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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 13.07.2006

Gewalt ist keine Ehrensache
Constanze Geißler

Auf dem 6. Berliner Präventionstag diskutierten eine Vielzahl von ExpertInnen über den Zusammenhang von Gewalt und Männlichkeit. Broschüre der "Landeskommission Berlin gegen Gewalt" zum Thema.



Warum ist Gewalt ein typisch männliches Phänomen? Wie lassen sich Vergewaltigungen psychologisch erklären? Was sind Ursachen für Gewalt unter Jugendlichen? Mit welchen Mitteln können Gewaltdelikte eingedämmt werden? Mehr als 500 ExpertInnen aus Schule, Sozialarbeit, Polizei, Justiz, Wissenschaft, Politik und Verwaltung sprachen auf dem 6. Berliner Präventionstag im November 2005 über das Thema "Männliche Sozialisation und Gewalt". Nun veröffentlichte die "Landeskommission Berlin gegen Gewalt" eine Dokumentation dieser Tagung.

Dass mit Gewalt soziale Konflikte gelöst werden, ist keine neue Erkenntnis. Dass laut Statistik 84% der verübten Körperverletzungen von Männerhand vollzogen werden, stimmt LeserInnen schon eher nachdenklich. Dass Gewalt aber auch ein Phänomen ist, mit dem soziale Ordnungen hergestellt werden, bedarf eines tieferen Nachdenkens. In seiner Arbeit untersucht Dr. Michael Meuser kritisch die Gewaltbereitschaft im Handeln und Verhalten von Männern.

Männer sind das härtere Geschlecht. Sie zeigen, wo es lang geht. Warum eigentlich? "Prävention von Gewalt gegen Frauen: Männlichkeitsbilder verändern" heißt die Devise von Dr. Anita Heiliger. Dabei knüpft sie an die "Männer- und Jugendforschung" vergangener Jahre an und stellt klar, dass Mannsein = dominant sein, mächtig sein zuallererst ein soziales Konstrukt ist, von dem es sich in unserer, über Gleichberechtigung sprechenden, Gesellschaft zu lösen gilt.

Hinzu kommt die Tatsache, dass Männer viel häufiger als Frauen und Mädchen von Gewaltdelikten betroffen sind. Auch unter diesem Blickwinkel müsse die Debatte über Gewaltprävention in der Öffentlichkeit geführt werden. Es sei wichtig, Jungen Handlungsalternativen anzubieten, um Konflikte zu lösen. Das meint Thomas Härtel, Staatssekretär und Vorsitzender der Landeskommission Berlin gegen Gewalt.

Die Dokumentation des 6. Berliner Präventionstages beinhaltet mehr als 20 verschiedene Arbeiten zum Thema. Nicht nur grundlegende Sachkenntnisse werden von ExpertInnen vermittelt, sondern auch die Bereiche Jungenarbeit, Jungengewalt, Medien und Prävention behandelt.

Gerade für LehrerInnen, KindergärtnerInnen, TherapeutInnen oder Beschäftigte im Strafvollzug ist die Broschüre empfehlenswert!

Die Broschüre kann per Post bestellt werden:
Geschäftsstelle der Landeskommission Berlin gegen Gewalt
Beuthstr. 6-8
10117 Berlin

Briefmarken im Wert von 1,44 Euro für Versandkosten bitte beilegen!

Auch im Internet steht die Broschüre zur Verfügung:
www.berlin-gegen-gewalt.de

(Quelle: Landespressedienst, 05.07.2006)

Public Affairs Beitrag vom 13.07.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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