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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2016 - Beitrag vom 17.07.2012

Alle AVIVA-Updates zu den Pussy Riots. NEU: Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa sind frei, der Protest gegen Putin geht weiter
Wagner, W├Âsch, Adler

Nachdem Marija Aljochina, Nadeschda Tolokonnikowa und Jekaterina Samuzewitsch f├╝r ihren dreimin├╝tigen Auftritt in der Christ-Erl├Âser-Kathedrale in Moskau zu zwei Jahren Straflager verurteilt...



... wurden, laufen die Solidarit├Ątsbekundungen ungebremst weiter.


NEWS vom 23.12.2013Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa sind frei, doch der Protest gegen Putin geht weiter. Auch Michail Chodorkowski und Greenpeace-AktivistInnen aus der Haft entlassen.

Die beiden beinahe zwei Jahre inhaftierten Musikerinnen wurden am 23. Dezember im Zuge einer Amnestie vorzeitig aus der Haft entlassen. Ihre Freilassung war urspr├╝nglich f├╝r M├Ąrz 2014 angesetzt, doch Pr├Ąsident Wladimir Putin hatte das Parlament in Moskau angewiesen, das Amnestiegesetz anzuwenden ÔÇô jedoch wohl eher aus taktischen Gr├╝nden: Die Olympischen Winterspiele in Sotschi stehen vor der T├╝r. Viele PolitikerInnen hatten im Vorfeld ihre Teilnahme abgesagt, Menschrechtsorganisationen Proteste angek├╝ndigt.

Maria Aljochina dr├╝ckte vor laufenden Kameras Skepsis und ├ärger ├╝ber die ├╝berraschende Freilassung aus. Solidarisch zeigte sie sich mit ihren Mitgefangenen, deretwegen sie auf ihre vorzeitige Freilassung verzichten wollte, doch der Befehl von Duma und Putin lie├č das nicht zu. Sie plant nun, sich zuk├╝nftig vor allem f├╝r die Rechte von H├Ąftlingen einzusetzen.
"Russland ohne Putin" lautete ungebrochen der ├Âffentliche Protest von Nadeschda Tolokonnikowa bei ihrer Freilassung im sibirischen Krasnojarsk.

Nach zehn Jahren Haft begnadigt wurde auch der Regimekritiker Michail Chodorkowski, der sich nun in Berlin bei seiner Familie aufh├Ąlt. Der damalige gr├Â├čte politische Konkurrent Putins hat inzwischen erkl├Ąrt, er werde sich zuk├╝nftig f├╝r die Freilassung politischer Gefangener einsetzen und nicht in die Politik gehen.

Eingestellt wurden auch die laufenden Verfahren gegen 30 Greenpeace-AktivistInnen. Sie hatten gegen russische ├ľlbohrungen in der Arktis protestiert und wurden des Rowdytums beschuldigt.
Insgesamt rund 1.500 H├Ąftlinge k├Ânnten durch die Amnestie aus russischen Gef├Ąngnissen freikommen.




NEWS vom 23.07.2013"Homophobes Reptil ÔÇô verschwinde aus der Geschichte!"

Ein Jahr, nachdem die Aktivistinnen der feministischen, Putin-kritischen Punkband f├╝r ihren Auftritt in der Christ-Erl├Âser-Kathedrale zu jeweils zwei Jahren Straflager verurteilt wurden, ver├Âffentlichten ihre anonymen Kolleginnen ein neues Video, "đÜđ░đ║ đ▓ đ║ĐÇđ░ĐüđŻđżđ╣ ĐéĐÄĐÇĐîđ╝đÁ / Wie in einem roten Gef├Ąngnis".

Die Musikerinnen tragen darin ihre charakteristischen neonfarbenen Sturmhauben, erklettern ├ľlt├╝rme des russischen Staatskonzerns Rosneft, beschmieren Bilder von Igor Setschin (dem Chef von Rosneft) und Alexander Bastrykin (dem Vorsitzenden des Untersuchungskomitees der Russischen F├Âderation) mit ├ľl und verbrennen ein Portrait Wladimir Putins.

Amnesty International hat in einem Brief an den russischen Generalstaatsanwalt, den bereits ├╝ber 100 international bekannte MusikerInnen, darunter auch Adele, Radiohead, Bruce Springsteen, Bjork, Coldplay, Yoko Ono und die Toten Hosen unterschrieben haben, die sofortige Freilassung von Nadezhda Tolokonnikova und Maria Alekhina gefordert.

Die Petition von Amnesty International kann unter Freiheit f├╝r Pussy Riot! unterzeichnet werden.



NEWS vom 30.10.20121LIVE KRONE-Preis f├╝r Pussy Riot

Der Sonderpreis der 1LIVE KRONE geht in diesem Jahr an die russische Punkband Pussy Riot. "Die Musikerinnen haben sich mutig gegen staatliche Bevormundung und f├╝r das Recht auf freie Meinungs├Ąu├čerung in Russland eingesetzt und m├╝ssen nun daf├╝r einen hohen Preis bezahlen. Mit der Verleihung der 1LIVE KRONE wollen wir ein Zeichen setzen, diesen inakzeptablen Vorgang international nicht in Vergessenheit geraten zu lassen", so Jochen Rausch, Programmchef von 1LIVE, dem jungen Radio des Westdeutschen Rundfunks "Es ist der Verdienst von Pussy Riot, mit ihrer Haltung auch andere Musiker daran zu erinnern, dass Popmusik politische Inhalte an ein gro├čes Publikum transportieren kann", so Rausch weiter. Die Band Pussy Riot zeige mit ihrem Protest, dass Popmusik nicht blo├č der Unterhaltung diene, sondern auch ein wichtiges Instrument gegen Unterdr├╝ckung und Willk├╝r sei. Die Aktion von Pussy Riot sei umso bemerkenswerter, da die Band in einem Staat agiere, der zur Freiheit der Kunst und zur freien Meinungs├Ąu├čerung ein gespaltenes Verh├Ąltnis habe und vehement gegen regierungskritische Stimmen vorgehe. Mit ihrer Aktion bef├Ąnden sich Pussy Riot in der Tradition von gro├čen Protestk├╝nstlern wie Bob Dylan, The Clash oder den Sex Pistols.
Die Band ist auch noch f├╝r weitere Preise im Gespr├Ąch, etwa f├╝r den Lutherpreis der Stadt Wittenberg. Die Gruppe war auch f├╝r den Sacharow-Preis f├╝r Menschenrechte des Europaparlaments nominiert. Yoko Ono, die Witwe des Beatles-Gr├╝nders John Lennon, zeichnete die Musikerinnen von Pussy Riot bereits mit dem Lennon-Ono-Friedenspreis aus.



Aufruf des internationalen literaturfestivals berlin (ilb):

"In den letzten Wochen hat die russische Justiz die Chance vertan, die infame Strafverfolgung von Pussy Riot zu beenden. Nicht nur das Urteil in der ersten Instanz, sondern bereits die Tatsache, dass ein Prozess gegen die K├╝nstlerinnen gef├╝hrt wurde, ist ein Skandal. Er ist signifikant f├╝r das System Putin, das ganze Generationen k├╝nstlerisch, kulturell und zivilgesellschaftlich mundtot zu machen versucht.

Das internationale literaturfestival berlin und AutorInnen und Intellektuelle aus aller Welt verneigen sich vor Nadeschda Tolokonnikowa, Jekatarina Samuzewitsch, Maria Alechina, die mit ihrer Kunstaktion in der Moskauer Christ-Erl├Âser-Kathedrale und ihrem kompromisslosen Verhalten w├Ąhrend des Prozesses, der Welt gezeigt haben, dass es ein anderes Russland gibt, das sich weder von dieser Kirche, noch von der politisch herrschenden Klasse die Art und Weise ihres Ausdrucks verbieten l├Ąsst. Angesichts der diktatorischen Z├╝ge des Systems Putin, das unter anderem mit dem permanenten Veto im UN-Sicherheitsrat im Bund mit China, zuletzt im Fall Syrien, den Gehalt ihres Demokratie- und Menschenverst├Ąndnisses offenbart, ist die Solidarisierung mit Pussy Riot und den zivilgesellschaftlichen Institutionen, die durch neue Gesetze in Russland kriminalisiert werden, eine europ├Ąische, eine internationale Notwendigkeit: die Verteidigung von Menschenrechten.

Das ilb hat im August K├╝nstlerInnen und Intellektuelle, Schulen und Universit├Ąten, Radiound Fernsehstationen, Theater und andere Kulturinstitutionen zu einer weltweiten Lesung in Solidarit├Ąt mit Pussy Riot und den demokratischen Instanzen Russlands am 12. Dezember 2012 aufgerufen ÔÇô dem Tag, an dem im Jahr 1993 durch eine allgemeine Volksabstimmung die Verfassung der Russischen F├Âderation durch die DUMA angenommen wurde. Nicht Pussy Riot unterl├Ąuft die Demokratie Russlands, sondern diejenigen, die danach trachten, die Errungenschaften der sanften Revolution zunichte zu machen. Gelesen werden sollen Passagen aus den Statements von Pussy Riot vor Gericht.

Das ilb wird die Texte ab dem 15. November 2012 in Englisch, Deutsch, Russisch und anderen Sprachen auf seiner Website www.literaturfestival.com publizieren.

Alle InteressentInnen, die sich an der Lesung beteiligen m├Âchten, wenden sich bitte bis zum 30. November 2012 an: worldwidereading@literaturfestival.com

Dem Aufruf des ilb haben sich bisher angeschlossen:

Hector Abad, Zsuzsa B├ínk, Jeanne Benameur, Mirko Bonn├ę, James Byrne, Amir Hassan Cheheltan, Bora Cosic, Marie Darrieussecq, Dorothea Dieckmann, Arnd, Gretel & Beatrice Dossi, Reimer Eilers, Peter Faecke, Dieter M. Gr├Ąf, Gintaras Grajauskas, Lars Gustafsson, Alban Nikolai Herbst, Uwe Herms, Hendrik Jackson, Willi Jasper, Elfriede Jelinek, Lidija Klasic, Peter Klei├č, Mario Vargas Llosa, Ekke Maa├č, Norman Manea, Alberto Manguel, Sonja Margolina, Amanda Michalopoulou, Bart Moeyaert, Melinda Nadj Abonji, Tim Parks, Elisabeth Plessen, Martin Pollack, Santiago Roncagliolo, Annika Scheffel, Robert Schindel, Jenny Schon, Raoul Schrott, Sj├│n, Rebecca Solnit, C.K. Stead, Antje R├ívic Strubel, Hans Thill, Ted van Lieshout, Vladimir Vertlib, Herbert Wiesner, Oksana Zabuzhko und Jenni Zylka."

NEWS vom 10.10.2012Jekaterina Samuzewitsch auf freiem Fu├č

Das Berufungsgericht in Moskau wandelte am 10. Oktober 2012 das Urteil der 30-j├Ąhrigen von zwei Jahren Straflager ├╝berraschend in eine Bew├Ąhrungsstrafe um. Ihre beiden Kolleginnen, Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa dagegen - beide M├╝tter kleiner Kinder - , m├╝ssen wie verk├╝ndet f├╝r zwei Jahre in Lagerhaft.



NEWS vom 01.10.2012Jekaterina Samuzewitsch entbindet Verteidigerin von ihrem Mandat

Die Berufungsverhandlung gegen die Musikerinnen von "Pussy Riot" wurde vom 1. auf den 10. Oktober 2012 vertagt, da Jekaterina Samuzewitsch am Gerichtstermin ├╝berraschend ihre Verteidigerin Violetta Wolkowa entlassen hatte. Wolkowa stimme, so Samuzewitsch, nicht mit deren Position ├╝berein. Zu den genauen Gr├╝nden f├╝r ihre Entscheidung wollte sie sich nicht ├Ąu├čern.



NEWS vom 27.09.2012Gerichtstermin am 1. Oktober 2012

Wie der Anwalt der inhaftierten Bandmitglieder, Nikolai Polosow, mitteilte, wird das Moskauer Staatsgericht Anfang Okober 2012 die Berufung von Nadeschda Tolokonnikowa, Jekaterina Samuzewitsch und Marija Aljochina verhandeln. "Ich habe aus dem Gericht wegen der Kassation einen Anruf bekommen: am 1. Oktober um 11 Uhr, Raum 319", schrieb Polosow ├╝ber seinen Twitter-Account.



NEWS vom 13.09.2012Russlands Premier will Pussy Riot-Fall unter den Tisch kehren

Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP fordert Dmitri Medwedew, Regierungschef Russlands, die Freilassung der Punkband Pussy Riot aus der Haft. Ein fader Beigeschmack bleibt: Der Politiker ergriff nicht aus Solidarit├Ąt Partei f├╝r die Musikerinnen, sondern um der breiten Aufmerksamkeit der internationalen ├ľffentlichkeit Einhalt zu gebieten.
Die Hysterie um das Thema mache ihn ebenso "krank" wie die Tat und das Auftreten der drei Bandmitglieder, erkl├Ąrte der ehemalige russische Pr├Ąsident. Er empfinde es als "unangenehm", ├╝ber die Gruppe zu reden. Pussy Riot h├Ątten allerdings mittlerweile in Untersuchungshaft genug Zeit gehabt, ├╝ber das "Geschehene" nachzudenken, sodass eine Bew├Ąhrungsstrafe fortan gen├╝ge.



NEWS vom 17.08.2012Literaturnobelpreistr├ĄgerInnen unterst├╝tzen Aufruf des ilb f├╝r Pussy Riot
Benefiz-Veranstaltung und weltweite Lesung f├╝r Pussy Riot


Im Rahmen des kommenden internationale literaturfestival berlin (ilb) wird am Samstag, den 08. September 2012, um 19:30 Uhr eine Benefiz-Veranstaltung f├╝r Pussy Riot im Haus der Berliner Festspiele stattfinden. Programm des Abends ist die in diesen Tagen erschiene Neu├╝bersetzung von Michail Bulgakows "Meister und Margarita". Die Gefangenen und ihr Umfeld hatten w├Ąhrend des Prozesses wiederholt dieses Werk zitiert, das auch als k├╝nstlerische Auseinandersetzung mit dem Stalinismus gelesen werden kann.
Die Teilnehmenden des Abends ÔÇô unter anderem Marion Brasch, Jakob Hein, Wladimer Kaminer, Janne Teller, die Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot ÔÇô verzichten auf ihre Gagen, die Einnahmen werden Pussy Riot zur Verf├╝gung gestellt.
Das ilb ruft zudem K├╝nstlerInnen und Intellektuelle, Schulen und Universit├Ąten, Radio- und Fernsehstationen, Theater und andere Kulturinstitutionen zu einer weltweiten Lesung in Solidarit├Ąt mit Pussy Riot und den demokratischen Instanzen Russlands am 12. Dezember 2012 auf ÔÇô dem Tag, an dem im Jahr 1993 durch eine allgemeine Volksabstimmung die Verfassung der Russischen F├Âderation durch die DUMA angenommen wurde. Die Literaturnobelpreistr├ĄgerInnen Elfriede Jelinek und Mario Vargas Llosa sowie viele andere Gr├Â├čen werden die Texte Pussy Riots, insbesondere ihre Aussagen vor Gericht in Moskau, lesen.



Seit M├Ąrz 2012 sitzen die drei Aktivistinnen in Untersuchungshaft. In Moskaus Erl├Âserkathedrale hatten sie f├╝r eine Befreiung von Putin "gebetet". Unterschreiben Sie die Petition zur Freilassung von Maria Aljochina, Nadeschda Tolokonnikowa und Jekaterina Sanzewitsch!

NEWS vom 30.08.2012.
Tausend Masken f├╝r Putin

W├Ąhrend die drei verurteilten Mitglieder der Pussy-Riot-Formation erst beginnen ihre Strafe abzusitzen, l├Ąsst der Medienhype um die Aktivistinnen bereits langsam nach. Amnesty International USA l├Ąsst jedoch nicht locker. Die NGO ruft auch weiterhin zum Protest auf und startet nun eine Sammelaktion Nein, kein Geld, sondern Masken sollen gesammelt werden, die dem russischen Pr├Ąsident Wladimir Putin dann als "Geschenk" ├╝bergeben werden. Mit tausend bunten Masken soll symbolisch darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Protestaktion erst jetzt ihren Anfang nimmt und Russland auch weiterhin unter internationaler Beobachtung steht.


NEWS vom 17. August 2012
Das Moskauer Gericht hat die Punk-Aktivistinnen wegen religi├Âs motivierten Rowdytums schuldig gesprochen
Die drei K├╝nstlerinnen h├Ątten "keine Reue gezeigt", die "├Âffentliche Ordnung verletzt" und die "Gef├╝hle der Gl├Ąubigen beleidigt", begr├╝ndete Richterin Marina Syrowa das Urteil. Das Strafausma├č nannte sie zun├Ąchst noch nicht, im Laufe des Nachmittags soll es jedoch verlesen werden. Unmittelbar vor der Urteilsverk├╝ndung hatten die Angeklagten die M├Âglichkeit, bei Pr├Ąsident Wladimir Putin um Gnade anzusuchen, ausgeschlagen. "Machen Sie Witze? Nat├╝rlich nicht. Eher sollte er uns und Sie um Gnade bitten.", schrieb die Aktivistin Nadeschda Tolokonnikowa der regierungskritischen Zeitung Nowaja Gaseta
Am 8. September wird im Rahmen der gro├čen Michail Bulgakow-Nacht des internationalen berliner literturfestivals eine Benefiz-Veranstaltung f├╝r Pussy-Riot stattfinden.



NEWS vom 16. August 2012
Kundgebung am 17. August ab 11:30 Uhr vor der russischen Botschaft.
Peaches Solidarit├Ątsvideo seit gestern online

Gemeinsam mit Simonne Jones startete die Elektro-Clash Musikerin Peaches vergangene Woche eine Solidarit├Ątskampagne f├╝r die Punk-Band Pussy-Riot. Mit Hilfe von rund 400 Untert├╝tzerInnen wurde am Berliner Prenzlauer Berg ein Soli-Video gedreht, das im Netz zu sehen ist. Kurz vor der Urteilsverk├╝ndung h├Ąufen sich die Solidarit├Ątsbekundungen weltweit. In Berlin wird morgen, am 17. August ab 11:30 Uhr vor der russischen Botschaft eine Kundgebung mit telefonischer Liveschaltung zum Anwalt der Band Mark Feigin stattfinden.



NEWS vom 15. August 2012.
Pussy Riots protestieren weiter
Trotz des Verfahrens gegen ihre drei Band-Kolleginnen wollen die nicht inhaftierten Mitglieder der feministischen Punk-Band Pussy Riot ihren Protest gegen das Regime Wladimir Putin fortsetzen. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters ├Ąu├čern sie sogar: "Dieser Prozess macht unsere Gruppe nur st├Ąrker, vielleicht sogar gr├Â├čer."" Neben etlichen internationalen K├╝nstlerInnen erhalten die Politaktivistinnen nun auch Unterst├╝tzung eines russischen K├╝nstlerInnenkollektivs, das ein Buch mit dem Titel Kunst auf den Barrikaden herausgeben m├Âchte. Dazu der Co-Autor Alek Epshtein: "Unser Buch zeigt k├╝nstlerische Arbeiten, die nach der Verhaftung von Nadia Tolokonnikova, Masha Alyokhina und Katya Samutsevich entstanden sind. Viele nonkonformistische K├╝nstler Russlands haben etwas dazu beigetragen. Das ist Kunst als b├╝rgerlicher Protest. Aus Solidarit├Ąt mit den M├Ądchen." Das Urteil gegen die Pussy Riot-Aktivistinnen wird am Freitag, den 17. August verlesen.


NEWS vom 10. August 2012.
Warten auf die Urteilsverk├╝ndung am 17. August 2012

Nachdem die Richterin Marina Syrowa den international viel kritisierten Prozess im Eiltempo durchjagte, l├Ąsst sie sich mit der Urteilsverk├╝ndung mehr Zeit als erwartet und vertagte ihre Entscheidung auf Freitag in einer Woche. Die Anw├ĄltInnen der Angeklagten erhoffen sich in Anbetracht zahlreicher internationaler Proteste ein vergleichsweise mildes Urteil. "Russland ist ein nach Westen orientiertes Land. Weil sich die Beziehungen durch ein scharfes Urteil gegen Pussy Riot verschlechtern d├╝rften, erwarten wir einen milden Richterspruch", so der Verteidiger Nikolai Polosow. Eine Sprecherin der EU-Au├čenbeauftragten Catherine Ashton warnt: "Die EU wird diesen Fall sehr genau weiter verfolgen" und fordert Russland auf, einen fairen Prozess zu f├╝hren. Bis Freitag heisst es aber nun abwarten.


NEWS vom 08. August 2012
Die Angeklagten erhalten das letzte Wort

Am siebten Verhandlungstag forderte die Staatsanwaltschaft drei Jahre Lagerhaft f├╝r die Pussy-Riot-Aktivistinnen. Die Anw├ĄltInnen der Gegenseite hingegen schlugen vor, lediglich eine Bew├Ąhrung zu verh├Ąngen. Heute werden die Angeklagten die M├Âglichkeit bekommen, ihre Sicht der Dinge darzulegen und Einspruch zu erheben. Ein starkes Signal setzen nun auch 121 deutsche Abgeordnete aus allen f├╝nf Bundestagfraktionen. In einem offenen Brief an den russischen Botschafter in Berlin, Wladimir M. Grinin, fordern sie Milde im Pussy-Riot-Prozess. Auch von der K├╝nstlerin Yoko Ono erhalten die Aktivistinnen Unterst├╝tzung. Ihren Brief an Pr├Ąsident Putin beendet sie mit den Worten:
"Bitte bewahren Sie den Platz im Gef├Ąngnis f├╝r echte Kriminelle."


NEWS vom 07. August 2012.
Ein ├╝berdimensionierter Prozess steht unter internationaler Beobachtung
Die ersten f├╝nf Prozesstage der vergangenen Woche waren anstrengend genug. Die Verhandlungen mussten mehrmals unterbrochen werden, um den Mitgliedern der Punkband Pussy Riot, die unter den Strapazen des Prozesses und den harten Bedingungen der Untersuchungshaft litten, ├Ąrztliche Hilfe zukommen zu lassen. Kritische Stimmen werden indessen immer lauter. Menschenrechtsbeauftragter Markus L├Âning (FDP) kritisierte in einem Interview mit dem WDR5 die "v├Âllig ├╝berdimensionierte" Prozessf├╝hrung. An den drei Aktivistinnen solle ein abschreckendes Exempel f├╝r RegierungskritikerInnen statuiert werden, so L├Âning. Er ist jedoch ├╝berzeugt, dass mit Hilfe prominenter K├╝nstlerInnen und internationaler Beobachtung Druck auf die russische Regierung ausge├╝bt werden kann.
Am heutigen, sechsten Prozesstag, wird die britische Parlamentsabgeordnete Kerry McCarthy vor Ort anwesend sein und per Twitter aus dem Gerichtsaal berichten.
Die Staatsanwaltschaft hat jeweils drei Jahre Haft f├╝r die Aktivistinnen gefordert.



NEWS vom 31. Juli 2012Seit 10:30 Uhr Moskauer Zeit l├Ąuft die zweite Anh├Ârung im Prozess gegen die inhaftierten Aktivistinnen von Pussy Riot. Auf der Website des Gerichts kann sie live mitverfolgt werden.
Die Angeklagten entschuldigten sich f├╝r ihren "ethischen Fehler", wie sie den Auftritt in der Kathedrale heute nannten. Sie wollten damit niemanden beleidigen, sondern ihre Meinung ausdr├╝cken, dass die Kirche sich aus der Politik heraushalten sollte. Zuvor hatte der Patriarch Kirill dazu aufgerufen, Putin zu w├Ąhlen. Gleichzeitig betonten sie, dass moralisches Fehlverhalten nicht Gegenstand eines solchen Strafprozesses sein d├╝rfe. Zur Anklage wegen Rowdytums bekannten sie sich nicht schuldig.
Maria Aljochina, Nadeschda Tolokonnikowa und Jekaterina Sanzewitsch sa├čen in einem abgetrennten Kasten hinter Glasscheiben, vor ihnen ihre drei Anw├ĄltInnen.



NEWS vom 24. Juli 2012
Update: Prozess gegen Pussy Riot soll online ├╝bertragen werden
Gestern fand in Moskau die zweite Anh├Ârung im Fall der inhaftierten Mitglieder von Pussy Riot statt. Es wurde beschlossen, dass der Prozess k├╝nftig, die n├Ąchste Anh├Ârung ist f├╝r den 30. Juli angesetzt, auf der Website des Gerichts live ├╝bertragen wird.
Die Verteidigung von Maria Aljochina, Nadeschda Tolokonnikowa und Jekaterina Sanzewitsch ist allerdings misstrauisch gegen diesen Zug. Der Gerichtssaal sei sehr klein, f├╝r die Medien g├Ąbe es m├Âglicherweise keinen Platz. Live-├ťbertragungen h├Ątte es au├čerdem bisher nur bei Terrorismus-Prozessen gegeben.
Den gesamten Prozess bezeichnet der Anwalt Mark Feigin als absurdes Theater: "Uns wird nicht erlaubt, die Beweise vorzubringen, die die Unschuld unserer Mandantinnen beweisen". Die Verteidigung hat nur bis Freitag Zeit, alle Dokumente, Protokolle und ZeugInnenaussagen zu lesen, insgesamt sind es ├╝ber 2800 Seiten. Die Anw├Ąlte der Inhaftierten hatten deswegen gefordert, den Termin f├╝r die Verhandlungen nicht vor September anzusetzen. Auch der Antrag, Pr├Ąsident Putin und den russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill als Zeugen vorzuladen, wurde vom Gericht abgewiesen.
Die Stra├čen vor dem Gerichtsgeb├Ąude wurden mit Metallgittern abgesperrt und von Polizisten bewacht. Etwa zwanzig Anh├ĄngerInnen der Pussy Riot protestierten gegen den politischen Prozess, zwei von ihnen wurden festgenommen. Auch GegenerInnen der Aktivistinnen, russisch-orthodoxe Gl├Ąubige versammelten sich mit Schildern "F├╝r die Moral" um eine harte Bestrafung zu fordern.




NEWS vom 21. Juli 2012
U-Haft am 20. Juli bis 13. Januar 2013 verl├Ąngert

Am vergangenen Freitag wurden die verhafteten Mitglieder der Pussy Riot Maria Aljochina, Nadeschda Tolokonnikowa und Jekaterina Sanzewitsch nach viermonatiger Untersuchungshaft erstmals dem Gericht vorgef├╝hrt.
Eigentlich sollte ein Termin f├╝r den Prozessbeginn festgelegt werden und ├╝ber ├ľffentlichkeit oder verschlossene T├╝ren w├Ąhrend der Verhandlungen entschieden werden. Letztendlich gab das Gericht lediglich dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf Verl├Ąngerung der Untersuchungshaft nach ÔÇô die Aktivistinnen bleiben nun bis mindestens 13. Januar 2013 in U-Haft.
Die Anklage erkl├Ąrte, Pussy Riot h├Ątte mit ihrer Aktion an den "ewigen Grundfesten der russisch-orthodoxen Kirche" ger├╝ttelt, h├Ątten ihre Oberbekleidung abgelegt und mit ihrem wilden Tanz vor heiligen Ikonen die Gl├Ąubigen traumatisiert.
Die Verteidigung der drei Frauen hingegen besteht auf deren Unschuld: "Die M├Ądchen hatten keine Waffen und haben nichts zerst├Ârt, so wie es f├╝r eine Anklage wegen Rowdytums eigentlich n├Âtig w├Ąre", so Anwalt Nikolai Polosow.
Vor und innerhalb des Gerichtsgeb├Ąudes dr├Ąngten sich JournalistInnen und Anh├ĄngerInnen der regimekritischen "Punkband", um gegen den unverh├Ąltnism├Ą├čig harten Umgang mit den drei Frauen zu protestieren. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax wurden mindestens vier Menschen von der Polizei abgef├╝hrt.
Auch deutsche PolitikerInnen haben sich gegen die politische Verfolgung ausgesprochen.
Markus L├Âning (FDP), Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung:
"Ich bin sehr erschrocken ├╝ber die drakonische Verl├Ąngerung der Untersuchungshaft f├╝r die K├╝nstlerinnen von Pussy Riot. Sie ist absurd und zieht die Familien und Kinder der Frauen grotesk in Mitleidenschaft"
Die Gr├╝nen-PolitikerInnen Marialuise Beck und Volker Beck:
"Der Angriff des Kremls auf die gesellschaftliche Opposition setzt sich fort. Mit dem Prozess gegen die S├Ąngerinnen der Punk Band "Pussy Riot" will die russische Justiz nun die politisch aktive K├╝nstlerszene platt machen."



Die Mitglieder der Pussy Riot nennen sich selbst eine Punkband. Seit Ende 2011 st├╝rmten die feministischen Aktivistinnen mit laut gebr├╝llten Texten wie "Nieder mit den Sexisten, den verfickten Putinisten." Laufstege bei Modenschauen, ├Âffentliche Pl├Ątze und am 21. Februar, kurz vor den Pr├Ąsidentenwahlen, die Erl├Âserkathedrale in Moskau. Ihre Auftritte sind meist sehr kurz, sehr laut und sehr bunt. Auch in der Kirche konnten sie nur etwa eine Minute ihr Punk-Gebet performen, bis sie von Sicherheitsleuten abgef├╝hrt wurden.

In bunten Kleidern und gestrickten Gesichtsmasken, ihre Markenzeichen, riefen sie "Jungfrau Maria, vertreibe Putin!", warfen sich vor dem Altar auf den Boden und tanzten wild, verursachten dabei im Geb├Ąude jedoch keinen Schaden. Sie protestierten gegen eine erneute Herrschaft Putins, die enge Verbindung der Russisch Orthodoxen Kirche mit dessen Regierung und klagten die patriarchal gepr├Ągte russische Gesellschaft an.

Ihre Verhaftung und die wiederholte Verl├Ąngerung der Untersuchungshaft hat international Emp├Ârung hervorgerufen. Amnesty International erkl├Ąrte:

"Selbst wenn die drei verhafteten Frauen an den Protesten beteiligt gewesen waren, ist die Schwere der Reaktion der russischen Beh├Ârden ÔÇô die Inhaftierung und Beschuldigung des Rowdytums ÔÇô keine berechtigte Reaktion auf die friedlichen ├äu├čerung ihrer politischen ├ťberzeugungen.ÔÇŁ

Eigentlich sollten die drei Frauen, Aljochina und Tolokonnokowa sind M├╝tter kleiner Kinder, schon im April entlassen werden. Der neue Termin ist der 24. Juli. Die Anklage hat mittlerweile drei Gutachten erstellt, wobei sie sich auch auf eine Synode aus dem siebten Jahrhundert beziehen sollen, die das Tanzen in Kirchen untersage. RechtsexpertInnen sind sich allerdings einig, dass die Protestaktion nicht mehr als eine Ordnungswidrigkeit sei. Die Gruppe Pussy Riots und ihre Unterst├╝tzerInnen sind ├╝berzeugt, dass der besonders harte Umgang mit den Aktivistinnen politische Gr├╝nde hat und letztendlich Putin selbst das Urteil bestimmen wird. Amnesty International hat die Putin-Kritikerinnen als politische Gefangene anerkannt.

Ein Video zeigt, wie Nadeschda Tolokonnikowa dem Gericht vorgef├╝hrt wird und sich ÔÇô in einem K├Ąfig eingesperrt ÔÇô zu der Verhandlung ├Ąu├čert. Sie fordert ihr Recht ein, alle Protokolle der ZeugInnenaussagen vollst├Ąndig lesen zu d├╝rfen und klagt an, dass einige der Aussagen im Wortlaut identisch seien.
Maria Aljochina, Nadeschda Tolokonnikowa und Jekaterina Sanzewitsch geben nicht auf. Maria und Nadeschda haben ihren Hungerstreik zwar wegen gesundheitlicher Probleme beendet, Jekaterina hat dagegen vergangene Woche erkl├Ąrt, aus Protest die Nahrungsaufnahme zu verweigern.

Der Fall wird inzwischen vom Europ├Ąischen Gerichtshof f├╝r Menschenrechte beobachtet und die Verteidung plant, sich au├čerdem an den UN-Generalsekret├Ąr Ban Ki Moon zu wenden.

In Russland verbreitet sich der Protest gegen diesen politisch motivierten Schauprozess. K├╝nstlerInnen, und Intellektuelle, darunter sogar eher Putin-freundliche, wie die Schauspielerin Tschulpan Chamatowa, haben sich schon ├Âffentlich gegen die harte Verfolgung ausgesprochen. Wie der Fall ausgehen wird, bleibt allerdings nach wie vor unklar.
Unterschreiben Sie die Petition von Amnesty International, USA zur sofortigen Freilassung von Maria Aljochina, Nadeschda Tolokonnikowa und Jekaterina Sanzewitsch!

Am 31. Juli fand ein Soli-Konzert im Cassiopeia mit Anti-Flag statt.
Die US-amerikanische Punkband gab mit den BerlinerInnen von Radio Havanna und Smile & Burn ein Benefizkonzert f├╝r die inhaftierten Aktivistinnen der Pussy Riot. Anti-Flag hatte angek├╝ndigt, auch deren Punk-Gebet Virgin Mary, redeem us of Putin auf englisch covern zu wollen. Mit diesem Song ist die regimekritische Band in der Moskauer Erl├Âserkathedrale aufgetreten.
Das Cover des Punk-Gebets ist bei soundcloud zu h├Âren.
Das Konzert ist auf 200 BesucherInnen begrenzt, die Erl├Âse gehen an Pussy Riot.


Weitere Informationen unter:
www.freepussyriot.org

ARD-Bericht: Ru├čland: Keine Gnade f├╝r Riot-Girls

3sat-Bericht:Keine Gnade. Kremlkritische Band Pussy Riot weiter in Haft

Die Standard: Zwei Pussy Riots geben Hungerstreik auf

rp-online:Pussy Riot bleiben bis Ende Juli in U-Haft

Spiegel Online: Russische Sponti-Truppe Pussy Riot. ├ťberfallkommando mit H├Ąkelm├╝tzen

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Pussy Riot - Ein Punkgebet f├╝r Freiheit

Der Fall Chodorkowski ÔÇô ein Film von Cyril Tuschi

Public Affairs > Politik + Wirtschaft Beitrag vom 17.07.2012 AVIVA-Redaktion 

   




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