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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 23.06.2004

Deutscher Werberat tadelt menschenverachtende Werbebilder
AVIVA-Redaktion

Ein nacktes Frauengesäß wirbt für eine Maschine, die Schinken presst. Betitelt ist die Anzeige mit der Aussage "Best ham". Der Text darunter: "Jeder Schinken braucht die korrekte Behandlung".



Rügen nach Celle, Köln und Killwangen/Schweiz

Der Deutsche Werberat hat drei Unternehmen mit einer öffentlichen Rüge belegt. Sie hatten Bilder in ihrer Werbung verwandt, denen das erforderliche Maß an Rücksicht auf Menschenwürde fehlte. Der Werberat orientiert sich bei seinen Entscheidungen in Sachen Menschenwürde an den Grundsätzen zur Herabwürdigung und Diskriminierung von Personen. Sie wurden im Mai 2004 von den 43 im Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) zusammengeschlossenen Verbänden in überarbeiteter Fassung festgelegt (kompletter Text: www.werberat.de Verhaltensregeln).

So prangerte das Gremium öffentlich die Schweizer Firma Dorit (Ellwangen) wegen eines in einem deutschen Fachmagazin veröffentlichten Werbemotivs an, das nach seinem Urteil Frauen herabwürdigt.
Das Unternehmen stellt Maschinen für die Fleischverarbeitung her. In einem Sujet wird eine Maschine gezeigt, die Schinken presst. Unmittelbar neben diesem rundlichen Gerät streckt sich ein nacktes Frauengesäß aus dem Bild. Überschrieben ist die Anzeige mit der Aussage "Best ham".
Darunter findet sich der Text "Jeder Schinken braucht die korrekte Behandlung".
Vor zwei Jahren zog die Schweizer Firma das Werbemotiv nach einer Rüge durch den Werberat aus dem Verkehr. Zum Rückfall hat das Unternehmen bisher geschwiegen. Erstmals informiert der Werberat daher über den Vorgang auch die Presse im Ursprungsland des Maschinenherstellers.

Außerdem gerügt wurde ein Studio mit dem Namen "Exclusive Piercing" (Celle) . Es zeigt auf Plakaten den Kopf eines Babys mit Metallschmuck an Unterlippe, Nasenspitze und Nasenwurzel. Angebracht sind Ring und Perlen offenkundig durch Piercing-Methode, also mit Hilfe von Durchstechen der Haut. Außerdem ist eine Schulter des Babys tätowiert. Unterhalb des großformatigen Bildmotivs wirbt das Unternehmen mit dem Text "21 Jahre Erfahrung".
Nach Auffassung des Werberats stehe das Foto nicht im Einklang mit der moralischen Grundüberzeugung kommerzieller Kommunikation. Piercing sei mit nicht ganz unbeträchtlichen körperlichen Eingriffen verbunden, gegen die sich ein Baby nicht wehren könne. Das Entscheidungsrecht der Eltern dürfe in diesem Zusammenhang keinesfalls als schrankenlos ausgelegt werden. Selbst als Fotomontage genüge das Bildmotiv nicht den Ansprüchen von Menschenwürde durch seinen auffordernden Charakter zur Nachahmung.

Übereinstimmend mit den Beschwerdeführern hat der von Wirtschaft, Medien und Agenturen getragene Werberat die Anzeige des Fahrradhändlers Cyclewerx (Köln) beanstandet. Das Unternehmen warb im Frühjahr in Zeitungsanzeigen mit dem Gruppenbild von Angehörigen eines vermutlich afrikanischen Stammes. Die nackten Männer waren mit ihren extrem vergrößerten Hodensäcken fotografiert. Überschrieben hatte die Firma die Anzeige mit dem Text "Frohe Ostern! Wir haben auch noch ein paar Überraschungen, die von Ostern übrig geblieben sind ...".
Der Werberat begründete seine Rüge mit der schamlosen kommerziellen Ausbeutung körperlicher Symbole bei Naturvölkern. Der Fahrradhändler missbrauche die Würde der Männer auf nicht erträgliche Weise.

Mehr Informationen:
Deutscher Werberat
www.werberat.de

Public Affairs Beitrag vom 23.06.2004 AVIVA-Redaktion 

   




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