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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 03.06.2006

World Cup Racism Help Line
Sarah Ross

Verschiedene Flüchtlings- und Antirassismus-Organisationen planen zur WM eine Hotline, bei der Opfer rassistischer Gewalt sich in ihrer Muttersprache melden und Unterstützung bekommen können.



Aufgrund rassistischer Angriffe in Deutschland in den vergangenen Wochen und Monaten wurde nicht nur das Motto der Fußballweltmeisterschaft "Die Welt zu Gast bei Freunden" mehrfach in Frage gestellt, sondern auch die Debatte um die so genannten "no-go areas" in Gang gesetzt. Diesen Diskussionen setzen verschiedene Flüchtlings- und Antirassismus-Organisationen nun Taten entgegen und richten pünktlich zu Beginn der WM die "World Cup Racism Help Line" ein. Vor allem Interessierte mit guten Fremdsprachenkenntnissen werden noch zur Unterstützung der Telefonhotline gesucht.

Da zur Fußball-WM nicht nur die reine Fußballbegeisterung, sondern auch die Einreise rassistischer Hooligans aus aller Welt und vermehrte Angriffe deutscher Neonazis auf ausländische Fans erwartet werden, ist auch davon auszugehen, dass ausländische Gäste im Notfall schnelle und kompetente Hilfe brauchen werden. Daher wird für die Wochen der WM eine Telefonhotline eingerichtet, die sich vor allem an Menschen, die aus dem Ausland zur WM nach Berlin und Brandenburg kommen und potenziell Opfer eines rassistischen Angriffs werden, richtet. Sie sollen bei der Hotline anrufen können und von jemandem, der aus ihrem Land kommt oder ihre Sprache spricht, individuelle Unterstützung bekommen.

Die Hotline kann Betroffenen z.B. dabei helfen, bei der Polizei eine Anzeige zu stellen, ärztliche Versorgung und rechtlichen Beistand zu vermitteln und Kontakt zu anderen Organisationen herzustellen, die auf der Seite der Opfer stehen und weitere Hilfe anbieten können. Neben der konkreten Unterstützung von Betroffenen soll das Projekt zudem die alltägliche Realität rassistischer Diskriminierung und Gewalt in die öffentliche Diskussion einbringen: Fälle, die der Hotline gemeldet werden, sollen beispielsweise veröffentlicht werden - natürlich nur, wenn die Betroffenen zustimmen.

Obwohl die Idee für die Hotline kurzfristig entstand, sind bereits folgende Gruppen dem Aufruf gefolgt: Flüchtlingsinitiative Brandenburg (FIB), ASU, Alternatives Projekt Straussberg, Plataforma, Al Mende, Moskito Netzwerkstelle, cyberNomads, JAB Straussberg, Afrikanische Studentenunion, ARI, ReachOut, Opferperspektive, sowie einige Privatpersonen.
Bisher wurden bereits eine mögliche Struktur angedacht und die ersten Aufgaben an die Arbeitsgruppen übergeben. Jedoch kann das Projekt nur mit vielen UnterstützerInnen funktionieren! Daher werden vor allem Menschen gesucht, die Lust haben, Hotline-Anrufe entgegen zu nehmen. Es sollen Gruppen für die verschiedenen Sprachen (z.B. für Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Englisch, Türkisch und Arabisch) gebildet werden, die sich den Telefondienst untereinander aufteilen können. Es wird Handys geben, damit die Personen nicht örtlich gebunden sind. Aber auch für die Öffentlichkeit werden noch helfende Hände gesucht!

Zur Vorbereitung für den Telefondienst findet noch eine "Schulung" am Mittwoch, 07.06.2006 um 19.00 Uhr statt.
Wo: ReachOut, Oranienstr 159, im 5.OG, U-Bahn Moritzplatz.

Bei Interesse melden Sie sich bitte unter folgender E-Mail an: racism.help.line@gmx.net


Public Affairs Beitrag vom 03.06.2006 Sarah Ross 

   




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