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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 21.11.2017

Internationaler Aktionstag Nein zu Gewalt an Frauen am 25. November 2017
AVIVA-Redaktion

TERRE DES FEMMES ruft am 25. November zu weltweiter Fahnenaktion auf. Das Motto: Mädchen schützen! Weibliche Genitalverstümmelung gemeinsam überwinden. Außerdem im AVIVA-Beitrag: Anlaufstellen bei Gewalt gegen Frauen. Unter dem Hashtag #JedenDrittenTag macht das Deutsche Komitee für UN Women auf die Kriminalstatistische Auswertung des BKA aufmerksam: JedenDrittenTag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner getötet. Und: eine Expertise zur Digitalisierung geschlechtsspezifischer Gewalt des Bundesverbands Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff) belegt: Auch Digitale Gewalt gegen Frauen nimmt zu.



Mehr als 7.500 Fahnen und Banner mit der Aufschrift "Frei leben – ohne Gewalt" werden jährlich zum 25. November, dem Internationalen Aktionstag "NEIN zu Gewalt an Frauen", weltweit gehisst.
In Berlin wird bereits am Freitag, dem 24. November 2017, um 11.00 Uhr auf dem Vorplatz des Abgeordnetenhauses die Fahne gegen Gewalt an Frauen gehisst, von Parlamentspräsident Ralf Wieland, gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller und der Vorstandsvorsitzenden von Terre des Femmes Prof. Dr. Godula Kosack.

Zum 17. Mal ruft TERRE DES FEMMES gemeinsam mit einem solidarischen Netzwerk aus Gleichstellungsbeauftragten, Frauenverbänden, Ministerien, Parteien und vielen engagierten Einzelpersonen dazu auf, am 25. November ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Mädchen und Frauen zu setzen. Im Mittelpunkt der diesjährigen Fahnenaktion steht das Thema weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation – FGM).

Weltweit leben mehr als 200 Millionen Frauen, die von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen sind. In Deutschland sind es mehr als 58.000 sowie mindestens 13.000 Mädchen, die gefährdet sind, genitalverstümmelt zu werden. Damit ist die Zahl der betroffenen Frauen gegenüber 2016 um 10.000 gestiegen, die der gefährdeten Mädchen um 4.000. Dies geht aus der neuesten Hochrechnung von TERRE DES FEMMES hervor. Weibliche Genitalverstümmelung bezeichnet eine schwere Menschenrechtsverletzung, bei der Teile des weiblichen Genitals abgeschnitten oder verletzt werden. FGM stellt damit einen Verstoß gegen das Recht auf körperliche und psychische Unversehrtheit dar. Zudem verstößt sie gegen die Kinderrechte gemäß der Kinderrechtskonvention und gilt somit als Kindesmisshandlung.

Aus diesem Grund fordert TERRE DES FEMMES in diesem Jahr unter dem Motto "Mädchen schützen! Weibliche Genitalverstümmelung gemeinsam überwinden", mehr Aufklärung und besseren Schutz von gefährdeten Mädchen. Dazu gehört die verpflichtende Aus- und Weiterbildung für Fachpersonal aus medizinischen, pädagogischen, sozialen, juristischen Berufsfeldern und für Angestellte der Kinder- und Jugendhilfe zu weiblicher Genitalverstümmelung. "Um Mädchen wirksam zu schützen, fordern wir verpflichtende Untersuchungen für alle Kinder, die auch die Genitalien umfassen. Für Betroffene und Gefährdete müssen bundesweite, flächendeckende und ausreichend spezialisierte Beratungsstellen und psychosoziale Hilfsangebote bereitgestellt werden, insbesondere für Minderjährige und deren besondere Bedürfnisse. In diese Beratungsangebote müssen Kultur- und Sprachmittlerinnen integriert sein."

Zum Hintergrund der Fahnenaktion: 2001 wehten erstmals Fahnen von TERRE DES FEMMES. Der Tag geht auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal in der Dominikanischen Republik zurück. Wegen ihres politischen Widerstands gegen den Diktator Trujillo wurden sie am 25. November 1960 vom Geheimdienst nach monatelanger Folter ermordet. Der Mut der drei Frauen gilt inzwischen als Symbol für Frauen weltweit, die nötige Kraft zu entwickeln, gegen Unrecht einzutreten.

TERRE DES FEMMES ist eine gemeinnützige Menschenrechtsorganisation für Mädchen und Frauen, die durch Aktionen, Öffentlichkeitsarbeit, persönliche Beratung, Förderung von Projekten und internationale Vernetzung von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen unterstützt. Schwerpunktthemen sind Häusliche und sexualisierte Gewalt, Zwangsheirat und Ehrverbrechen, weibliche Genitalverstümmelung, Frauenhandel und Zwangsprostitution. Der Verein wurde 1981 gegründet und finanziert sich durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Zuschüsse. Die Bundesgeschäftsstelle befindet sich in Berlin.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.frauenrechte.de

#JedenDrittenTag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner getötet.

Das eigene Zuhause sollte ein sicherer Ort für Frauen sein. Das Gegenteil ist der Fall. Jeden Tag passieren in Deutschland unvorstellbare Gewalttaten: Frauen werden bedroht, verprügelt und vergewaltigt. Jeden dritten Tag stirbt eine Frau durch Gewalt von ihrem Partner. Eine erschütternde Zahl, veröffentlicht vom Bundeskriminalamt (BKA) im Jahr 2016 für das Berichtsjahr 2015. Gewalt kann jede Frau treffen, unabhängig von Alter, Schicht oder Nationalität. Das wahre Ausmaß der Gewalt lässt sich nur erahnen. Bei den Zahlen des BKA handelt es sich um Hellfeldziffern.

Die Kampagne #JedenDrittenTag

Vom 14. bis zum 25. November 2017, dem Internationalen Tag zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen, führt das Deutsche Komitee für UN Women eine Kampagne durch, um auf die erschreckenden Zahlen des BKA und das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen. Diese Kampagne wird von dem Unternehmen AVON unterstützt. Ein 10-sekündiger Spot auf Infoscreens in U-Bahnhöfen in Bonn und Berlin und Banner auf unterschiedlichen Online Plattformen machen darauf aufmerksam, dass in Deutschland jeden dritten Tag eine Frau von ihrem Partner getötet wird. "Wir fordern die neue Bundesregierung auf, das Gesamtkonzept zur Prävention von und zum Schutz vor Gewalt gegen Frauen zu verschärfen und die Hilfen für Opfer zu verbessern. Dazu hat sich Deutschland mit der Ratifizierung der "Istanbul-Konvention" verpflichtet", so Karin Nordmeyer, Vorsitzende des Deutschen Komitees für UN Women.

Forderungen des Deutschen Komitees für UN Women

  • Keine Toleranz gegenüber jeder Form von Gewalt gegen Frauen, sei sie strukturell, sexuell, physisch oder psychisch.
  • Konsequenzen für die Täter: Bestehende Strafen und Sanktionen müssen konsequent und vollständig Anwendung finden.
  • Psychologische Unterstützung für die Betroffenen: Es müssen ausreichend Angebote und Anlaufstellen mit Ärzt*innen, Sozialarbeiter*innen und Berater*innen eingerichtet werden.
  • Finanzierung einer ausreichenden Zahl von Plätzen in barrierefreien und bedarfsgerechten Frauenhäusern
  • Verpflichtende Schulungen zu sexueller Belästigung und Mobbing sowie Sensibilisierung allgegenwärtiger und bestehender patriarchaler Strukturen für die Justiz und alle diejenigen, die sich in Macht- und Führungspositionen befinden.
  • Schulungs- und Informationsangebote für Mitarbeiter*innen, um sexuelle Belästigung zu erkennen und ihre Rechte zu kennen.
  • Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagnen zu den Formen sexualisierter Gewalt.
  • Alle Maßnahmen müssen ausreichend finanziert sowie die speziellen Bedürfnisse besonders vulnerabler Gruppen einbezogen werden.

    Weitere Informationen zur Kampagne und der Link zur BKA Studie:

    www.unwomen.de
    10-sekündiger Spot: youtu.be

    UN Women Nationales Komitee Deutschland ist ein gemeinnütziger Verein und eines von weltweit 15 Nationalen Komitees, die auf Länderebene die Arbeit von "UN Women" durch Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising unterstützen.
    www.unwomen.de
    UN Women ist die in 2010 gegründete, führende Einheit der Vereinten Nationen, die sich für die Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung von Frauen einsetzt. www.unwomen.org

    Öffentlichkeitskampagne "Gewalt kommt nicht in die Tüte"
    Unternehmen engagieren sich gegen Gewalt an Frauen


    Jährlich organisieren Frauenprojekte, Gewerkschaften, Parteien, Vereine und die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten um den 25. November eine Vielzahl von Veranstaltungen. Die Partner sind Berliner Unternehmen, die gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen und mit uns gemeinsam öffentlich Stellung beziehen.

    Durch den Aufdruck "Gewalt kommt nicht in die Tüte" auf Dingen des täglichen Gebrauchs wie Tüten, Kugelschreibern, Post-its, Maßbändern, Notizblöcken, Lippenpflegestiften, Kalendern etc. tragen eine Vielzahl von Unternehmen zur direkten Sensibilisierung zum Thema Gewalt gegen Frauen bei.
    Die Initiatorinnen der Öffentlichkeitskampagne sind die Landesarbeitsgemeinschaft der bezirklichen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten, die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen, die Hotline der Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen und Terre des Femmes Berlin.

    bff veröffentlicht Expertise zur Digitalisierung geschlechtsspezifischer Gewalt: Digitale Gewalt gegen Frauen nimmt zu

    Stalking, Belästigung, Online-Stellen privater Inhalte und intimer Bilder, Ausspähen mit spezieller Software, Vergewaltigungsdrohungen, Verbreitung gefilmter Vergewaltigungen – digitale Gewalt gegen Frauen hat verschiedene Formen und Ausprägungen.

    Der bff hat eine ausführliche Expertise zur Arbeit der Frauennotrufe und Frauenberatungsstellen gegen digitale Gewalt veröffentlicht. Grundlage des Papiers ist eine Umfrage, die der bff bei seinen rund 180 Mitgliedern durchgeführt hat. Hierin gab die Mehrheit der Beraterinnen an, dass sie immer häufiger Frauen und Mädchen beraten, die von digitaler Gewalt betroffen sind. Oft sind digitale Angriffe nicht der einzige oder ausschlaggebende Grund, warum sich Betroffene an die Fachberatungsstellen wenden. "Die Betroffenen, die Beratung bei sexualisierter Gewalt und häuslicher Gewalt in Anspruch nehmen, sind potentiell auch von Formen digitaler Gewalt betroffen", sagt Anna Hartmann, Mitarbeiterin im Projekt Aktiv gegen digitale Gewalt des bff. "Digitale Gewalt findet nicht getrennt von ´analoger Gewalt´ statt, sondern stellt meist eine Fortsetzung oder Ergänzung von Gewaltverhältnissen und -dynamiken dar", so Hartmann weiter.

    Besonders bei Stalking werden mittlerweile in nahezu allen Fällen das Internet oder digitale Medien dazu genutzt, die Betroffenen zu verfolgen oder auszuspionieren. Frauen wenden sich z.B. mit dem Verdacht an die Beratungsstellen, dass Spyware auf ihrem Handy installiert wurde und Gespräche abgehört, Nachrichten mitgelesen oder sie durch die Tracking-Funktion geortet werden.

    Auch im Kontext von sexualisierter Gewalt spielen digitale Medien eine wachsende Rolle. Betroffene berichten, dass ursprünglich einvernehmlich erstellte intime Fotos oder Videos ohne Zustimmung online gestellt wurden. In anderen Fällen drohen Täter damit, intime Bilder zu veröffentlichen, um bspw. eine Trennung zu verhindern.

    Wie hoch der Anteil der Frauen und Mädchen ist, die von digitaler Gewalt betroffen sind, lässt sich mit der bff-internen Umfrage nicht beantworten. "Wir haben derzeit keine belastbaren Studien und Zahlen darüber, wie viele Frauen und Mädchen tatsächlich von den unterschiedlichen Gewaltformen betroffen sind", erklärt Silvia Zenzen, Mitarbeiterin im Projekt. "Hierzu braucht es mehr Forschung auf nationaler und internationaler Ebene sowie repräsentative Daten, denen ein klar definierter Begriff geschlechtsspezifischer digitaler Gewalt zugrunde liegt", schließt sie an.

    In der vom bff veröffentlichten Expertise wird neben aussagekräftigen Studien auch die Sensibilisierung von Polizei und Justiz sowie eine kritische Debatte über digitale Gewalt im öffentlichen digitalen Raum gefordert. Eine bedarfsgerechte Unterstützung von betroffenen Frauen und Mädchen braucht eine nachhaltige Strategie gegen digitale Gewalt und nicht zuletzt finanziell besser ausgestattete Fachberatungsstellen, um dem wachsenden Phänomen der digitalen Gewalt adäquat entgegen treten zu können.

    Die Expertise kann heruntergeladen werden unter: www.frauen-gegen-gewalt.de
    Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter: www.frauen-gegen-gewalt.de


    Anlaufstellen bei Gewalt gegen Frauen:

    Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Es ist rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr kostenlos unter der Telefonnummer 08000 116 016 und online unter: www.hilfetelefon.de erreichbar.

    Die geschulten Beraterinnen der BIG Hotline erreichen Sie täglich von 8 - 23 Uhr – auch an Sonn- und Feiertagen unter 030 - 611 03 00. Mehr Informationen zur Hotline finden Sie unter www.big-hotline.de.

    Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

    Zahlen, Daten und Fakten zu häuslicher Gewalt gegen Frauen - Internationaler Aktionstag gegen Gewalt an Frauen. Istanbul-Konvention endlich europaweit rechtsverbindlich machen und umsetzen
    Statements von Dilek Kolat, Bürgermeisterin und Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, Mona Küppers, Vorsitzende des Deutschen Frauenrats, Maja Wegener, Fachbereichsleiterin von TERRE DES FEMMES, Dagmar Freudenberg, Vorsitzende der djb-Kommission Strafrecht und djb-Präsidentin Ramona Pisal. (2016)


    Quellen: Pressemitteilung Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe // Frauen gegen Gewalt e.V./Federal Association of Women´s Counselling and Rape Crisis Centres (bff) vom 17.10.2017, Pressemitteilung TERRE DES FEMMES vom 14.11.2017, Pressemitteilung UN Women Nationales Komitee Deutschland vom 14.11.2017


  • Public Affairs > Diskriminierung Beitrag vom 21.11.2017 AVIVA-Redaktion 

       




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