. Bernhardt Rimland, Direktor des Autismus Research Instituts, ob eine Therapie mit Delfinen hilfreich ist. Es ist nicht bekannt, ob oder wie lange Wirkungen auf die Kranken anhalten. Eher der Einfluss von Sonne, Wasser und Urlaubsatmosphäre wirke auf die Kinder entspannend, so Rimlandt. Aufgrund der hohen Therapiekosten (eine Therapiewoche kostet fünf- bis sechstausend Mark) weisen nicht nur Tierschützer darauf hin, dass man es bei einer angestrebten Mensch-Tier- Begegnung es erst einmal mit anderen Tieren probieren könnte. Auch der Berliner Psychologe Rainer Brockmann, Fachmann in Sachen tiergestützter Psychotherapie, empfiehlt für den Anfang eine Therapie mit Pferden, Hunden oder Katzen.

Public Affairs Beitrag vom 04.04.2002 AVIVA-Redaktion 

   




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