Luise F. Pusch & andere berühmte Frauen
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

AVIVA-Berlin > Wissenschaft
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Juedisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 
  Hier suchen, oder zur Sucheseite!


AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
 


Berliner Frauenpreis 2016




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



<< Kleine Suche
Nutzen Sie gern unsere Suche in größerer Schrift!

TIPP: über den Zurück-Button Ihres Browsers kommen Sie erneut zur Suche.




Happy New Year 2016




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im August 2016 - Beitrag vom 25.05.2003

Luise F. Pusch & andere berühmte Frauen
Ilka Fleischer

Auch mit ihrem jüngsten Band "Berühmte Frauen - 300 Porträts" schafft die legendäre Linguistin und Schriftstellerin Luise F. Pusch ein stattliches Gegengewicht zur HERRkömmlichen HIStorie . . .




Statt Professorin für Sprachwissenschaft zu werden, hätte Louise F. Pusch sicherlich auch als Marketing-Spezialistin Karriere machen können. Mit ihrem mehr-als-literarischen Gesamtwerk seziert sie nämlich nicht allein patriarchale (Sprach-)Strukturen und fraternale Realitäten, sondern widmet sich vor allem einer ausgeklügelten Gegen-Kampagne:

"Für nichts wird so viel Reklame gemacht wie für Männer. Unentwegt erinnern sie an sich selbst: auf Geldscheinen, Briefmarken und Gedenkmünzen, mit Bronzebüsten und Straßenschildern, in Lexika und Zitatensammlungen. Männer übererben nur, was sie ererbt von ihren Vätern haben - an das "mütterliche" Erbe müssen wir Frauen uns schon selbst erinnern."

In diesem Sinne wird ihr Schaffen von einem systematischen und geistreichen "Affidamento" getragen, das Frauen(geschichte) aus der Randlage in den Mittelpunkt holt und den ansonsten marginalisierten Beitrag der weiblichen Gesellschafts-Hälfte würdigt.

Mindestens drei Aspekte stechen bei der Auseinandersetzung mit ihren "Publikationen" ins Auge: Zum einen bleibt ihr Veröffentlichungs-Spektrum nicht auf "das geschriebene Wort" begrenzt. Neben Büchern und Artikeln ist Louise F. Pusch auch Mit-Herausgeberin des seit 1987 bei Suhrkamp erscheinenden Jahreskalenders "Berühmte Frauen" sowie der 1999 und 2001 auf den Markt gebrachten (Memory-)Spiele mit gleichnamigem Titel.
Zum zweiten lässt ihre Literatur-Liste Stringenz und Gründlichkeit erkennen: Angefangen mit "Das Deutsche als Männersprache" (1984) und seinem Folgeband "Alle Menschen werden Schwestern" (1990), über ihre beiden Trilogien "Schwestern Berühmter Männer" (1985) / "Töchter berühmter Männer" (1988) / "Mütter berühmter Männer" (1994) sowie WahnsinnsFrauen Bd. 1-3 (1992-1999) greift die beliebte wie umstrittene Schriftstellerin immer wieder auf "alte Themen" zurück - ohne dabei redundant zu werden.
Und nicht zuletzt zeichnet Louise F. Pusch ihre grandiose Mischung aus Schonungslosigkeit, Scharfzüngigkeit, Sprachwitz und Unverbissenheit aus, die die Lektüre zur interessanten Grenzerfahrung zwischen erhebender Heiterkeit und niederschmetternder Erkenntnis werden lässt.

Nicht anders gestaltet sich das Erleben der beiden (Memory)-Spiele "Berühmte Frauen" von Susanne Gretter und Louise F. Pusch, die zwar bereits für Kleinkinder zu empfehlen sind, aber - dank der unterschiedlichen Spiel-Varianten - auch für ältere Jahrgänge anregende Unterhaltung bieten. Während die klassische Memory-Spielweise - also die Suche nach Doubletten - wohl eher das jüngere Publikum ansprechen dürfte, ermöglicht das Begleitheft mit biografischen Eckdaten zu den (2x) 33 berühmten Frauen unterschiedlicher Epochen und Kulturen auch "erwachsenere" Erlebnisfreude.
Die ersten Runden "Berühmte Frauen" sollten wohl mit der schnöden Frage begonnen werden "Wer ist das überhaupt?", denn einige Damen sind weit weniger "berühmt" als der Titel vermuten lässt. Hierbei gibt´s zumindest einen Spielpunkt zu gewinnen. Vielleicht kennen Sie grobe Eckdaten zu Frida Kahlo, Agatha Christie oder Romy Schneider. Aber wissen Sie auch, wer Clara Haskil war?
Falls ja, wäre die erste Stufe wohl zu überspringen und gleich in die hohe Kunst des Wissensspiels einzusteigen: 2 Punkte ernten Sie für die Beantwortung der Fragen "In welchem Jahr wurde sie geboren?" und "In welchem Jahr starb sie?". Und 3 Punkte gibt´s für das Wissen von Geburts- und Todestag. "Hard stuff" also für SpielerInnen, die bereits die Frage nach dem Geburtstag ihrer Freundin aus dem Konzept bringt...

Der geborenen Verliererin (bei nichts-sagenden Wissensspielen...) stellen sich nun zwei Alternativen. Zum einen:

"Wir können das Spiel mit kleinen Kindern spielen, die uns dabei immer haushoch überlegen sein werden. Dieses Erlebnis stärkt den Charakter, und der Anblick der schönen Frauen tröstet über vieles hinweg."

Zum anderen kann natürlich hartes Training und fundierte Hintergrund-Lektüre die Schmach abwenden. Dafür wiederum bieten sich die beiden Bände "Berühmte Frauen - 300 Porträts" von Susanne Gretter und Louise F. Pusch an - evtl. in zeitgemäßer Kombination mit der Online-Datenbank "Bedeutende Frauen International" unter www.FemBio.org. Während die Datensätze vor allem Eckdaten wie Name, Lebensdaten und -orte, Beruf und Nationalität enthalten, bietet das zweibändige Printwerk darüber hinaus vielschichtige Hintergrundinformationen zu den 2x300 berühmten und weniger berühmten Frauen und gilt zurecht als lexikalisches Nachschlagewerk - das erste dieser Art in deutscher Sprache.

Dass sich das Lexikon der berühmten Frauen nicht allein für ambitionierte Spielerinnen eignet, zeigt eine Anekdote aus dem lokalpolitischen Alltag, die die Herausgeberinnen einleitend zum besten geben. Der Bauausschuss einer norddeutschen Stadt wollte vier neue Straßen nach Physikern benennen, während die Frauenbeauftragte für die Benennung mit Frauennamen plädierte. Um fundierte Überzeugungsarbeit zu leisten, mussten nun rasch 4 Biographien von Physikerinnen her. Mit Unterstützung von Susanne Gretter und Louise F. Pusch konnte sich die Frauenbeauftragte schließlich durchsetzen und die Straßen wurden nach Marie Curie, Agnes Pockels, Lise Meitner und Maria Goeppert-Meyer benannt.

Aber auch für weniger hehre Ziele bieten die ergänzenden Literaturhinweise und Register eine Reihe von Anregungen und Anwendungsbeispielen. Wer das chronologische, das Nationalitäten-, das Geburtstags- und das Berufsregister eifrig durcharbeitet, wird sicherlich bei der nächsten Spielerunde brillieren. Zur Verblüffung der Mitspielerinnen kann dann die Frage "Wer war Clara Haskil?" nicht nur mit der Antwort "Eine rumänische Pianistin, die am 7. Januar 1895 in Bukarest geboren wurde und am 7. Dezember 1960 in Brüssel verstorben ist..." pariert werden. Sondern auch mit dem ungefragten Hinweis auf weitere Pianistinnen des gleichen Sternkreiszeichens...





Hrsg. v. Pusch, Luise F. , Gretter, Susanne
Berühmte Frauen 1-2
Dreihundert Porträts

Suhrkamp Verlag Kg. 2003
20,00 EURO
ISBN/EAN 3-518-06689-7200954938275" .


Hrsg. v. Pusch, Luise F. , Gretter, Susanne
Berühmte Frauen. Ein Spiel.

66 Karten und ein Begleitbuch 80 S., Abb.
Mit 33 Biographien und einer Spielanleitung.
Insel Verlag 1999
12,50 EURO
ISBN/EAN 3-458-34293-1200509739875" .


Hrsg. v. Pusch, Luise F. , Gretter, Susanne
Berühmte Frauen. Ein Spiel. Die Fortsetzung.

Insel Verlag 2001
12,50 EURO
ISBN/EAN 3-458-34483-7200547860075" .



Lesen Sie auch folgende Artikel:

Berühmte Frauen - zwischen Appendix und blindem Fleck

Ost- und Westfrauen in einer Ausstellung

Citytours 4 women



Wissenschaft Beitrag vom 25.05.2003 Ilka Fleischer 

   




   © AVIVA-Berlin 2016  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken