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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 21.10.2005

Neues Angebot der Big-Hotline
AVIVA-Redaktion

"Proaktives Arbeiten bei häuslicher Gewalt" in Berlin vorgestellt. Häusliche Gewalt - Hilfe kommt jetzt von sich aus zu Opfern.



Am 20.10.2005 haben die Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, Susanne Ahlers, der Polizeipräsident von Berlin, Dieter Glietsch, und die Big-Hotline das neue Angebot "Proaktives Arbeiten bei häuslicher Gewalt" vorgestellt. Dieser neue Ansatz wurde gemeinsam von den fünf Berliner Beratungsstellen bei häuslicher Gewalt (BORA, Frauenraum, Frauentreffpunkt, Interkulturelle Initiative, Tara) und der Hotline entwickelt und wird in enger Zusammenarbeit mit der Berliner Polizei umgesetzt. Er soll die Betreuung der Opfer häuslicher Gewalt weiter verbessern.

"Proaktiv" bedeutet, dass Beratungsstellen oder Hotline nach einem Polizeieinsatz Opfer häuslicher Gewalt von sich aus anrufen und ihnen Hilfe anbieten können.
Die Initiative geht also anders als üblicherweise von der Beratungsstelle beziehungsweise der Hotline aus. Die Polizei informiert das Gewaltopfer beim Einsatz über dieses Angebot. Nach dessen Einverständnis erfolgt dann der Anruf.

Mit diesem Angebot will die Big Hotline den Zugang zu den Hilfsangeboten erleichtern. Es sollen auch Opfer beraten werden, die andere, bereits bestehende Angebote nicht nutzen können oder wollen. Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden, sind nach der Tat nicht immer in der Lage, nach der polizeilichen Wegweisung des Gewalttäters gleich die nächsten Schritte zu planen oder von sich aus Unterstützung zu holen. Hilfseinrichtungen und Polizei machen immer wieder die Erfahrung, dass mangelnde Informationen, Krisensituationen, Scham - und Schuldgefühle oder andere Probleme Frauen den Zugang zu Unterstützungsangeboten erschweren.

Dies betrifft zum Beispiel Frauen, die kein deutsch spechen, die wegen kultureller Normen den Kontakt nicht eigenständig herstellen können, oder behinderte Frauen. Oft ist es auch den Betroffenen unter dem Eindruck des Geschehenen nicht möglich, die Informationen, die sie durch die Polizei erhalten, aufzunehmen. Hier hilft die aufsuchende Arbeit des proaktiven Ansatzes.

Dazu Staatssekretärin Susanne Ahlers: "Der proaktive Ansatz ergänzt das bereits bestehende Unterstützungssystem ideal. Wir begrüßen und unterstützen die Entwicklung dieses Konzepts und haben deshalb auch die Finanzierung übernommen. Erfahrungen in anderen Ländern zeigen, dass der aufsuchende Ansatz Hemmschwellen bei Betroffenen abbaut und hilft, schnell professionelle Unterstützung bereit zu stellen."

Polizeipräsident Dieter Glietsch: "Die seit 2003 bestehende Möglichkeit, die Täter bis zu 14 Tage aus der Wohnung zu verweisen, wird von uns konsequent angewendet. Unsere Einsatzkräfte haben jedoch die Erfahrung gemacht, dass die Opfer in diesen gravierenden Fällen von Häuslicher Gewalt aufgrund ihrer psychischen Situation nicht in der Lage sind, diese Zeit zu nutzen und selbstständig die Beratungsangebote wahrzunehmen, die wir ihnen ans Herz legen. In Zukunft können wir hier als aktive Vermittler auftreten und die Lücke in der Betreuung somit schließen: Der Polizeieinsatz beseitigt die akute Bedrohung und führt gleichzeitig zu einer sofortigen Beratung durch die Big-Experten. Damit wächst die Chance, mehr Frauen dauerhaft aus ihrem gewalttätigen Umfeld zu befreien."

In Berlin wurden im Rahmen der Polizeilichen Kriminalstatistik im Jahr 2004 12.814 Fälle von häuslicher Gewalt erfasst. Dies bedeutet einen leichten Anstieg zum Jahr 2002 (7.552) und zum Jahr 2003 (10.371 Fälle). Die Big-Hotline wurde 2004 knapp 6.000 Mal in Anspruch genommen (5.983 Anrufe). Bis zum 30.09.2005 gingen bereits 4.591 Anrufe ein. In den 6 Jahren des Bestehens gingen damit über 30.000 Anrufe ein. Die durchschnittliche Auslastung der sechs Berliner Frauenhäuser lag im Jahr 2004 bei ca. 90%. Im gleichen Jahr haben sich 1.313. Frauen und 1.226 Kinder in den Frauenhäusern aufgehalten, in den Zufluchtswohnungen waren es 333 Frauen und 339 Kinder.

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen fördert die Projekte aus dem Anti-Gewaltbereich mit jährlich kapp 6 Millionen Euro. Die erste repräsentative Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland kam zu dem Ergebnis, dass ca. 25% der befragten Frauen seit dem 16. Lebensjahr Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind. 99% der befragten Frauen gaben bei häuslicher Gewalt männliche Beziehungspartner als Täter an.

Weitere Informationen zur Big-Hotline unter www.big-hotline.de.
(Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen vom 20.10.2005)

Public Affairs Beitrag vom 21.10.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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