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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 01.08.2005

Abschied vom Tempodrom
Karin Effing

Die beiden GeschäftsführerInnen der Tempodrom GmbH, Irene Moessinger und Norbert Waehl, verlassen Berlin und ziehen einen klaren Strich unter die geleistete Arbeit.



"Ich als Mutter des Tempodrom kann nur sagen, es ist nicht mein Favorite-Schwiegersohn, aber auch wenn meine Tochter einen Mann heiratete, der mir nicht gefiele, müsste ich sie gehen lassen", kommentierte Irene Moessinger, Geschäftsführerin der Tempodrom GmbH, während eines Pressegespräches am 26.07.2005 die Übergabe der Veranstaltungsgesellschaft Tempodrom GmbH an die in München ansässige Treugast GmbH. Die Gründerin des alternativen Veranstaltungshauses und ihr Geschäftspartner Robert Waehl wollen der Stadt Berlin erstmal den Rücken kehren. Für den neuen Betreiber des in Insolvenz gegangenen Veranstaltungshauses Tempodrom stünden sie nicht als BeraterInnen zur Verfügung. Sie machten deutlich, dass sie einen klaren Schnitt machen würden. Mit der Übergabe an den neuen Betreiber des Hauses ende auch ihre Verantwortung, alles weitere liege nicht in ihren Händen.

Die Geschichte des Tempodroms, die in der Nähe der Mauer am Potsdamer Platz vor 25 Jahren mit einem ehemaligen Zirkuszelt, das die Gründungsmutter Irene Moessinger mit vom ihrem Vater geerbten Geld kaufte, begann, nimmt damit eine neue Wende. Nachdem die Eigentümergesellschaft Stiftung Neues Tempodrom im April 2004 Insolvenz angemeldet hatte, musste die Tempodrom GmbH wegen der übernommenen Haftung für die Kredite der Stiftung ebenfalls die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragen. Nun wird die Münchner Unternehmensberatungsfirma Treugast GmbH den Veranstaltungsbetrieb ab August übernehmen. Die fest gebuchten 70 Veranstaltungen bis ins nächste Jahr, mit denen der Betrieb des Hauses gesichert ist, sollen wie geplant stattfinden. Es sei aber noch kein neuer Eigentümer für das insolvente Haus gefunden. Die Treugast GmbH übernimmt ausschließlich die Betreibung. Ob sie auch den Kauf des Gebäudes plane, sei unklar.

Die beiden GeschäftsführerInnen und ihre MitarbeiterInnen seien mehr oder weniger von der Entscheidung, die Tempodrom GmbH an die Treugast GmbH zu übergeben, überrascht worden. Da wären die Kündigungen an den Großteil der MitabeiterInnen schon per Post unterwegs gewesen. Von den 34 Beschäftigen bekamen 9 das Angebot, übernommen zu werden. Ob diese für die Treugast GmbH arbeiten werden, wissen sie noch nicht.
Irene Moessinger bedankte sich bei dem Team, das außerordentlich gut zusammen gefunden und gearbeitet habe und stellte besonders die Leistungen von Melen Einenkel (Marketing und Sales) hervor. Die MitarbeiterInnen standen sichtlich betroffen im Hintergrund.
Stolz sei sie, sagte Frau Moessinger, dass die Mitglieder ihres Teams schon alle neue Angebote hätten. Das unterstreiche die ausgezeichnete Arbeit, die sie geleistet hätten.

Arnulf Rating, künstlerischer Leiter des Maulhelden Festivals, betonte, dass er es für eine politische Entscheidung halte, ob "man Geld in Opernhäuser steckt oder in ein Haus für Cross - Over - Kultur mitten in der Stadt und das Ganze in der wunderbaren Form eines modernen Amphitheaters!"

Irene Moessinger und Norbert Waehl verabschieden sich aus dem Veranstaltungsgeschäft. Erstere ziehe sich erst einmal in ein Kloster in Klausur zurück. Sie werde ein Buch über ihr Leben und das Tempodrom schreiben für das sie schon ein erstes Angebot eines Verlages habe. Beide werden zwar der Stadt Berlin den Rücken kehren, Irene Moessinger sagte dann aber doch: "Ich liebe die Stadt Berlin und irgendwann komme ich bestimmt zurück." Nur Veranstaltungsarbeit wolle sie nicht mehr machen. Das sei zwar höchst interessant aber auch außerordentlich anstrengend.
Vielleicht werde sie das machen, was sie besonders gut könne sagte sie lachend: "Frauen in ausweglosen Situationen beraten, was ihren Beruf betreffe."

Außerdem habe das Gebäude "eine Urseele". Nein, eine Urseele würde auch nach einer Übergabe nicht verschwinden, antwortete die Tempodromgründerin auf die Zwischenfrage eines Journalisten. Daran glaube sie.

Am Freitag, den 29.07.2005, feierten sie mit FreundInnen und FörderInnen ihren Abschied im beeindruckenden Betonzelt am Anhalter Bahnhof.

Das Tempodrom im Netz:
www.tempodrom.de

Public Affairs Beitrag vom 01.08.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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