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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 17.08.2005

Antisemitismus zieht Parteiausschluss nach sich
Sarah Ross

Die Wahlalternative WASG gab im August 2005 bekannt, dass sie sich von ihrem Trierer Kreis-Chef Wolfgang Schmitt trennen wird. Antisemitische Äußerungen seinerseits sind die Ursache.



Auch in den Reihen der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG), der Partei, die erst in diesem Jahr gegründet wurde, hat sich bereits ein blinder Passagier eingenistet. Am 12. August 2005 wurde Wolfgang Schmitt, Kreisvorsitzender der WASG Trier, mit den Worten "dass man den Juden nicht so viel Geld geben soll" im "Trierischen Volksfreund" zitiert. Dieser abfälligen Äußerung gegenüber den jüdischen MitbürgerInnen Deutschlands folgt nun ein Parteiausschluss mit sofortiger Wirkung.

Der stellvertretende WASG-Landesvorsitzende Harald Jürgensonn hat derweil bestätigt, dass der 68-jährige Schmitt von seiner Äußerung nicht abrücken wird. Weiterhin erklärte er, dass antijüdische Äußerungen in keinem Fall hinzunehmen seien und somit in der Partei keinen Platz hätten. Damit bestätigte der stellvertretende Landesvorsitzende den Bericht des "Trierischen Volksfreundes". Am 13. August 2005 gab Jürgensonn schließlich bekannt, dass die Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit ein Parteiausschlussverfahren gegen den Trierer Kreis-Chef Wolfgang Schmitt eingeleitet hat. Wolfgang Schmitt ist somit nicht mehr länger dazu legitimiert, als WASG-Mitglied oder Kreisvorstand in der Öffentlichkeit aufzutreten.

Seine antisemitische Geisteshaltung hat Schmitt jedoch nicht zum ersten Mal kundgetan. Bereits vor drei Jahren ist er mit seiner Äußerung in der Öffentlichkeit negativ aufgefallen. Derzeit hatte er sich, damals noch als Attac-Sprecher, auf die finanzielle Unterstützung des Bundes für die Restaurierung von Synagogen bezogen. Schmitts Beharren auf seiner Ansicht war während einer WASG-Wahlveranstaltung zur Bundestagswahl bereits sein zweiter, unverzeihlicher Fehltritt. Dennoch betont die WASG, dass Schmitt ein Einzelfall und kein Symptom sei.

(Quelle: www.netzeitung.de/15.08.2005, "Rhein Zeitung"/16.08.2005)



Public Affairs Beitrag vom 17.08.2005 Sarah Ross 

   




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