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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 22.12.2005

Irans Präsident bezeichnet Holocaust als Mythos
Sarah Ross

Erneut hat Mahmud Ahmadinejad Israel und die Juden verbal attackiert und die Shoah als Mythos bezeichnet. Damit spitzt sich der Konfrontationskurs mit der westlichen Welt weiter zu. Reaktionen...



Mit seinen antisemitischen Äußerungen hat sich der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad am 13.12.2005 erneut auf einen Konfrontationskurs mit dem Westen begeben. Leugnete er noch im Vorfeld des diesjährigen Al-Quds-Tags Ende Oktober 2005 das Existenzrecht Israels ( AVIVA-Berlin berichtete), so zog er diesmal in seiner Rede auf einer islamischen Konferenz in Teheran den Holocaust in Zweifel. In seiner polemischen Brandrede rügte er die muslimischen Nationen, dass sie sich der palästinensischen Frage gegenüber zu passiv verhielten. Ahmadinejad: "Die westlichen Staaten haben einen Mythos unter dem Namen des Holocaust geschaffen und schätzen diesen höher als Gott, die Religion und die Propheten. Gebt den Juden einen Teil eures Landes in Europa, den USA, Kanada oder Alaska, damit sie dort einen Staat errichten können. Es kann nicht sein, dass die Palästinenser den Preis für in Europa begangene Verbrechen gegen die Juden bezahlten… Die islamische Welt sollte ihre Politik der Passivität aufgeben und sich aktiver mit der palästinensischen Frage beschäftigen". Unter den 15.000 begeisterten ZuhörerInnen befand sich auch Khaled Mashaal, der politische Führer der radikalislamischen Terrororganisation Hamas.

Ahmadinejads Rede, die live im iranischen Fernsehen übertragen wurde, hatte unter anderem zum Ziel, seine politischen Gegner wissen zu lassen, dass der Präsident nicht zum Einlenken oder zum Schweigen bezüglich der Palästinenserfrage bereit sei. Der iranische Präsident ist davon überzeugt, dass der Westen im palästinensisch-israelischen Konflikt keine Mittlerrolle übernehmen kann, da er sich stets auf die Seite des "zionistischen Regimes" gestellt habe. Laut des israelischen Rundfunks habe Mahmud Ahmadinejad gesagt: "Der Kampf [für die Palästinenser] berührt die gesamte muslimische Nation und beschränkt sich nicht auf ein bestimmtes Gebiet". Auch der ehemalige iranische Präsident Akbar Hashemi Rafsandschani, der sich ebenfalls wie Ahmadinejad mit Khaled Mashaal zu einem Gespräch in Teheran traf, kündigte an, dass der Iran seine fundamentalistische Politik fortsetzten würde, und dass "die Tage der Zionisten […] gezählt" sind.

Auch wenn iranische Politiker und führende Geistliche Israel gegenüber nicht immer positiv gegenüberstanden, so ist Mahmud Ahmadinejad doch der einzige, der seine antisemitische Haltung derart offen und direkt in der Öffentlichkeit kundtut. Nicht einmal Ayatollah Khomeini leugnete den Holocaust. Doch gibt es auch einige der iranischen Hardliner, die sich von ihrem Präsidenten abwenden und fordern, dass er "seine Worte mit Bedacht wählen" müsse. Viele iranische Politiker befürchten diesbezüglich eine weitere internationale Isolierung des Landes. Doch durch die uneingeschränkte Rückendeckung, die der geistliche Führer des Iran, Ali Khamenei, seinem Präsidenten gab, verloren solche Ermahnungen und Befürchtungen an Gewicht.
Mahmud Ahmadinejads Hasstiraden trafen weltweit auf Empörung. EU-Kommissionspräsident Barroso sagte beispielsweise: "Es ist schockierend, dass das Oberhaupt eines Staats, der einen Sitz bei der UNO hat, so etwas sagen kann. Ahmadinejads Worte lenken unsere Aufmerksamkeit darauf, wie gefährlich es wäre, wenn dieses Regime eine Atombombe hätte". Botschafter Shimon Stein ging jedoch soweit, dass er von der EU "symbolische Schritte" gegen den Iran forderte. In seinem Statement wies er daraufhin, dass die EU als "die moralische Stimme des Westens […] klar machen [muss], dass sie nicht länger bereit ist, solche Äußerungen zu tolerieren." Gegenüber der Frankfurter Rundschau sagte er weiterhin: "das ist nicht nur eine Attacke gegen Israel, sondern gegen die westliche Welt als Ganzes".
Auch der deutsche Aussenminister Steinmeier bezeichnete seine Worte als "schockierend und inakzeptabel". Doch vor allem Organisationen wie der Iranische Dialogkreis in Berlin sind über die Äußerungen "ihres" Präsidenten entsetzt und distanzieren sich "mit aller Schärfe von jeglichen antisemitischen und menschenfeindlichen Äußerungen der iranischen Regierung". Seit Jahren setzten sich die Mitglieder des Dialogkreises für die Vermittlung iranischer Kultur und Politik in Berlin ein. Doch durch derartige Äußerungen iranischer Offizieller, die keineswegs die mehrheitliche Meinung der IranerInnen widerspiegelt, wird oft der Blick auf die Mannigfaltigkeit der positiven Beispiele in den Beziehungen zwischen Iranern und Juden verzerrt.

Wie sich die arabische Presse zu diesem Thema äußert können Sie hier im Memri Spezial lesen.

Weitere Informationen und Stellungnahmen finden Sie unter:
http://iran-now.de/content/view/2948/26/ und www.memri.de

Public Affairs Beitrag vom 22.12.2005 Sarah Ross 

   




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