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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 13.11.2004

Naziaufmarsch in Halbe
Julia Richter

Verbot der Kundgebung wurde nicht stattgegeben. Unter dem Motto "Ruhm und Ehre dem deutschen Frontsoldaten" dürfen Nazis am 13.11.04 ihre Versammlung abhalten.



In Halbe befindet sich der größte Soldatenfriedhof Deutschlands. Die fast 23.000 Gräber stammen überwiegend von Angehörigen der Wehrmacht und der Waffen-SS, die in der Nähe des kleinen Ortes bei der letzten großen Kesselschlacht des Zweiten Weltkriegs den Tod fanden. Doch unter den Toten befinden sich auch Deserteure und sowjetische Zwangsarbeiter.

Der Zentralfriedhof von Halbe wurde Anfang der 90er zu einem Wallfahrtsort für Nationalsozialisten, die sich anläßlich des sogenannten Volkstrauertages zu Tausenden dort versammelten. Nach einem vorübergehenden Verbot wurde im vergangenen Jahr erneut ein Aufmarsch rechter Gruppierungen genehmigt.

Die Polizei hatte für das geplante "Heldengedenken", zu dem 600 bis 800 Neonazis erwartet werden, am kommenden Samstag ein Verbot beim Verwaltungsgericht Cottbus beantragt, dem jedoch nicht stattgegeben wurde. Die Kundgebung dürfe unter Auflagen veranstaltet werden, da nicht ersichtlich sei, dass aus der Versammlung heraus Straftaten begangen werden würden, hieß es.

PDS-Kreisverbände und antifaschistische Initiativen haben bereits Gegendemonstrationen angekündigt. Allerdings dürfen ihre Aktionen nur auf dem Bahnhofsvorplatz stattfinden, da die Polizei Übergriffe befürchtet und deshalb ein Aufeinandertreffen beider Lager auf alle Fälle verhindern möchte. Somit finden die Gegenkundgebungen außer Sicht- und Hörweite der Neonazis statt, die wie geplant durch den Ort marschieren können. Auf der Internetseite von www.redhalbe.de.vu findet sich dazu folgendes Zitat von Markus Roth, dem Sprecher des Bündnisses gegen den Naziaufmarsch: "Erst verbieten sie unsere Demo, dann erlauben sie den Nazis zu marschieren und wir können ihnen nicht einmal verbal mitteilen, was wir von dieser offenen Propagierung des Nationalsozialismus halten. Es ist wirklich beschämend, wie wir als Antifa und auch die PDS zugunsten von Rechtsextremisten getäuscht wurden. Mit dieser Vorgehensweise haben sich die Behörden eindeutig positioniert."

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.redhalbe.de.vu

Public Affairs Beitrag vom 13.11.2004 AVIVA-Redaktion 

   




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