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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 11.01.2003

E-lernen Frauen anders?
Ilka Fleischer

Ob Online-, CBT- oder E-Learning - Frauen stellen andere Anforderungen an moderne Lernmedien, so der Leitgedanke des Projektes "Women le@rning via CBT"...



"Women le@rning via CBT"

Im Rahmen der Studie "Does Gender Matter in online Learning?" (University of Stirling) wurde im Jahre 2001 postuliert, dass Frauen wegen ihrer ausgepr├Ągteren Kommunikations- und Organisationsst├Ąrke die besseren online-Lernenden sind. Die Ableitung des Forschungsteams: Es sollten Lernumgebungen entwickelt werden, die beiden Geschlechtern entgegenk├Ąmen.

Das von der Europ├Ąischen Kommission gef├Ârderte internationale Projekt "Women le@rning via CBT" hat diesen Anspruch zun├Ąchst auf die weibliche H├Ąlfte der Bev├Âlkerung angewendet. Der kryptisch anmutende Titel steht f├╝r Computer Based Training und daf├╝r, wie Frauen die damit verbundenen Lernformen nutzen k├Ânnen.


Unter der Leitung von Claudia Klinker (BBS - Berufsbildungsst├Ątte Westm├╝nsterland) hatten sich der Euregio Qualifizierungs- und Technologieforum e.V. (EQT) in Ahaus, das Netzwerk f├╝r Berufsausbildung (nowa) aus Graz sowie die Assener Vrouwenvakschool (VVS) Noord- en Oost-Nederland an der Entwicklung frauenspezifischer E-Lernprogramme beteiligt. "Wir wollten den Anforderungen von Frauen an moderne Lernmedien gerecht werden!" formulierte die Projektleiterin die zentrale Zielsetzung r├╝ckblickend auf den Projektbeginn 1998.

Neben der Erstellung eines gender-bewussten CBT-Exempels mit dem Programm "E-Mail f├╝r dich - E-Mail f├╝r mich", verfasste das internationale Team auch einen Kriterienkatalog f├╝r die Entwicklung frauenspezifischer CBT-Lernprogramme. Dieser soll ProduzentInnen und BildungsanbieterInnen bei Herstellung und Einsatz interaktiver Lernsoftware f├╝r Frauen unterst├╝tzen.

Ob und wenn ja, in welcher Hinsicht Frauen anders lernen und insofern andere Lernumgebungen und -methoden ben├Âtigen, ist in den Gender-Wissenschaften kein neues Thema. W├Ąhrend dabei einerseits ein weibliches Lernverhalten mit Attributen wie "ganzheitlich, direkt, pers├Ânlich" ausgemacht wird, werden von anderer Seite etwaige Geschlechtsspezifika in Lernprozessen mit dem Verweis auf biologistische Fehlannahmen negiert.
Die Kluft zwischen den Gleichheits- und Differenzfraktionen ├╝berbr├╝ckend, erzielt dabei die These einen weiten Konsens, dass Frauen unterschiedliche bildungsbiografische Lernvoraussetzungen in die Lernsituationen einbringen.

Vor diesem Hintergrund lieferte Gisela Notz vom Forschungsinstitut der Friedrich-Ebert-Stiftung in ihrer Rede "Lernen Frauen anders als M├Ąnner? - Vorurteile und Fakten" auf dem Abschlussworkshop des Projekts "Women le@rning via CBT" wichtige Erg├Ąnzungen. ├ťber die Annahme von den bildungsbiographischen Unterschieden hinausgehend, erl├Ąuterte sie, inwiefern Frauen nicht nur vor dem Hintergrund anderer Erfahrungen, sondern auch f├╝r andere Zwecke und mit anderen Zielstellungen lernten:

"...sie lernen auch f├╝r andere Lebenssituationen und zwar sowohl hinsichtlich des anderen Stellenwertes au├čerh├Ąuslicher T├Ątigkeiten, als auch in Bezug auf die angestrebten beruflichen T├Ątigkeiten. Das hei├čt, Frauen lernen unter anderen Voraussetzungen und Vorerfahrungen und sie lernen Anderes."

Zugleich betonte sie, das Defzit "aller Studien" liege in der fehlenden Ber├╝cksichtigung unterschiedlicher Interessen und Sozialisationserfahrungen von Frauen. F├Ąlschlicherweise werde von Frauen und M├Ąnnern als homogene Gruppen und somit zugleich von DEM anderen Lernen von Frauen ausgegangen.


Sollten Frauen UND M├Ąnner Ander(e)s (E-)lernen?

Trotz der zunehmenden Betonung sozialer "Schl├╝sselqualifikationen", so er├Ârterte Gisela Notz weiter, sei unser Bildungssystem auf die Akkumulation von marktlegitimierter Aus- und Weiterbildung konzentriert. Somit best├╝nden keine Gestaltungsfreir├Ąume f├╝r ├Âkonomisch nicht unmittelbar verwertbare Qualifikationen.

In diesem Kontext sprach sich die Rednerin f├╝r eine Repolitisierung von Bildung und Ausbildung aus - nicht zuletzt, um ausgrenzende Wirkungsweisen von Modernisierungsbestrebungen zu unterbinden. Zudem sei eine neue Qualifizierungskampagne erforderlich, die zur "Selbstbestimmungsf├Ąhigkeit" und Herausbildung kritisch-sozialer Kompetenzen anrege, um gemeinsam gegen diskriminierende Strukturen angehen zu k├Ânnen.
├ťber die Wiederbelebung von Bildung als politischem Begriff k├Ânnte - neben der Aufdeckung geschlechtsspezifischer Marginalisierungen - die perspektivische Gestaltung von Arbeits- und Lebensbedingungen gef├Ârdert werden. Vor dem Hintergrund der gesamt-gesellschaftlichen Lage und Struktur beendete Gisela Notz ihre Rede allerdings zweiflerisch relativierend:

"Die Aufnahme kritischer Qualifikationen in Curricula n├╝tzt allerdings wenig, wenn nicht M├Âglichkeiten geschaffen werden, dass sie im beruflichen, wie auch im au├čerberuflichen Leben zum Einsatz kommen k├Ânnen. Solange angepasstes Verhalten, politische Wendigkeit, Ellbogenarbeit und Duckm├Ąusertum belohnt werden, wird der Ruf nach einem Mehr an kritischer Kompetenz zur Farce."

Inwiefern ihr komplexer Beitrag zum ,anderen Lernen im Kriterienkatalog f├╝r die Entwicklung frauenspezifischer CBT-Lernprogrammen antizipiert wurde, ist unter folgender Adresse schwarz auf wei├č zu ├╝berpr├╝fen:




Dokumentation des Leonardo-Projektes Women le@rning via CBT
Ein Pilotprojekt zur frauenspezifischen Entwicklung Computer gest├╝tzter Lernprogramme samt CD-ROM "E-mail f├╝r dich - E-mail f├╝r mich"
ISBN 3-925853-27-8
Kontakt:
Berufsbildungsst├Ątte Westm├╝nsterland GMBH (BBS)
Weidenstra├če 2
48683 Ahaus
E-Mail: info@bbs-ahaus.de
http://www.bbs-ahaus.de



In unserem Beitrag eLearning-4-women - Projekte und Initiativen finden Sie eine Reihe praktischer Anlaufstellen im Web...



Women + Work Beitrag vom 11.01.2003 Ilka Fleischer 

   




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