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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 21.02.2006

Die atomare Waffe des Iran sind seine MärtyrerInnen
Sarah Ross

Am 18. Februar 2006 versammelten sich in Teheran 200 StudentInnen zu einem "Kongress der Selbstmordattentäter", der von der iranischen Organisation Istashahidun veranstaltet wurde.



Während Russland sich um eine friedliche Lösung für den Atomstreit mit dem Iran bemüht, verweigert der Iran jegliche Verhandlungen mit den EU-Staaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien, und die USA hat in dieser Sache ohnehin ihre eigenen Vorstellungen, das Problem aus der Welt zu schaffen - notfalls auch mit militärischen Mitteln. Und zwischen all der "Diplomatie" der letzten Tage versammelten sich am 18. Februar 200 iranische StudentInnen in der Hag Nashir-Universität in Teheran, um ebenfalls ihren eigenen Weg in dieser Sache zu beschreiten. Muhamad Ali Samadi, der Sprecher der iranischen Organisation Istashahidun (Anwärter auf das Shahidentum - Märtyrertod im Namen Allahs), erklärte auf dem "Kongress der Selbstmordattentäter", dass der Iran mit mehr als 1.000 trainierten MärtyrerInnen dazu bereits sei, die Schwachpunkte der Amerikaner und Briten anzugreifen, wenn diese die Atomanlagen des Iran angreifen sollten.

Die TeilnehmerInnen des Kongresses wurden in Vorträgen über die Methoden zur Durchführung von Selbstmordanschlägen unterrichtet. Sogar Aufnahmen von Selbstmordanschlägen gegen Israel wurden von den Dozenten gezeigt. Darunter Videoaufnahmen von Selbstmordattentaten gegen Israel, zum Beispiel von dem Anschlag in der Siedlung Morag im Februar 2005, bei dem ein israelischer Zivilist und drei Soldaten getötet wurden.

Der iranische Staat, und vor allem sein Präsident Ahmadinejad, haben in der Vergangenheit alles andere als ein Vertrauen erweckendes Bild hinterlassen - ganz im Gegenteil. Die antisemitischen Äußerungen des Präsidenten in den vergangenen Monaten, die Leugnung des Holocausts und schließlich der Aufruf, Israel von der Landkarte zu tilgen, hinterließen in der westlichen Welt nicht nur eine immense Empörung, sondern schlichtweg große Beunruhigung. Hinzu kommt, dass der Iran ebenfalls als Förderer terroristischer Organisationen in die Geschichte eingegangen ist, so dass es vor diesem Hintergrund als völlig undenkbar erscheint, dass der iranische Staat jemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen sollte.

Damit die internationale Gemeinschaft nun die Sicherheit bekommt, dass genau das nicht passiert, hat die Internationale Atomenergieorganisation IAEO entschieden, den UNO-Sicherheitsrat in den Atomstreit einzuschalten, und Russland offeriert Teheran, seine staatliche Urananreicherung, die zur zivilen Kernenergienutzung gedacht sein soll, vollständig auszulagern. Dadurch soll der Bau von Atomwaffen verhindert werden. Doch der Iran stellt sich stur. Zu einer diplomatischen Lösung im Nuklearstreit ist es am vergangenen Montag also auch nach stundenlangen Gesprächen Russlands und der EU mit Vertretern Teherans nicht gekommen. Eu-Außenbeauftragte Ja vier Solana konnte nach einer Aussprache mit Außenminister Manuschehr Mottaki lediglich das Fazit ziehen, dass dieser keine neuen Vorschläge zur Schlichtung des Streits vorgelegt habe.

Als Mottaki während der Verhandlungen lediglich darauf pochte, dass die friedliche Nutzung von Atomenergie das Recht jeder Nation sei und auch noch soweit ging, die Israel-feindlichen Äußerungen seines Präsidenten als "Missverständnis" zu vertitulieren, hatte Samadi auf der "Konferenz der Selbstmordattentäter" bereits davon gesprochen, dass sich mehr als 52.000 Menschen dazu verpflichtet hätten, ihren Staat mittels Selbstmordanschläge zu schützen, wenn die USA und Großbritannien angreifen werden. Während des Kongresses der Organisation Istashahidun, die Ende 2004 unter anderem eingerichtet wurde, um in Israel Selbstmordanschläge durchzuführen, wurden bereits Warnungen gegen die USA und Großbritannien ausgesprochen und die Selbstmordattentate als die effektivste palästinensische Taktik gegen Israel gelobt.

Der Hauptredner der Veranstaltung, Hassan Abasi, lobte unterdessen auch die SelbstmordattentäterInnen selbst. Gegenüber den potenziellen SelbstmordattentäterInnen im Publikum betonte er zudem, dass der Iran keine atomaren Waffen erwerben wolle, wie es die USA und ihre Verbündeten behaupten: "Unsere Märtyrer sind unsere atomare Waffe", so Abasi. Am Ende des Kongresses konnte sich die Organisation über weitere 50 StudentInnen freuen, die das Anmeldeformular für den Beitritt zur Organisation ausgefüllt hatten. Die 23-jährige Miriam Amra, erklärte: "Wir versuchen, den Islam zu schützen. Dies ist ein Weg, die Aufmerksamkeit auf unsere Aktionen zu leiten". Sie und die anderen StudentInnen sehen in ihrem Leben nun nur noch drei Möglichkeiten: Sie trainieren für einen Selbstmordanschlag, um die nationalen Interessen des Iran zu schützen, sie führen einen Selbstmordattentat in Israel durch, oder sie ermorden den britischen Schriftsteller Salman Rushdie.

(Quelle: Haaretz/ AP, 20.2.2006)

Weitere Infos finden Sie unter: www.israel.de, www.baz.ch und www.espace.ch

Public Affairs Beitrag vom 21.02.2006 Sarah Ross 

   




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