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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 16.02.2006

Der Karikaturenstreit geht in eine zweite Runde
Sarah Ross

Während der DJV gegen die Beschneidung der Pressefreiheit von Seiten des Irans protestiert, versucht die World Union of Jewish Students in einem Cartoonwettbewerb den Hass mit Humor zu besiegen.



Am 13. Februar 2006 erhielt der Tagesspiegel von der iranischen Botschaft einen Brief, in dem diese von der Zeitung eine schriftliche Entschuldigung für die am 10. Februar 2006 veröffentlichten WM-Karikaturen forderte. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) protestiert nun gegen den Brief der iranischen Botschaft. Michael Konken, der Bundesvorsitzender des DJV, hat dieses Vorgehen gestern (14.02.2006) massiv kritisiert.
In einer Pressemitteilung bezeichnete er die Forderung "als dreisten Versuch, Einfluss auf die unabhängige Berichterstattung einer deutschen Zeitung zu nehmen." Der Karikaturist des Tagesspiegels soll unterdessen bereits Morddrohungen erhalten haben, woraufhin er seine Wohnung verlassen musste. Das Botschaftsschreiben sei in diesem Zusammenhang unverantwortlich, so Konken.

Dass die unverhältnismäßigen Reaktionen der islamischen Welt auf die Mohammed-Karikaturen nur so vor einer Doppelmoral strotzen, ist spätestens jetzt kein Geheimnis mehr. Denn nun kann der iranische Staat wohl kaum eine verletzte religiöse Empfindsamkeit als Grund vorschieben, die eine Entschuldigung des Tagesspiegels für die Veröffentlichung der strittigen Karikaturen rechtfertigen würde. Laut Spiegel-Online vom 13. Februar 2006 soll die iranische Botschaft sogar soweit gegangenen sein, auch eine Wiedergutmachung dieses unmoralischen Aktes von der deutschen Tageszeitung verlangt zu haben. In dem Brief an die Redaktion des Tagesspiegel sei dies wie folgt begründet worden: "Die Botschaft der Islamischen Republik Iran in Berlin möchte Ihnen mitteilen, dass die Veröffentlichung der beleidigenden Karikatur bei allen Sportlern, beim iranischen Volk, und bei Sportfreunden in der ganzen Welt sowie auch bei den in Deutschland lebenden Iranern Abscheu und Empörung ausgelöst hat."

Die Karikatur zeigte im ersten Bild iranische Fußballspieler mit Sprengstoffgürteln und im zweiten Bild waren Bundeswehrsoldaten zu sehen. Darüber stand:
"Warum bei der WM unbedingt die Bundeswehr zum Einsatz kommen muss!!" Nach Angaben des Tagesspiegel habe der Zeichner Klaus Stuttmann hier lediglich ein innenpolitisches Problem, also die Frage zum Einsatz der Bundeswehr während der WM, thematisiert. Von einer Beleidigung des Irans kann hier also bei Weitem nicht die Rede sein.

Der DJV reagierte in seiner Pressemitteilung auf diese Forderungen mit der Erklärung, dass nicht zugelassen werde, die iranische Regierung die Deutungshoheit über die Pressefreiheit in Deutschland erlangen zu lassen.
Der Brief an den Tagesspiegel zeige, dass die iranische Interpretation des Begriffs Pressefreiheit nicht auf dem Boden von Demokratie und Freiheit fuße, organisiert die internationale Studentenorganisation World Union of Jewish Students (WUJS) einen Karikatur-Wettbewerb zum Thema Fight hate with humor. Dieser Wettbewerb wird im Rahmen der internationalen Kampagne Against hatred des WUJS seit dem 1. Februar bis zum 1. Mai 2006 durchgeführt. Zu verstehen ist der Cartoon-Contest als Antwort auf den iranischen Wettbewerb A World without Zionism und A World without the United States. Der iranische Wettbewerb sucht hier die zwölf besten Cartoons über den Holocaust. Nicht genug, dass der iranische Präsident den Holocaust leugnet, so soll er nun auch noch ins Lächerliche gezogen werden.
Da stellt sich doch unweigerlich die Frage, wer sich hier bei wem entschuldigen sollte?

Die Pressemitteilung sowie weitere Infos zum Thema finden Sie unter:
www.djv.de
www.fairpress.biz
www.spiegel.de.

Nähere Infos zum Wettbewerb finden Sie hier und unter www.wujs.org.il.

Public Affairs Beitrag vom 16.02.2006 Sarah Ross 

   




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